Jakob von Waldburg

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Truchsess Jakob I. von Waldburg, auch Jakob I. von Trauchburg, genannt "der goldene Ritter" (* im 14. oder 15. Jahrhundert; † um 1460) entstammte einer Adelsfamilie aus der Reichslandschaft Schwaben und war Ende der 1440er-Jahre Reichslandvogt in Schwaben. Sein Versuch, im heutigen Bundesland Vorarlberg Fuß zu fassen, scheiterte.

Herkunft und Familie

Im frühen 13. Jahrhundert erhielten die Herren von Tanne die östlich von Ravensburg gelegenen Waldburg als Lehen, nach der sie sich in der Folge benannten. Etwas später wurde ihnen außerdem das Amt des Reichstruchsesses übertragen. Nach dem Ende der "Staufer-Herrschaft" etablierte sich die Familie als reichsfreies Adelsgeschlecht und erweiterte ihren Machtbereich durch die Übernahme der Herrschaften Trauchberg, Zeil, Waldsee, Bussen, Friedberg und Scheer.[1] Hinzu kamen noch zahlreiche Pfandschaften, die über Jahre in der Familie gehalten werden konnten.

Truchsess Jakob I. von Waldburg war einer der drei Söhne von Truchsess Johannes II. von Waldburg ("Hans mit den vier Frauen") (ca. 1344-1424), vermutlich aus dessen vierter Ehe mit Ursula von Abensberg († 30. Januar 1422). Er war ein Bruder (oder Halbbruder) von Eberhard I. von Waldburg und Ursula von Starkenberg. Über eine weitere Schwester (oder Halbschwester) Verena von Waldburg war er der Schwager von Hans von Rechberg.

Jakob von Waldburg begründete die "Jakobische Linie" der Truchsesse von Waldburg, in deren Besitz die Herrschaft Trauchburg mit Kißlegg und die Grafschaft Friedberg-Scheer nebst Dürmentingen gelangte. Dieser Familienzweig starb im Jahr 1772 aus. Verheiratet war er mit Markgräfin Ursula von Hachberg, der Tochter von Gräfin Elisabeth von Montfort-Bregenz aus ihrer zweiten Ehe mit Markgraf Wilhelm von Hachberg-Sausenberg[1].

Leben

Mitte des 15. Jahrhunderts versuchte Jakob von Waldburg die Herrschaft über die Grafschaft Bregenz zu übernehmen. Einerseits war er damals Vogt und Statthalter jener Hälfte der Grafschaft, die Hermann II. von Montfort-Bregenz gehörte, dessen Familie bei ihm hoch verschuldet war, andererseits war seine Schwiegermutter geneigt, ihm die andere Hälfte, die damals unter ihrer Herrschaft stand, zu verkaufen. Letztlich aber verkaufte sie ihren Teil an die Herzöge von Österreich.[1]

Literatur

  • Alois Niederstätter: Vorarlberg im Mittelalter (= ders.: Geschichte Vorarlbergs, Bd. 1). Universitätsverlag Wagner, Innsbruck, 2014

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 vgl. Alois Niederstätter: Österreichische Geschichte. 2001, S. 165