Andreas Schöner

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Andreas Schöner (* 24. Juli 1847 in Wien; † 12. Juni 1910 ebenda) war ein Bayrisch-österreichischer Gastwirt. Ab ca. 1897 war er zehn Jahre lang Bezirksrat im 7. Wiener Gemeindebezirk.[1]

Leben

Der Geburtsort von Andreas Schöner wird in einem Wiener Kirchenbuch (Matricula) des Jahres 1910 mit Wien angegeben. Bei Andreas Schöner´s Hochzeit im Jahr 1873 in der Pfarre St Stephan zu Wien mit Juliana Obrecht, geboren 1845 in Karlsdorf zu Pfaffendorf im Bezirk Hollabrunn findet sich im Trauungsregister des Dom-Archives jedoch als eigentlicher Geburtsort laut Taufschein des Amtes in Eschenbach(Bayern), das seit 1939 nicht mehr bestehende Hebersreuth in Bayern. Als Ort der Taufe wird die Pfarre Hopfenohe in Bayern genannt.

Andreas Schöners Geburtsort Hebersreuth[2] nahe Bayreuth und Grafenwöhr in Bayern wurde bei einer Volkszählung um 1920 als ein Dorf mit rund 80 Einwohner genannt. Ab 1939 wurde der Geburtsort von Andreas Schöner durch Erlass des Oberkommando der Wehrmacht im Zuge einer Erweiterung des bereits bestehenden Truppenübungsplatz Grafenwöhr umgewidmet. Andreas Schöner übersiedelte viele Jahre davor nach Wien, wo er bis 1910 lebte. Am 6. Jänner 1888 wurde ihm das Bürgerrecht der Stadt Wien verliehen.[3]

Andreas Schöner in Wien

Andreas Schöner `s Spuren finden sich laut Lehmann Bücher erstmals 1873 in Wien Mariahilf, wo er als Gastwirt tätig wurde. Im Taufregister seines Sohnes Andreas Carl Schöner des Jahres 1874 wird als erster Wohnsitz in Wien Innere Stadt, die Schulerstraße 9 angegeben. Am 4 Jänner 1875 eröffnet er an dieser Adresse eine " Weinstube ". In einem damaligen Inserat macht er Werbung für Original Österreichische Weine, zu die er kalte und warme Speisen serviert.[4]

Nach dem Andreas Schöner ab 1874 einige Jahre das Haus Breitegasse 11 bewohnte wird er im Jahr 1890 laut Eintrag im Wiener Kataster zum Hausbesitzer des Barocken Vorstadthauses Siebensterngasse 19, das damals ab 1800 das " Bürgerhaus zur goldenen Krone " genannt wurde. Die Fassade des barocken Vorstadthauses ist heute noch erhalten, sowie auch dessen historischer Kern. An der Fassade über den Portal befindet sich über dem Fenster in der Mitte das Relief einer Krone. Am 15. Juni 1898 fand die Wein-Ausstellung des Andreas Schöner als Weingartenbesitzer und Hersteller von Eigenbauweine nahe Haugsdorf Beachtung und Lob bei Kaiser Fran Josef. Andreas Schöner wurde Jahre zuvor auf der XIX. Internationalen Ausstellung in London mit dem großen Ehrenpreise ausgezeichnet.[5]

Gastwirtschaft zur Goldenen Krone in Wien Neubau

Im Jahr 1873 übernimmt Andreas Schöner die dort bereits bestehende Gastwirtschaft im Parterre, über die nur eine Geschichte bekannt wurde. Das Gasthaus zur Goldenen Krone wurde das Stammlokal des damaligen Wiener Bürgermeister Karl Lueger. 1903 übergaben Vater Andreas und Mutter Juliana Ihrem Sohn, Andreas Carl und dessen Ehefrau Lina nach deren Hochzeit im Mai 1903 den Gastwirtschaftsbetrieb in Wien Neubau. Als Andreas Carl ab 1914 in den Kriegsdienst einberufen wurde, erlangte Lina Schöner die Führung der Gastwirtschaft für sich alleine.

Gründer der Schöner-Betriebe in Wien

Der aus Bayern stammende Andreas Schöner gilt als der eigentliche Mitbegründer und Namensgeber der „Schöner-Betriebe“ in Wien, deren Blütezeit ab 1918, mit der Übernahme des Grand Café Casa Piccola durch seinen Sohn Andreas Carl und dessen Frau Caroline Leopoldine viel positiven Anklang in Wiener Tageszeitungen fand. Zu den Schönen-Betrieben zählten bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die Cafés Fenstergucker, Casa Piccola, Heinrichhof, Carlton. Pachtbetriebe ware Restaurationsbetriebe im Wiener Stadion, im Stadionbad und im Messepalast die legendäre Meierei Krieau. Der Betrieb in der Siebensterngassedes Andreas Schöner erlangte den Ruf als " Vorstadtsacher " erlangte er vor 1900, als das Lokal zum Treffpunkt der Politik wurde.

Andreas Schöner in der Wiener Politik

Andreas Schöner lebte nach dem er 1903 seine Gastwirtschaft an den Sohn übertrug als Privatier in Wien, im Haus Siebensterngasse 19, das auch zahlreiche Wohnungen anbot. Er widmete sich ab 1897 Aktiv dem Politischen Geschehen in Wien und wurde unter Bürgermeister Karl Lueger als Bezirksrat im Bezirk Neubau der k.u.k. Haupt- und Residenzstadt Wien für die Christlich Sozialen tätig.

Am 18. Mai 1897 erhielt Andreas Schöner bei einer Wahl der Bezirksvertretung Neubau 158 von 311 Stimmen, damit mehr Stimmen als der Favorit Josef Köckeis (138 Stimmen) von die Liberalen. Seine Rolle als Bezirksrat war gekennzeichnet durch zahlreiche kommunale Großprojekte, wie etwa die II. Wiener Hochquellenwasserleitung.

Andreas Schöner prägte seine Zeit im Bezirk Neubau nicht nur als Vertreter seines Gewerbes als Gastwirt bei Sitzungen des Gewerbebundes, sondern dazu durch Sitzungen im Ausschuss der Hausbesitzer und als Bezirksrat dazu durch zahlreiche Anträge an die Bezirksvorstehung, da das Aufkommen der Straßenbahn vor allem in der Siebensterngasse ab 1903 immer häufiger zu Verkehrsunfälle führte. Am 6. September 1909 wurde Andreas Schöner vom Stadtrat Wien das Diplom für seine mehr als zehnjährige Ausübung des Bezirlsratsmandates verliehen.[6]

Zu Andreas Schöners Bekanntheit sei erwähnt, das sich in damalige Tageszeitungen Berichte finden, das Andreas Schöner bereits 1898 dem Kaiser Franz Josef, anlässlich einiger Ausstellungen am Gelände der Rotunde vorgestellt wurde, und vom Kaiser Lob und Anerkennung für Regionale Produkte Bäuerlicher Betriebe, zusammen mit dem Fleischselcher des Michael Schreglmann erhielt. Bereits im Jahr 1898 wurde Andreas Schöner, durch seinen Weinbaubetrieb nahe Haugsdorf bekannt. Andreas Schöner´s " Ragelhofer Wein " wurde schon vor 1898 auf der XIX Internationalen Ausstellung in London mit dem "Großen Ehrenpreis" ausgezeichnet.

Es kann zudem an dieser Stelle erwähnt werden, das in seine Funktionsperiode zwei Besuche von Bedeutung fallen, auch wenn etwa im Buckingham Palast kein Protokoll zu finden ist. Im Jahr 1903, Anfang September kam Edward VII, der Britische König nach Wien, und zu Besuch in das neu umgebaute und neueröffnete Restaurant der Familie Schöner, was durch Prof Milan Dubrovic im Wiener Tagebuch 1944/1945, des Sohnes Josef Schöner belegt wird. Ein weiterer Hinweis findet sich in einer Tageszeitung des Jahres 1904, als Edward der VII auf Kur in den Ort Marienbad kam. Genau in diesem Jahr berichtet eine Tageszeitung darüber, das in die Wohnung der Frau Lina Schöner in Marienbad eingebrochen und Bargeld gestohlen wurde. Die Chronik der Familie Schöner erwähnt weiteres den Besuch im August 1907, des König von Spanien, Alfons der XIII. Als ein Gast in die Zeit des Andreas Schöner fällt der spätere Gründer der Sascha-Film Industrie, Sascha Kolowrat-Krakowsky, die ab 1913 im Haus Siebensterngasse 31 ansässig wurde, damit das Entstehen des Filmviertels Neubau förderte, und dem Stammsitz der Familie Schöner den Namen " Restaurant Schöner im Filmhaus " gab.

Einzelnachweise

  1. Wiener Kommunal-Kalender und städtisches Jahrbuch Gerlach & Wiedling 1909.
  2. https://geoportal.bayern.de/bayernatlas/?zoom=13&lang=de&topic=ba&catalogNodes=11,122&bgLayer=historisch&E=4481681.45&N=5504583.37
  3. Bürgerrecht. In: Neue Freie Presse, 6. Jänner 1888, S. 5 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  4. Annonce: Weinstube Eröffnung. In: Neuigkeits-Welt-Blatt, 3. Jänner 1875, S. 15 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nwb
  5. Hans Jörgel´s Bericht von der Jubiläumsaustellung Juni 1898. In: Hans Jörgel von Gumpoldskirchen, 15. Juni 1898, S. 10 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/joe
  6. Gemeinde-Angelegenheiten. In: Die Neue Zeitung, 6. September 1909, S. 5 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nzg