Ruine Grünburg (Hermagor)

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Grünburg im Gitschtal, einem Tal des Oberkärntner Gailtals befindet sich ca. zwei Kilometer nordwestlich der Stadt Hermagor, zu deren Schutz sie vermutlich erbaut worden war. Heute ist die frühere Burganlage eine Ruine. Nach der Grünburg wurde die "Grünburger Fehde" (1444-1459) oder Frauenfehde benannt.

Geschichte

Die Grünburg war zunächst im freien Eigen einer Familie, die sich nach ihr nannte. 1228 werden mit Otto de Gruenberch erstmals die Burg und ein Burgherr erwähnt. Dieser stammte aus der Familie der Himmelberger. Den Großteil seiner Herrschaften bildeten Lehen des Bistums Bamberg. Sein gleichnamiger Sohn kämpfte mit den Grafen von Görz die im Gitschtal im 13. Jahrhundert die Herrschaft übernahmen, gegen den Patriarchen von Aquileja. 1357 wird Volker von Flaschberg als Burggraf der Grünburg erwähnt, die sich zu dieser Zeit noch im Eigentum der Himmelberger befand. Erst 1368 verkaufte sie Hainrich von Himmelberg mit seinem anderen Besitzungen im Gitschtal beziehungsweise Gailtal seinem Schwager Ulrich von Weissenegg, der sie schon seit 1363 in Pfandbesitz hatte. Von dessen Witwe erwarb Graf Meinhard VI. von Görz(-Tirol) 1384 die Burg und Herrschaft. Vermutlich nach einem Brand wurde die Burg 1390 neu aufgebaut. 1395 wurde sie Sitz des Landgerichtes, das bis dahin in Hermagor getagt hatte.[1]

Im Vertrag von Lienz vom 21. Oktober 1443 wurde die Grünburg Meinhards Schwiegertochter Catharina de Gara als Residenz zugesprochen. Von dieser Burg aus aus führte die Gräfin in den Jahren 1444 und 1445 die "Grünburger Fehde" gegen ihren Ehemann, den Grafen Heinrich IV. von Görz(-Tirol), um die Herrschaft in Oberkärnten.[2] Gemeinsam mit der Moosburg war die Grünburg auch Catharinas Witwensitz. Als Folge des Friedens von Pusarnitz vom 25. Jänner 1460 kamen beide Burgen an Kaiser Friedrich III., doch durfte Catharina beide Burgen bis zu ihrem Tod behalten.[3]

Unter den Habsburgern befand sich die Grünburg in Pflege, einige Male wurde sie auch als Pfandschaft eingesetzt. Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gehörte die Burg dann Grafen von Ortenburg (Ortenburg-Salamanca?), unter denen das Landgericht schließlich nach Möderndorf verlegt wurde. Im 18. Jahrhundert begann die Grünburg unter den Grafen Widmann und den Fürsten von Porcia zu verfallen. Ihre Reste gingen schließlich in bäuerlichen Besitz über.[4]

Beschreibung der Ruine

Die einst mächtige Burganlage ist heute fast vollständig verfallen. Bereits ein Bild aus dem Jahr 1688 zeigt nur mehr den zinnenbewehrten, dreigeschossigen, gotischen Bergfried auf einer mächtigen isolierten Felsnase, die es in dieser Form wohl nie gegeben hat. Auf einem Stich von Markus Pernhart aus dem 19. Jahrhundert ist dieser Turm, der nur mehr ein hölzernes Notdach hat, noch gut erkennbar. Heute sind nur mehr die beiden unteren Geschosse des Bergfrieds vorhanden, die Teil eines Bauernhauses sind und nicht besichtigt werden können. Der Erdgeschoßraum des Turmes wurde später als Küche adaptiert. Erhalten ist außerdem ein Restteil der Ringmauer, die das Burgareal einst umgab.[5]

Literatur

  • Wilhelm Baum: Die Grafen von Görz in der europäischen Politik des Mittelalters. Klagenfurt: Kitab, 2000

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.burgen-austria.com/archive.php?id=1343, eingesehen am 6. Juni 2017
  2. vgl. Wilhelm Baum: Die Grafen von Görz, 2000, S. 234-237
  3. vgl. Wilhelm Baum: Die Grafen von Görz, 2000, S. 248
  4. http://www.burgen-austria.com/archive.php?id=1343, eingesehen am 6. Juni 2017
  5. http://www.burgen-austria.com/archive.php?id=1343, eingesehen am 6. Juni 2017