Leopold I. (Habsburg)

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wikipedia logo v3.svg
Überregionale Aspekte dieses Themas werden auch in der Wikipedia unter dem Titel Leopold I. (Habsburg) behandelt.
Hier auf RegiowikiAT befinden sich Informationen sowie Ergänzungen, die zusätzlich von regionaler Bedeutung sind (siehe Mitarbeit).

Herzog Leopold I. von Österreich ("Leopold der Glorwürdige" oder "Leopold das Schwert Habsburg") (* um 1293, vermutlich in Wien; † 28. Februar 1326, in Straßburg)[1] aus dem Habsburg herrschte zusammen mit seinem älteren Bruder Herzog Friedrich I. von Österreich ("Friedrich dem Schönen") über die Herzogtümer Österreich[A 1] und Steiermark[A 2]. Da er gewöhnlich in den Herrschaftsgebieten seiner Dynastie wirkte, die nicht zur heutigen Republik Österreich gehören, hat er in der Geschichte von dieser kaum eine Spur hinterlassen.

Herkunft und Familie

Herzog Leopold I. von Österreich war der drittälteste Sohn von Herzog Albrecht I. von Österreich (als römisch-deutscher König König Albrecht I.) aus dessen Ehe mit Gräfin Elisabeth von Görz und Tirol. Er heiratete am Pfingstsonntag des Jahres 1315 in Basel Katharina von Savoyen (* um 1298; † 1336), eine Tochter des in den Reichsfürstenstand erhobenen Grafen Amadeus (V.) von Savoyen, mit der er 1310 verlobt worden war.[2]

Kinder aus dieser Ehe:

in 1. Ehe ∞ mit Enguerrand VI. de Coucy,
in 2. Ehe ∞ mit Graf Konrad von Hardegg-Querfurt, ein Verwandter von ihm war Michael von Maidburg;
∞ mit Herzog Bolko (II.) von Schweidnitz-Jauer, dessen Nichte Anna später eine der Ehefrauen von Kaiser Karl IV. und die Mutter von König Wenzel war.

Wichtigste Daten

Seit dem Tod seines Vaters (1408) herrschte Leopold gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich dem Schönen über die Herzogtümer Österreich und Steiermark und die übrigen Herrschaften und Territorien, die damals im Besitz ihrer Familie waren. Seine Wirkungsbereich war gewöhnlich in jenen Teilen, die sich in der Reichslandschaft Schwaben befanden (später die "Vordere Lande"). Nach dem Tod seines Vaters kümmerte er sich um die Verfolgung und Bestrafung von dessen Mördern.[3] Bekannt ist er wegen der Niederlage in der "Schlacht am Morgarten" (15. November 1315), deren tatsächliche Bedeutung und historische Einstufung allerdings stark von der Legendenbildung und späterer Propaganda überlagert ist.[4] Abgesehen von dieser Niederlage war seine Politik im Westen durchaus erfolgreich.[3] Nach der Gefangennahme seiner Brüder Friedrich und Heinrich in der Schlacht bei Mühldorf (28. September 1322) übernahm Leopold die Führung in der Familie.

Erinnerungsstätten in Österreich

Wien

Eine Statue, geschaffen 1870 von Josef Gasser befindet sich in der "Feldherrenhalle" des Heeresgeschichtlichen Museums. Ihre Aufstellung geht auf eine "Entschließung" vom 28. Februar 1863 zurück, mit der er von Kaiser Franz Joseph I. in die Liste der "berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdiger Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs" aufgenommen wurde.[5]

Leopold I. von Österreich in Sage und Legende

In einer der Sagenversionen, um die Gefangenschaft Friedrichs des Schönen auf der Burg Trausnitz, ist es Leopold, der in Wien(!) zur Befreiung seines Bruders einen Pakt mit dem Teufel schließt.[6]

Leopold I. von Österreich in der Literatur

Literatur

  • Alois Niederstätter: Österreichische Geschichte 1278–1411. Die Herrschaft Österreich. Fürst und Land im Spätmittelalter. Verlag Ueberreuter, Wien, 2001, S. 113-132

Weblinks

  • Leopold I. in der Datenbank „Gedächtnis des Landes“ zur Geschichte des Landes Niederösterreich

Einzelnachweise

  1. vgl. Walter Kleindel: Österreich Chronik. Daten zur Geschichte und Kultur. Verlag Carl Ueberreuter, Wien / Heidelberg, 1978, S. 70
  2. vgl. Alois Niederstätter: Österreichische Geschichte 1278–1411, Wien, 2001, S. 131f.
  3. 3,0 3,1 vgl. Alois Niederstätter: Österreichische Geschichte 1278–1411, Wien, 2001, S. 131
  4. vgl. Alois Niederstätter: Österreichische Geschichte 1278–1411, Wien, 2001, S. 120ff. und S. 131
  5. Johann Christoph Allmayer-Beck: Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Das Museum und seine Repräsentationsräume. Kiesel Verlag, Salzburg, 1981, ISBN 3-7023-0113-5, S. 30
  6. vgl. Johann Szegö: In Bayrischer Gefangenschaft. Der Teufel engagiert sich für einen österreichischen Herrscher. In: ders.: In Wien ist der Teufel los. Die Wahrheit über Wiens sagenhafte Orte. Metroverlag, Wien, 2015, ISBN 978-3993002367, S. 65-68

Anmerkungen

  1. Das Herzogtum umfasste damals nur Teile der heutigen Bundesländer Niederösterreiterreich und Wien.
  2. Das Herzogtum Steier(mark) umfasste damals nur Teile der heutigen Bundesländer Steiermark und Oberösterreich.