Albert III. von Winkl

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Albert von Winkl oder Albrecht von Winkl, besser bekannt als Bischof Albrecht III. von Passau (* im 14. Jahrhundert; † 19. November 1380, in Passau)[1] war ein Adeliger des Herzogtums Österreich, dessen Stellung er als Bischpf von Passau wesentlich förderte.

Herkunft und Familie

Albert von Winkl entstammte der "älteren" Ortlieb-Linie der Herren von Winkl, einer im Mittelalter im Tullnerfeld ansässigen Adelsfamilie. Er war einer der Söhne von Weikard (I.) von Winkl aus dessen erster Ehe mit Katharina von Wallsee-Drosendorf und somit ein Urenkel von Albero von Feldsberg. Zu seinen bekanntesten Vorfahren gehört Hadmar (II.) von Kuenring.

Leben

1357 ist Albert erstmals als Dompropst des Bistums Passau bezeugt, 1362 wurde er vom Passauer Domkapitel zum Bischof gewählt.[2] Als Bischof Albert III. herrschte er 1363-1380 über das Bistum Passau und unterstützte in dieser Funktion die kirchenpolitische Verselbständigung des Herzogtums Österreich. Außerdem förderte er die Gründung der Wiener Universität.[3] In seine Amtszeit fällt ein Aufstand der Bürger von Passau gegen ihn, der seinen traurigen Höhepunkt in der Schlacht am Edlhof (oder Schlacht bei Erlau) (29. September 1367) fand, und erst nach mehreren Monaten durch Vermittlung der Herzöge von Österreich (Habsburger) beigelegt werden konnte.[3]

1375-1378 führte er wegen der Belehnung der Burg Zierberg (abgegangene Burganlage in der heutigen Gemeinde Ansfelden), die damals ein Lehen des Bistums Passau war, eine Fehde gegen die Herren von Ehrenfels, eine steirische Adelsfamilie, in die auch sein Bruder Weikard (II.) von Winkl verstrickt war[4]. Erst 1378 konnte diese Fehde beigelegt werden.[5] Nach den Mattseer Annalen soll er als Folge dieser Fehde auf seiner Reise nach Wien zur Hochzeit von Herzog Albrecht (III.) von Österreich ("Albrecht mit dem Zopfe") mit Burggräfin Beatrix von Nürnberg am 23. Februar 1375 in der Nähe von St. Pölten von Otto und Heinrich von Ehrenfels überfallen und auf die Burg Kammerstein (abgegangene Burganlage in der heutigen Gemeinde Kammern im Liesingtal) verschleppt worden sein, wo er trotz der Verhängung des Kirchenbanns fast ein Jahr gefangen gehalten wurde.[6]

Nach seinem Tod wurde Bischof Albert im Passauer Dom unter einer Grabplatte vor dem Blasiusaltar beigesetzt, die sich nicht erhalten hat.[7]

Literatur

  • Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld. (Forschungen zur Landeskunde von Niederösterreich. Hrsg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich. Band 39). St. Pölten, 2017. ISBN 978-3-901234-27-9, S. 88-91 [A 1]

Einzelnachweise

  1. vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 88
  2. vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 88f.
  3. 3,0 3,1 vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 90
  4. vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 95
  5. vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 89
  6. vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 89f.
  7. vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 91

Anmerkungen

  1. Publikation von Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld. Dissertation, Universität Wien, 2015 digital
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