Friedrich IV. (Tirol)

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Herzog Friedrich IV. von Österreich (Friedl mit der leeren Tasche) (* um 1382 / vor 1386; † 24. Juni 1439, in Innsbruck, Tirol) herrschte seit 1402 als Mitregent von Herzog Leopold IV. von Österreich über den größten Teil der Vorderen Lande und seit 1406 über die Grafschaft Tirol. Unter seiner Herrschaft wurde die Stadt Innsbruck das Zentrum der Grafschaft Tirol und zusammen mit dieser eines der drei wichtigsten Herrschaftszentrem des "Habsburgerreiches" im ausgehenden Spätmittelalter und in der Neuzeit.

Friedrich IV. in Sage und Legende

Friedrich in Bludenz (Friedl mit der leeren Tasche)

Die Sage berichtet von einem Besuch des Herzogs in der Stadt Bludenz, der sich auf seiner Flucht aus Konstanz Ende März des Jahres 1416 zugetragen haben soll. Dabei kommt es zu einem Wortwechsel, als sich der für das "Obere Stadttor" zuständige Tor- und Nachtwächter zunächst weigert, ihn einzulassen. Nachdem der Herzog so erfährt, dass die Stadt loyal zu ihm steht, gibt er seine Identität preis, doch der Wächter weigert sich trotzdem das Tor zu öffnen, denn: "Ja, das könnte mir ein jeder sagen; ich kenne den Herrn nicht."[1] Er ist aber bereit, einen Einwohner der Stadt zu holen, den der Herzog persönlich kennt, und nachdem dieser die Identität des Herzogs bestätigt, ist dem Wächter die Sache sehr unangenehm. Der Herzog aber lobt ihn für sein Pflichtbewusstsein und seine Vorsicht, wobei er sagt, dass er ihn belohnen wird, wenn er dermalen nicht leere Taschen hätte. [2] Im Unterschied zu den meisten Sagen um Herzog Friedrich IV. hat diese einen wahren Kern. Der Herzog dürfte bei seiner Flucht aus Konstanz bzw. Rückreise von dort im Jahr 1416 tatsächlich von Bludenz aus die Weiterreise nach Tirol angetreten haben. [A 1]

Herzog Friedrich in Landeck

In dieser Sage kommt Landesfürst Friedel in der Verkleidung eines Lautenspielers auf den zwischen Tobadill und Perfuchsberg gelegenen Zappenhof, wo er freundliche Aufnahme findet und sich schließlich mit einer Erzählung, die auf sein eigenes Schicksal bezogen ist, dem Bauern und seiner Familie zu erkennen gibt. Bei seinem öffentlichen Auftritt am Folgetag auf dem Marktplatz von Landeck sind die Anwesenden voller Freude über seine Rückkehr.[3]

Primärtexte

Literatur

  • Gottfried Kompatscher: Volk und Herrscher in der historischen Sage. Zur Mythisierung Friedrichs IV. von Österreich vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. (=Beiträge zur europäischen Ethnologie und Folklore. Reihe A, Texte und Untersuchungen 4). Lang, Frankfurt am Main u.a. 1995. (Beschäftigt sich mit der Darstellung des Herzogs in Chroniken sowie in der Belletristik und in wissenschaftlichen Arbeiten des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.)

Einzelnachweise

  1. vgl. Leander Petzoldt (Hrsg.): Sagen aus Österreich, 2007: Friedl mit der leeren Tasche, S. 232
  2. vgl. Leander Petzoldt (Hrsg.): Sagen aus Österreich, 2007: Friedl mit der leeren Tasche, S. 232f.
  3. vgl. Leander Petzoldt (Hrsg.): Sagen aus Österreich, 2007: Friedl mit der leeren Tasche, S. 233f.

Anmerkungen

  1. Anders als in der Sage, wo Friedrich der Landesfürst ist, war die Stadt Bludenz damals noch nicht unter der Herrschaft der Herzöge von Österreich. Ihr Herrscher war noch Graf Albrecht III. von Werdenberg-Heiligenberg-Bludenz, der allerdings auch während des Konzils von Konstanz loyal zu Herzog Friedrich hielt.