Josef Mayr-Kern

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Josef Mayr-Kern (* 19. März 1932 in Pettenbach; † 6. November 1992 in Kirchdorf an der Krems) war ein österreichischer Musiker und Pädagoge.

Leben und Wirken

Josef Mayr-Kern besuchte von 1938 bis 1946 die Volksschule in Magdalenaberg bei Pettenbach. Seinen ersten Violinunterricht erhielt er bei Pfarrer Bruno Eckmayr. Danach absolvierte er in Linz die Ausbildung zum Volks- und Hauptschullehrer und studierte von 1952 bis 1957 Gesang, Tonsatz und Operndramatik am Brucknerkonservatorium. 1952 schloss er die Ausbildung zum Kapellmeister bei Johann Holzinger und Albert Weinschenk in Steyr ab.[1] 1959 legte er am Mozarteum in Salzburg die Reifeprüfung zum Opernsänger ab. Mayr-Kern studierte Musikwissenschaft, Deutsch und Philosophie an der Universität Wien, wo er 1967 promovierte. An der Hochschule für Musikpädagogik Salzburg vervollständigte er seine Studien an Violine, Klavier und Blockflöte und schloss 1972 mit dem Lehramtsdiplom für höhere Schulen mit Auszeichnung ab.

Ab 1951 war Mayr-Kern als Pflichtschullehrer tätig, ab 1958 zusätzlich als Professor für Musikerziehung und Geschichte am bischöflichen Lehrerseminar in Linz, wo er auch den Chor und die Studentenkapelle leitete. Ab 1975 lehrte er am Akademischen Gymnasium Linz; von 1978 bis 1982 war er Direktor der Expositur des Bundesoberstufenrealgymnasiums Linz-Urfahr, das er ab 1977 aufgebaut hatte. Danach war Mayr-Kern bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1992 Fachinspektor für Musikerziehung des Landes Oberösterreich und unterrichtete nebenbei an der pädagogischen Akademie in Linz. Von 1971 bis 1987 war Mayr-Kern in der Arbeitsgemeinschaft der Musikererzieher Österreichs (AGMÖ) aktiv; bis 1979 als Landesobmann für Oberösterreich, zusätzlich ab 1974 als stellvertretender Bundesvorsitzender und ab 1982 als Bundesvorsitzender.

Josef Mayr-Kern war ehrenamtlich in den Bereichen der Volkskultur und Volksbildung äußerst aktiv. Seit 1952 war er Organist der Pfarrkirche Magdalenaberg; in Pettenbach gründete er das dortige Volksbildungswerk, dem er von 1952 bis 1958 vorstand. Er war Gründer und von 1960 bis 1972 auch Leiter des gemischten Chores Pettenbach. Ab 1988 leitete er den Männerchor Pettenbach. Seit 1968 war Mayr-Kern Obmann der Franz-Xaver-Müller-Gemeinde.

Mayr-Kern war in besonderer Weise dem österreichischen Blasmusikwesen verbunden. Von 1952 bis 1983 war er Kapellmeister des Musikvereins Pettenbach.[2] Ab 1970 war er Vizepräsident des Oberösterreichischen Blasmusikverbandes, von 1985 bis zu seinem Tod im Jahr 1992 dessen Präsident. Ab 1986 übernahm er zusätzlich das Amt des Vizepräsidenten des Österreichischen Blasmusikverbandes.

Mayr-Kern war verheiratet. Sein Bruder war der ehemalige Bürgermeister von Pettenbach, Friedrich Mayr-Kern.[3]

Ehrungen

  • 1974: Konsulent der Oberösterreichischen Landesregierung für Kunstschaffen
  • 1992: Hofrat
  • Verdienstmedaille des belgischen Kulturministeriums
  • Silbernes Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich
  • Ehrenring der Marktgemeinde Pettenbach
  • Ehrenmitglied der AGMÖ
  • Ehrenkapellmeister des Musikvereins Pettenbach

Publikationen

  • Franz Xaver Müller als Messekomponist. Universität Wien, Wien 1967, Dissertation.
  • Bläserfest am Almsee 1–3. Duette für 2 Flügelhörner. Musikverlag Willibald Tatzer, Waidendorf.[4]

Literatur

  • Christian Fastl: Josef Mayr-Kern. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 3, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, ISBN 3-7001-3045-7.
  • Friedrich Weyermüller: HR Prof. Dr. Mayr-Kern zum Gedenken. In: Österreichische Blasmusik. Fach- und Verbandszeitschrift des Österreichischen Blasmusikverbandes, 41. Jg. 1993, Heft 1, S. 16.

Einzelnachweise

  1. Eugen Brixel: Das große oberösterreichische Blasmusikbuch. Brandstätter, Wien; München 1984, ISBN 978-3-85447-031-1, S. 131.
  2. Geschichte, Website des Musikvereins Pettenbach. Abgerufen am 26. Februar 2017.
  3. Präsident Dr. Josef Mayr-Kern feierte seinen 60. Geburtstag. In: Österreichische Blasmusik. Fach- und Verbandszeitschrift des Österreichischen Blasmusikverbandes, 40. Jg. 1992, Heft 4, S. 35 f.
  4. Josef Mayr-Kern, Musikverlag Willibald Tatzer. Abgerufen am 26. Februar 2017.