Eberhard von Waldburg

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Truchsess Eberhard I. von Waldburg (* im 14. oder 15. Jahrhundert; † 1479) entstammte einer Adelsfamilie aus der Reichslandschaft Schwaben. Mitte des 15. Jahrhunderts herrschte er als Graf von Sonnenberg sowie Vogt von Feldkirch und Bludenz über weitere Teile des späteren Bundeslandes Vorarlberg.[1]

Herkunft und Familie

Im frühen 13. Jahrhundert erhielten die Herren von Tanne die östlich von Ravensburg gelegenen Waldburg als Lehen, nach der sie sich in der Folge benannten. Etwas später wurde ihnen außerdem das Amt des Reichstruchsesses übertragen. Nach dem Ende der "Staufer-Herrschaft" etablierte sich die Familie als reichsfreies Adelsgeschlecht und erweiterte ihren Machtbereich durch die Übernahme der Herrschaften Trauchberg, Zeil, Waldsee, Bussen, Friedberg und Scheer.[2] Hinzu kamen noch zahlreiche Pfandschaften, die über Jahre gehalten werden konnten.

Truchsess Eberhard I. von Waldburg war einer der drei Söhne von Truchsess Johannes II. von Waldburg ("Hans mit den vier Frauen") (ca. 1344-1424), vermutlich aus dessen vierter Ehe mit Ursula von Abensberg († 30. Januar 1422). Er war ein Bruder (oder Halbbruder) von Jakob I. von Waldburg und Ursula von Starkenberg. Über eine weitere Schwester (oder Halbschwester) Verena von Waldburg war er der Schwager von Hans von Rechberg.

Eberhard von Waldburg begründete die "Eberhardische oder Sonnenbergische Linie" der Truchsesse von Waldburg. Dieser Familienzweig starb im Jahr 1511 aus. Verheiratet war Eberhard seit ca, 1433 mit Gräfin Kunigunde von Montfort-Tettnang, einer Tochter von Graf Wilhelm V. von Montfort zu Tettnang und Enkelin des Grafen Albrecht III. von Werdenberg-Heiligenberg-Bludenz[2]. Statt der Mitgift erbte sie Ansprüche auf die Grafschaften Friedberg und Scheer, die er in seinen Besitz bringen konnte.

Aus der Ehe mit Kunigunde hatte Eberhard mindestens vier Söhne und eine Tochter:

Leben

Über seine Ehefrau Kunigunde kam Truchsess Eberhard in den Besitz der Herrschaften Friedberg und Schneer. Von 1448-1456 und 1461-1463 war er Vogt von Feldkirch und 1449-1471 außerdem Vogt von Bludenz. 1455 kaufte er von Graf Georg von Werdenberg-Sargans und dessen Vater die Herrschaft Sonnenberg. Diese wurde am 11. August 1463 von Kaiser Friedrich III. zur Reichsgrafschaft erhoben, gleichzeitig wurden Eberhards I. und seine Nachkommen regierende Reichsgrafen. Um 1471 ließ er sich von Graf Georg von Werdenberg-Sargans und dessen Bruder Wilhelm ihre Herrschaft Sargans verpfänden. Außerdem trat er ins Landrecht von Schwyz und Glarus ein. In der Folge übergab er die Reichsgrafschaft Sonnenberg seinem Sohn Andreas. Als dieser einen Mann aus Bludenz, der ein Untertan der Herzöge von Österreich war, schwer verletzte, verwendete Herzog Siegmund von Österreich ("Siegmund der Münzreiche") dies als Vorwand und ließ im März 1473 die Burg Sonnenberg erobern und niederbrennen. 1474 kaufte er, nachdem sich die Eidgenossen eingeschaltet hatten, Eberhard und seinem Sohn Andreas ihre Grafschaft ab. Damit fand auch die Herrschaft der Truchsesse im heutigen Vorarlberg ihr Ende.[3]

Literatur

  • Alois Niederstätter: Vorarlberg im Mittelalter (= ders.: Geschichte Vorarlbergs, Bd. 1). Universitätsverlag Wagner, Innsbruck, 2014

Einzelnachweise

  1. vgl. Alois Niederstätter: Österreichische Geschichte. 2001, S. 165f.
  2. 2,0 2,1 vgl. Alois Niederstätter: Österreichische Geschichte. 2001, S. 165
  3. vgl. Alois Niederstätter: Österreichische Geschichte. 2001, S. 166