Massenkarambolage auf der Südautobahn

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Die Massenkarambolage auf der Südautobahn fand am 8. Februar 1982 statt. Dieser Unfall zählte zu den ersten in Österreich dieser Art und Größe. Tote waren keine zu beklagen, 40 Personen wurden jedoch zum Teil schwer verletzt.[1]

Lage

Das Unfallgebiet erstreckte sich auf der Fahrbahn der Südautobahn Richtung Wien zwischen Wiener Neudorf und Vösendorf. Es herrschte dichter Nebel. Auf Grund verschiedener zum Teil widersprüchlicher Meldungen waren die Lage zunächst unübersichtlich. Während die Rettung bereits alle Verletzten weggebracht hatten rückte erst das erste Tanklöschfahrzeug der FF Wiener Neudorf zur Einsatzstelle vor. Ihr Einsatzauftrag um 8:30 enthielt nicht einmal den genauen Unfallort oder Fahrtrichtung.

Einsatzablauf

Erst mit Vordringen am Pannenstreifen, der glücklicherweise freigehalten wurde - die Rettungsgasse wurde erst viel später eingeführt - wurde die Lage übersichtlicher. Auf einer Länge von zwei Kilometern waren mehrere Auffahrunfälle geschehen. Zwischen diesen Unfallstellen standen immer wieder auch unbeschädigte Fahrzeuge, die aber im Unfallgeschehen gefangen waren. Diese versuchte die FF Mödling über Engstellen aus dem Bereich hinauszulotsen.

Noch über eine Stunde später wurden noch immer dramatische Meldungen über den Rundfunk verbreitet. Nachdem sich auf Grund dieser Meldungen auch die Berufsfeuerwehr Wien angeboten zu helfen, erteilte der damalige Landesfeuerwehrkommandant Sepp Kast den Befehl, durch Feuerwehren der Bezirke Baden und Wiener Neustadt zu ergänzen und damit zu garantieren, dass der Einsatz durch niederösterreichische Feuerwehren abgewickelt werden kann. So kam es zur Lage, dass viele auswärtige Wehren zum Einsatzort ausrückten, obwohl vom BFKDO Mödling noch nicht alle Reserven ausgeschöpft wurden.

Ein weiteres Problem stellte die fehlende Ausrüstung der damaligen Autobahngendarmerie dar. Sie führten in ihren Fahrzeugen nicht viel außer Pannendreiecke, Fackeln und einfache Blinkleuchten mit. Außerdem mussten Fahrzeuge des Verkehrsunfallkommandos aus ganz Niederösterreich kommen. So konnte mit Vermessungen, Fotografieren und Unfallaufnahmen relativ spät begonnen wurden. Um 9:30 konnte noch kein Zeitpunkt für die Feuerwehr bekanntgegeben werden, wann mit den Aufräumarbeiten begonnen werden konnte.

Trotz der 40 Verletzten musste man vom Glück im Unglück sprechen, denn es stellten sich nach weiteren Erkundungen heraus, dass nur etwa 25 Fahrzeuge so stark beschädigt waren, dass sie von Feuerwehr verbracht werden mussten. Alle anderen konnten mit mehr oder weniger Hilfe den Unfallort selbständig verlassen.

Folgen

Dieser Unfall löste aber zahlreiche Verbesserungen sowohl bei den Einsatzkräften als auch bei der Autobahnverwaltung, der heutigen ASFINAG aus. So erhielten die Gendarmeriefahrzeuge neben verstärkter Absicherungsausrüstung auch Dachaufsetzer mit sogenannten Early warner (Frühwarngeräte). Auch die Einführung der Überkopfwegweiser hatte in diesem Unfall ihren Grund.[1]

Literatur

Die Massenkarambolage am 8. Februar 1982Brand aus! / brandaus, Jahrgang 1982, S. 161 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bra

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Massenkarambolage brachte mehr Sicherheit auf ORF-Niederösterreich vom 8. Februar 2017 abgerufen am 11. Februar 2017