Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus

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Bezirksamt XV.JPG
Museum 15 / Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus
Ort Wien
Art Bezirksgeschichte
Eröffnung 1972
Leitung Brigitte Neichl
Website http://www.bezirksmuseum.at/ (XV. anklicken)

Das Museum 15 / Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus ist ein Museum und Archiv, in dem es um die Geschichte des 15. Wiener Gemeindebezirks beziehungsweise jener Vororte (Fünfhaus, Sechshaus, Rudolfsheim) geht, aus denen dieser nach der Eingemeindung Ende des 19. Jahrhunderts gebildet wurde.

Das Museum wurde am 14. Juni 1972 vom Museumsverein Rudolfsheim-Fünfhaus gegründet[1]. Es ist bis heute in einem Teil des Amtshauses des 15. Wiener Gemeindebezirks untergebracht. Betrieben wird das Museum von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (inklusive Museumsleitung).

Geschichte des Museums

Die Anfänge der Bezirksmuseen fallen in die 1920er-Jahre, als die Heimatpflege als Folge des Ersten Weltkrieges an Bedeutung gewann. In diesen Jahren entstanden viele Heimatbücher, die heute eine unersetzliche Forschungsquelle darstellen. Im Jahr 1923 wurde als erstes "Heimatmuseum" der Stadt Wien das Bezirksmuseum Meidling gegründet. Die Gründung der meisten Wiener Bezirksmuseen erfolgte jedoch erst zwischen 1950 und 1966. Träger und Voraussetzung für die Wiener Bezirksmuseen ist seit dem Jahr 1936 ein privater (Museums-)Verein. Um gegenüber der Hauptförderin, der Gemeinde Wien geschlossen auftreten zu können, wurde 1964 die Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen gegründet.[2]

Als in den 1960er-Jahren die Erforschung der Heimat- und Lokalgeschichte an Bedeutung gewann, gründete Leo Mistinger, der damalige Bezirksvorsteher des 15. Wiener Gemeindebezirks, am 20. Mai 1964 den Verein Rudolfsheim-Fünfhauser Heimatstube, der mit der Sammlung und Erhaltung von geeigneten Exponaten zur Bezirksgeschichte beauftragt wurde. Als Folge der Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Bezirksmuseen wurde der Verein bereits am 14. Oktober 1964 in Bezirksmuseumverein Rudolfsheim-Fünfhaus umbenannt[2]. 1971 konnten im Parterre des Amtshauses in der Rosinagasse 4 einige Räume für eine Ausstellung angemietet werden. Das Museum wurde am 14. Juni 1972 mit der Ausstellung Die Westbahn durch Max Eder, dem Vorsitzenden des Museumsvereins, der Leo Mistinger 1968 als Bezirksvorsteher nachgefolgt war, eröffnet. Die Museumsleitung übernahm die Sonderschullehrerin Brigitte Kaufmann.[3]. Den Ehrenschutz übernahm Getrude Fröhlich Sandner, die damalige Vizebürgermeisterin der Stadt Wien.[2]

Im Jahr 1987 gab Brigitte Kaufmann die Museumsleitung an die Hauptschullehrerin Erika Ehmer ab, die das Museum bis 1991 führte. Zusammen mit einigen einsatzwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befasste sich diese stärker mit theoretischen Themen zur Museumsarbeit als ihre Vorgängerin. Unter ihr kam es am 20. Mai 1988 zur Wiedereröffnung des Museums mit den Schwerpunkten Schmelz, Heimhof, Zeitraum 1938-1945 und Zuwanderung. Die Präsentation der Ausstellungsobjekte wurde modernisiert. Es wurden nun im Vergleich zu vorher nur mehre wenige, dafür aber aussagekräftigen Ausstellungsprojekten gezeigt und als Ergänzung dazu wurden vergrößterte Fotos an den Wänden installiert.[2]

Von 1991 bis 1996 wechselten provisorische Museumsleiterinnen und Museumsleiter einander ab, die nur für kurze Zeit tätig waren. Zwischen 1993 bis 1994 wurde außerdem eine Generalsanierung durchgeführt, während der das Museum geschlossen blieb. Am 20. September 1994 dann erfolgte die Wiedereröffnung dieses "neuen Bezirksmuseums". Am 17. August 1996 übernahm die Archäologin Monika Griebl die Leitung des Museums Der erste Höhepunkt war die Beteiligung an der Milleniumsausstellung "1000 Jahre Österreich: Heimat bist du großer Töchter. Frauenpersönlichkeiten aus dem 15. Bezirk", die am 18. November 1996 eröffnet wurde.[2] Am 19. Mai 1998 erfolgte die Eröffnung der Dauerausstellung zur Bezirksgeschichte.[4] Seit 2011 leitet Brigitte Neichl, die hauptberuflich bei den Wiener Volkshochschulen arbeitet, das Bezirksmuseum.[5]

Die Sammlungen

Zu den Sammlungen des Museums zählen zahlreiche Exponate und Bücher mit Bezug zur Bezirksgeschichte, Bilder, eine große Fotosammlung (vor allem aus dem 20. Jahrhundert) und eine ganze Reihe von Urkunden und Dokumenten (z. B. Geburts- und Taufscheine, Heimatscheine, Armutszeugnisse etc.), aus denen viel über die Vergangenheit erfasst werden kann.

Die Aufgaben des Museums

Zu den wichtigsten Aufgaben der Wiener Bezirksmuseen zählt die Vermittlung der Bezirksgeschichte.[6] Weitere wiichtige Schwerpunkte der Museumsarbeit sind das Sammeln von Lebenserinnerungen (Interviews, Gesprächrunden), die Auswertung des Archivs, wobei immer wieder mit wissenschaftlichen Einrichtungen zusammengearbeitet wurde, und ein Anfrage-Service zur Bezirksgeschichte.[7]

Ausstellungen

Neben der 1998 eröffneten Dauerausstellung zur Bezirksgeschichte, die im Jahr 2000 erweitert und seit damals immer wieder ergänzt und aktualisiert wird, gibt es seit vielen Jahren jedes Jahr mindestens eine Sonderausstellung statt und Fotoausstellungen[5] Besonders erfolgreich waren die Sonderausstellungen zu den Gedenkjahren 1945 und 1955 mit Zeitzeugenberichten (gezeigt von 7. März 2005 bis 30. Juni 2006).[7] und die Gedenkausstellung für Georg Danzer aus Anlass seines 1. Todestags: "Schüler Georg Danzer".

Veranstaltungen für Kinder

Der Museum bietet immer wieder Führungen für Schulklassen an. Durch Brigitte Neichl erfolgte der Ausbau eines eigenen Veranstaltungsprogramms für Kinder und Familien. Dank eines EU-Projektes (im Rahmen von Urban 2000) konnte eine Kinderbibliothek eingerichtet werden. Im Jahr 2000 wurde der "KinderKulturTreffpunkt 15" eröffnet, ein sozio-kulturelles Integrationsprojekt für sechs- bis zwölfjährige Kinder. Im Rahmen dieses Projektes wurden für diese Kinder eigene kulturelle Aktivitäten, wie Lesungen, (bezirks)historische Workshops, Musikdarbietungen etc. angeboten. Bereits 2001 wurde der "KinderKulturTreffpunkt 15 mit dem "Museumspreis für Kommunikation mit Museen" ausgezeichnet..[7] 2013 wurde mit der "KinderFestwoche" ein Nachfolgeprojekt eröffnet.[5]

Auf Anfrage sind auch Führungen möglich. 2013 wurde mit der Veranstaltung der "Kultur-Spaziergänge" eine frühere Aktivität der Wiener Bezirksmuseen für dieses Museum wieder ins Leben gerufen. Der Schwerpunkt bei diesem Projekt liegt auf der Spurensuche. Die Bezirksgeschichte wird anhand von erhaltenen Bauwerken, Hinweistafeln, Denkmälern und anderem erlebbar gemacht.[8]

Weitere Veranstaltungen und Aktivitäten

2007 wurde die Veranstaltungsreihe "Kultur & Café: Am 15. in den 15." eröffnet (seit 2014 in "Kultur & Café am Freitag" umbenannt), in deren Rahmen Vorträge, Buchpräsentationen, Lesungen etc. stattfinden.[5] Hinzu kommen noch unterschiedliche Workshops. Seit 2015 nimmt das Bezirksmuseum auch an der Langen Nacht der Museen teil. Das Bezirksmuseum veröffentlicht außerdem immer wieder auch Publikationen zum Bezirk und zur Bezirksgeschichte. Seit 2011 erscheint die Edition Bezirksmuseum 15.

Quellen und Literatur

  • Monika Griebl: Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus in den Wiener Geschichtsblättern, 2006, Beiheft 4
  • Christine Klusacek-Kurt Stimmer: Rudolfsheim-Fünfhaus. Zwischen Wienfluß und Schmelz, Wien: Verlag Kurt Mohl 1978, S. 113-115, ISBN 3-900272-08-5
  • Waltraud Zuleger: Kultur-Spaziergänge in Rudolfsheim-Fünfhaus, Teil 1: Im Umfeld der Reindorfgasse (= Edition Bezirksmuseum 15. Hrsg. von Brigitte Neichl, Nr. 7). Wien 2016, ISBN 978-3-9503795-0-1, S. 5 und 33

Weblinks

Einzelnachweise

  1. vgl. Christine Klusacek - Kurt Stimmer: Rudolfsheim-Fünfhaus. 1978, S. 113
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 vgl. Monika Griebl: Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus. 2006, S. 5
  3. vgl. Christine Klusacek-Kurt Stimmer: Rudolfsheim-Fünfhaus, 1978, S. 113f.
  4. vgl. Christine Klusacek-Kurt Stimmer: Rudolfsheim-Fünfhaus, 1978, S. 114
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 vgl. Waltraud Zuleger: Kultur-Spaziergänge in Rudolfsheim-Fünfhaus, 2016, S. 5
  6. vgl. Waltraud Zuleger: Kultur-Spaziergänge in Rudolfsheim-Fünfhaus, 2016, S. 33
  7. 7,0 7,1 7,2 vgl. Monika Griebl: Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus. 2006, S. 7
  8. vgl. Waltraud Zuleger: Kultur-Spaziergänge in Rudolfsheim-Fünfhaus, 2016, S. 5 und 33