Ebner Strom

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ebner Strom ist ein privates Energieversorgungsunternehmen im Unteren Mühlviertel mit Sitz in Königswiesen und beschäftigt für die Erhaltung des Leitungsnetzes und den Betrieb von sechs kleinen Wasserkraftwerken neben der Geschäftsleitung 24 Mitarbeiter.

Das Unternehmen ist bezogen auf die Versorgungsfläche das größte private und nach der Linz AG der zweitgrößte Energieversorger des Unteren Mühlviertels.[1]

Elektrizitätswerke

Die Elektrizitätswerke des Unternehmens befinden sich an den nachfolgend angeführten Standorten und nutzen die Wasserkraft des jeweils in Klammer angeführten Fließgewässers:

  • Kraftwerk Gießenbach 1 (Ausleitungskraftwerk in der Stillensteinklamm in Grein am Gießenbach) Erioll world.svg
  • Kraftwerk Hafermüllerschmiede (Niederdruckflusskraftwerk in Bad Zell an der Waldaist, Inbetriebnahme 2005, durchschnittliche Jahresarbeit 375.000 kWh, mittlere Kraftwerksleistung rund 43 kW) Erioll world.svg
  • Kraftwerk Klammleiten (Ausleitungskraftwerk in Königswiesen am Klammleitenbach)
  • Kraftwerk Pieberbach (Ausleitungskraftwerk in Sankt Leonhard in der Ortschaft Waltrasedt am Pieberbach kurz vor der Einmündung in die Waldaist)
  • Kraftwerk Riedlhammer (Ausleitungskraftwerk in Gutau an der Waldaist, ursprünglich Huf- und Waffenschmiede der Ritter von Prandegg und Sensenschmiede vom 16. bis zum 19. Jahrhundert, Kraftwerk seit 1912) Erioll world.svg,
  • Kraftwerk Schwarzaubach (Ausleitungskraftwerk in Königswiesen am Schwarzaubach)

Zur Ausfallsicherheit hinaus verfügt das Unternehmen über mehrere Notstromdieselaggregate.

Bei den angeführten Kraftwerken handelt es sich um kleine Wasserkraftwerke, die kaum in die Gewässerbiologie und das Landschaftsbild eingreifen. Der mit diesen Anlagen erzeugte Strom deckt etwa zwei Drittel des Strombedarfs im Versorgungsgebiet. Die Kraftwerke befinden sich im Flusssystem der Aist und der Naarn.

Geschichte

Der Ursprung des Unternehmens geht auf eine Beleuchtungsanlage zurück, die der Hammerschmied Ephraim Freynschlag um das Jahr 1900 für sein Wohnhaus, das Hammerwerk und den Ort Königswiesen errichtete. Während des Ersten Weltkrieges führten das Unternehmen Oskar Floymayr und der Schuldirektor Ignaz Miesenböck, bevor Floyrmayr das Unternehmen ab 1920 bis 1952 allein weiter führte. Es erfolgte in diesen Jahren eine Erweiterung der Stromversorgung über Unterweißenbach bis nach Liebenau.

Im Jahr 1952 übernahm Heinrich Ebner von den Erben Floymayrs das Unternehmen. Unter Herbert Ebner, dem 1970 sein Vater die Agenden der Firmenleitung übertrug, wurde der nördliche Teil des Versorgungsgebietes der Elektrogenossenschaft „Pabneukirchen – Bad Kreuzen“ mit Teilen der Gemeinden Pabneukirchen und St. Georgen am Walde gekauft. Bereits 1961 wurde auch das Versorgungsgebiet „Merkens“ mit Teilen von Bad Zell, Gutau-Land und St. Leonhard dazu.

2001 übernahm die Tochter Verena Hojas-Ebner mit Martin Hojas gemeinsam die Geschäftsführung der nunmehrigen Ebner Strom GmbH. Sie verlegten den bisherigen Firmensitz von Perg nach Königswiesen.

Technisch wurden in den 1980er Jahren das Mittelspannungsnetz von 10 kV auf 30 kV umgebaut. Bis zum Jahr 1996 wurden an den Standorten Klammleiten, Pieberbach, Riedlhammer, Gießenbach/Gassen und Königswiesen/Schwarzaubach Wasserkraftwerke errichtet, erweitert, generalsaniert und revitalisiert. 1989 wurde in Königswiesen eine Leitzentrale errichtet.

Im Laufe der Jahre wurden fünf Netzübergabestationen an die benachbarte Linz Strom errichtet.

Große Schäden verursachten die beiden Naturkatstrophen, das Hochwasser 2002 und der Orkan Kyrill 2007.

Versorgungsgebiet und Versorgungsnetz

Das Versorgungsgebiet des Unternehmens, in dem mehr als 18.000 Personen wohnen, umfasst eine Fläche von 467 km2 in nachstehenden Gemeinden (alphabetische Aufzählung):[2]

Die Gemeinden gehören mit Ausnahme von Gutau und Pabneukirchen zur Leaderregion Mühlviertler Alm.

Das Unternehmen verfügt über 242 km Mittelspannungsnetz, wovon 29 km als Erdkabel verlegt sind, 193 Transformatorenstationen, 751 km Niederspannungsleitungen, davon 326 km Erdkabel.

Die Netzleitzentrale ist gleichzeitig der Firmensitz und befindet sich in Königswiesen. Im Versorgungsgebiet befinden sich neben privaten Haushalten und Unternehmen auch zahlreiche land- und forstwirtschaftliche Betriebe und öffentliche Einrichtungen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Mitgliederliste von Oesterreichs Energie - Interessenvertretung der österreichischen E-Wirtschaft Schätzung anhand der in der Region tätigen Unternehmen
  2. Ebner Strom Versorgungsgebiet