Franz Pachleitner

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Franz Pachleitner (* 1890 in Linz; † 1980) war Fotograf und als dieser einer der ersten Kriegsfotografen im Ersten Weltkrieg.

Leben und Wirken

Franz Pachleitner erhielt eine Ausbildung als Textilzeichner und verbrachte seine Praxiszeit in Frankreich. Er kam er als Kartengraveur zum Militär. So besuchte er in Wien die fotografische Versuchsanstalt. Als geheime Aufgabe musste er Landkarten für Bosnien und Galizien erstellen. Noch vor dem Kriegsausbruch verließ er das Militär wieder und arbeitete bei Böhler im Stammwerk in Kapfenberg.

Bei Ausbruch der Ersten Weltkrieges musste er als Reservist sofort wieder einrücken. Als die k.u.k. Luftfahrtruppen eine Foto-Fliegerabteilung aufstellte, meldete er sich sofort freiwillig und er wurde nach Thalerhof bei Graz der 10. Fliegerkompanie zugeteilt. Nicht nur die Flugzeuge waren bei Kriegsausbruch nicht Fronttauglich, auch die Fotausrüstung war nur sehr rudimentär von Nichtfachleuten zusammengestellt.

Trotz alle Widrigkeiten wurde er bereits im August 1914 mit zwei Fliegerkameras mit Fix-Fokus 25 und 30 cm Brennweite an der russischen Grenze eingesetzt. Eine weitere Schwierigkeit war, dass die Empfindlichkeit der Platten und des Silberkorns noch nicht einheitlich bestimmt werden konnte. Zwei Jahre befand er sich mit dieser Ausrüstung an der russischecn Front.

Neun Monate war er danach als Lehrer für Flug-Fotografie in Wiener Neustadt eingesetzt. Nach einem Flugunfall, wo er in der Folge drei Wochen bewusstlos war, meldete er sich an die front am Isonzo. Bei seinen Heimaturlauben brachte er heimlich Fotoplatten nach Kapfenberg, bevor er selbst am Isonzo flüchten musste.

Nach dem Krieg begründete er in Kapfenberg ein Fotogeschäft, dass zuerst von seiner Tochter und in weiterer Folge von den Enkeln weitergeführt wurde.

Seine Fotos hat Pachleitner nie veröffentlicht. Erst seine Enkelin Carina Klemmer veröffentlichte in ihrem Verlag[1] das Buch mit dem Titel Zum Himmel wir marschieren zahlreiche Fotos und einem Tagebuch im Jahr 2016.[2] Nach der Vorlage wurde auch ein gleichnamiger Film gedreht.

Aber auch die Nationalbibliothek erwarb einen Teil des Nachlasses Pachleitners.[3]

Einzelnachweise

  1. Eintrag zu Der Carina-Verlag - ein Selbstporträt in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online abgerufen am 10. März 2017
  2. TV-Tipp: Zum Himmel wir marschieren.abgerufen am 10. März 2017
  3. An Meine Völker / 1. Weltkrieg 1914-1918 vom 13. März 2014 abgerufen am 10. März 2017

Weblinks