Freiwillige Feuerwehr Strem

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Freiwillige Feuerwehr Strem
Gemeinde Strem
Feuerwehrhaus Strem.jpg
Landesfeuerwehrverband Burgenland
Bezirksfeuerwehrkommando: Güssing
Abschnitt: Strem
Gründungsdatum: 1924
Kommandant: OBI Gottfried Bauer
Mitglieder:
(Jugend/Aktiv/Reserve)
5 / 49 / 8 (05. März 2017)
Fahrzeuge: siehe Fuhrpark
Adresse: 7522 Strem, Angergasse 1
Koordinaten: 47° 3′ N, 16° 25′ O
Website: www.ff-strem.at

Die Freiwillige Feuerwehr Strem ist eine der drei Feuerwehren der Marktgemeinde Strem. Sie gehört dem Burgenländischen Landesfeuerwehrverband an, das zuständige Bezirksfeuerwehrkommando ist das BFKDO Güssing. Die FF Strem bildet die Stützpunktfeuerwehr des Unterabschnittes VI.

Geschichte

Geschichte der FF Strem

Im Herbst 1924 wurde unter Gründungskommandant Edmund Lindau die Freiwillige Feuerwehr Strem gegründet.

Am 24. Mai 1925 fand das Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Strem statt. Eine große Anzahl an Feuerwehren aus der Nachbarschaft und auch viele Festgäste waren in Strem eingetroffen. Nach dem Auftakt der Musikkapelle der FF-Strem wurden die neuen Feuerwehrmitglieder angelobt.[1]

1927 erfolgte der Bau des ersten Gerätehauses der Feuerwehr Strem durch den Baumeister Böchheimer aus Stegersbach. Im folgendem Jahr 1928 wurde die erste große Feuerwehrfahne von Strem gekauft.

Das in die Jahre gekommene Feuerwehrhaus musste Ende der 1980er-Jahre einem Neubau weichen, dessen Einweihung 1990 erfolgte. Dieses Feuerwehrhaus steht bis jetzt in der Ortsmitte von Strem.

Historische Einsätze

Bezeichnung Jahr Bemerkung
Hochwasser 1996
Verkehrsunfall auf der B 56 1999 Am Morgen des 4. Juli konnten bei einem Verkehrsunfall vier Menschenleben gerettet werden.
Verkehrsunfall am Stremer Berg 1999 Ein mit Heizöl beladener Tankwagen wurde am Stremer Berg aus dem Graben geborgen.
Hochwasser 2002
Scheunenbrand 2003 Im April fiel eine Scheune mitsamt ihren landwirtschaftlichen Geräten darin einem schwerem Brand zum Opfer.
Kellerbrand 2008 Im Februar konnte die FF-Strem einen großen Schaden durch schnelles Eingreifen verhindern.

Hochwasserkatastrophe 2009

Im Sommer 2009 kam es in Folge der Hochwasserkatastrophe im Bezirk Güssing 2009 zu großflächigen Überschwemmungen des Ortsgebietes und zu einem Großeinsatz von nicht weniger als 17 Wehren in der Ortschaft.

Nachdem das Tiefdruckgebiet Quinton sintflutartige Regenschauer gebracht hatte, passierte eine erste Hochwasserspitze am 25. Juni gegen 3 Uhr das stremaufwärts liegende Güssing. In Strem stieg der Wasserpegel im Laufe dieses Tages immer weiter an. Viele Einwohner versuchten ihr Hab und Gut in Sicherheit zu bringen oder verließen einfach nur fluchtartig ihre Häuser. Gegen Mittag waren in Strem bereits 100 Feuerwehrleute im Einsatz, darunter viele von nachalarmierten Wehren anderer Dörfer.[2] Bewohner höher gelegener Ortsteile hatten schon am Tag zuvor mit den Wassermassen zu kämpfen gehabt, die von den umliegenden Feldern aufgrund des Starkregens in die Ortschaft geflossen und zum Teil über tiefliegende Garageneinfahrten in die Keller der Häuser eingedrungen waren.

Am Freitag, dem 26. Juni, wurden die Aufräumarbeiten in Strem fortgesetzt. Möbel und Elektrogeräte stapelten sich vor den Häusern, doch der Regen war noch nicht vorbei. Zu Mittag setzten wieder schwere Gewitter ein, die im Nachbarort Glasing zu einer Tagesniederschlagsmenge von 61 mm führten.[3] Als Folge dieser Gewitter kam es in der Nacht auf Samstag zu einer zweiten Hochwasserspitze, die noch höher war als jene vom Donnerstag.

Am Samstag stand daher das Wasser in manchen Teilen der Ortschaft bis zu 1,5 Meter hoch.[4] Eine Ärztin musste mit einem Schlauchboot zu ihren Patienten gebracht werden, um diese zu versorgen. Weitere Boote setzte man ein, um ältere Menschen zu evakuieren und sie ins höher gelegene Seniorenzentrum in Sicherheit zu bringen.[5] In diesem erfolgte auch die Verpflegung der Freiwilligen des Teams Österreich, die an diesem Samstag zahlreiche Sandsäcke füllten und so die Spezialisten von der Feuerwehr entlasteten.

In der Nacht auf Sonntag gelang es 150 Feuerwehrleuten, alle überfluteten Keller auszupumpen. So konnte der Stremer Bürgermeister am 28. Juni vermelden:" Strem ist trocken." Im Ort waren an diesem Tag 80 Angehörige des Bundesheeres sowie 30 Freiwillige des Teams Österreich mit Aufräumarbeiten beschäftigt.[6][7]

Am folgenden Tag gab es noch eine kritische Situation zu überstehen, als neuerlicher Regen die Strem wieder ansteigen ließen. Aber dieses Mal hielten die Dämme und der Ort wurde kein weiteres Mal überflutet.[8] Da Bundesheer verblieb weiterhin in der Ortschaft und setzte die Aufräumarbeiten fort.[9]

Einige Jahre später erinnerte sich der Stremer Bürgermeister an diese schweren Stunden:

„Wir brauchten in sehr kurzer Zeit sehr viele freiwillige Helfer. Von den Feuerwehren rückten rund 250 Mann aus, aus den Kasernen kamen mehr als 200 Soldaten. Vor allem die wochenlangen Aufräumarbeiten hat das Bundesheer übernommen. Die meisten Feuerwehrleute mussten ja nach wenigen Tagen wieder zur Arbeit.“

– Bundesheer und Katastrophenschutz: Ein Blick zurück.[10]

Laut den Aufzeichnungen der FF Strem hatten 253 Feuerwehrmänner 6580 Arbeitsstunden geleistet. Diese Männer waren Angehörige von folgenden 17 Wehren: FF Bildein, FF Deutsch-Bieling, FF Deutsch-Ehrensdorf, FF Deutsch-Tschantschendorf, FF Eberau, FF Gaas, FF Hagensdorf, FF Heiligenbrunn, FF Kulm, FF Luising, FF Moschendorf, FF Reinersdorf, FF Schallendorf, FF Steinfurt, FF Sumetendorf, FF Tobaj und natürlich aus Strem selbst. Diese Kräfte waren mit einem Rüstlöschfahrzeug (RLF), vier Tanklöschfahrzeugen (TLF), 16 Kleinlöschfahrzeugen (KLF), zwei Löschfahrzeugen (LF) und einem Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) angerückt und setzten im Kampf gegen die Wassermassen insgesamt 48 Pumpen ein.[11]}}

Bisherige Kommanden

Kommandant Kommandant-Stv. von - bis
Albert Schatz 1946-1947
Josef Deutsch 1947-1973
Eduard Mulits Anton Deutsch 1973-1991
Franz Legath Karl Garger 1991-2008
Josef Temmel Gottfried Bauer 2008-2010
Gottfried Bauer Hans Peter Petz 2010-heute

Die Feuerwehr heute

Einsatzgebiet

Das Einsatzgebiet der Freiwilligen Feuerwehr Strem beinhaltet die Gemeinde Strem und auf Anfrage werden benachbarte Feuerwehren unterstützt.

Standort

Die Lage der FF-Strem ist im Ortskern von Strem, um alle Bereiche des Ortes schnellstmöglich zu erreichen.

Nachbarfeuerwehren

FF-Urbersdorf FF-Steinfurt
FF-Sumetendorf Nachbargemeinden FF-Moschendorf
FF-Heiligenbrunn

Warte- und Sachbearbeiter

Name Funktion
Kienzl Mario Verwalter
Kroboth Gerald Kassier
Kopfer Peter Gerätemeister
Winkelbauer Rainer Atemschutzwart
Schuch Herbert jr. Gerätewart
Karlovits Christian Funkwart
Gober Thomas Jugendbetreuer
Schweitzer Andreas Zugskommandant Zug 1
Garger Karl Gruppenkommandant Zug 1
Schweitzer Stefan Gruppenkommandant Zug 1
Trinkl Harald Zugskommandant Zug 2
Marx Alfred Gruppenkommandant Zug 2
Toth Michael Gruppenkommandant Zug 2

Fuhrpark

Bezeichnung Type Baujahr Besatzung Bemerkung
KLF Mercedes Benz 310 1984 1:8 Beinhaltet eine vollständige Löschgruppenausstattung.
RLF-A 2000 Steyr 13s23 4x4 1994 1:8 Mit einem 2.000 Liter Wassertank und vollständiger technischer Ausstattung.

Ausrüstung

Bezeichnung Fakten/Bemerkung
Pressluftatmer im RLFA 2000
Für den Atemschutztrupp
3 Stück
Hydraulischer Rettungssatz im RLFA 2000
Marke: Holmatro
Akkubetrieben (bis zu 30 Minuten)
Angeschafft: 2017
Wasserwerfer am Dach des RLFA 2000
versprüht 2.400 Liter Wasser pro Minute
Tragkraftspritze im KLF
BWM FOX 3
Notstromaggregat im RLFA 2000
RS14 Silent
Rüstanhänger beinhaltet Schmutzwasserpumpe und Schläuche
Einsatzgebiete: Schlamm, Hochwasser

Alarmierung

Die Alarmierung erfolgt durch die Landessicherheitszentrale Eisenstadt. Die Mannschaft wird durch die Sirene auf dem Dach des Feuerwehrhauses der FF-Strem alarmiert. Zusätzlich dazu verwendet die Feuerwehr Strem das Blaulicht-SMS System.

Regelmäßige Veranstaltungen

Abwechselnd mit dem UFC Strem veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr entweder das Dorffest (Anfang August) in der Ortsmitte oder das Zeltfest (Ende Juni - Anfang Juli) am Stremer Berg mit anschließendem Frühschoppen.

Quellen und Literatur

  • Festschrift der "90 Jahre Freiwillige Feuerwehr Strem"
  • Einsatzkarte der LSZ Burgenland

Einzelnachweise

  1. Güssinger Zeitung, Güssinger Zeitung - Jahrgang 15. Folge 23. (7. Juni 1925), abgerufen am 3. Jänner 2018
  2. 226 Feuerwehren kämpfen gegen Hochwasser, Webseite bglv1.orf.at, abgerufen am 29. Juli 2009
  3. Aufräumarbeiten voll im Gange, Webseite bglv1.orf.at, abgerufen am 29. Juli 2009
  4. Weite Teile um Strem versinken im Wasser, Webseite www.youtube.com, abgerufen am 29. Juli 2009
  5. Hochwasser: Noch kein Ende in Sicht, Webseite bglv1.orf.at, abgerufen am 29. Juli 2009
  6. Hochwassergebiete: Lage wechselhaft, Webseite bglv1.orf.at, abgerufen am 29. Juli 2009
  7. Aufräumarbeiten in Strem - Bundesheer hilft beim Hochwassereinsatz, Webseite www.youtube.com, abgerufen am 29. Juli 2009
  8. Weiter angespannte Lage im Landessüden, Webseite bglv1.orf.at, abgerufen am 29. Juli 2009
  9. Hochwasser ist zurückgegangen, Webseite bglv1.orf.at, abgerufen am 29. Juli 2009
  10. Bundesheer und Katastrophenschutz - ein Blick zurück auf 2009, Webseite derstandard.at, abgerufen am 29. Juli 2009
  11. Kurzchronik - Freiwillige Feuerwehr Moschendorf, Webseite www.bfkdo-gs.at, abgerufen am 26. Jänner 2018

Weblinks


Htlpinkafeld.png Dieser Artikel wurde 2017/18 im Zuge des Schulprojektes der HTL Pinkafeld erstellt oder maßgeblich erweitert.
Kategorie:Strem

Kategorie:Feuerwehr im Bezirk Güssing