Schloss Wagrain (Ebbs)

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Wagrain war im Mittelalter ein Ansitz nördlich des damaligen Pfarrdorfes Ebbs, der im 19. Jahrhundert zu einem Schloss ausgebaut wurde. In einem früheren Wirtschaftsgebäude des Schlosses befindet sich heute der Fohlenhof Ebbs, der als größtes Haflingergestütt von Europa gilt.

Das Bauwerk

Das Schloss Wagrain befindet sich heute am Nordrand der Gemeinde Ebbs nordöstlich von Kufstein. Im Mittelalter als viergeschossiger quadratischer Wohnturm errichtet, wurde es im 16. Jahrhundert zu einem richtigen Schloss um- und Ende des 19. Jahrhunderts durch den Anbau des Mittelerkers über alle Geschosse an der Südseite ausgebaut. Damals wurden auch die Fenster vergrößert und alle Fassaden "historisiert". Im 20. Jahrhundert wurde das Schloss restauriert und erhielt einen Aufzugsturm.[1].

Geschichte

Der ursprüngliche Wohnturm wurde um 1300 errichtet. Der Turm befand sich auf einer Geländestufe über dem Ebbsbach, worauf sein Name zurückgehen dürfte. "Wag" ist eine Bezeichnung für Woge oder Wasser, "Rain" dürfte mit Blick auf die Lage des Turms eine Anhöhe meinen.[1]

Um 1370 war Wagrain im Besitz der Herren von Ebbs, einer Adelsfamilie, die im Unterinntal begütert war und an die mehrere Grabsteine an der Außenwand der Kirche von Ebbs erinnern. Die Herren von Ebbs waren Pfleger und Richter der Herzöge von Baiern[A 1], aus ihrer Familie stammte Johann von Ebbs († 1438), der 1429–1438 Bischof von Chiemsee war.[1]

Um 1473 kam Wagrain in den Besitz der Herren von Reicherzhaim. Nach deren Aussterben um 1550 hatte die Burg mehrere Besitzer. Ende des 16. Jahrhunderts gehörte sie Hans Dreyling, einem Gewerke in Schwaz, der sie zu einem Schloss umbauen ließ. Im 19. Jahrhundert gehörte sie Johann Buchauer und seinem Sohn Georg, die neben dem Schloss eine Zementfabrik erbauten. Im 20. Jahrhundert kaufte Richard Stadler aus München das Schloss, das bis heute im Besitz seiner Familie ist.[1]

Literatur

  • Beatrix Pinzer – Egon Pinzer: Burgen, Schlösser und Ruinen in Nordtirol, und Osttirol. Edition Löwenzahn, Innsbruck, 1996, ISBN 3-7006-2122-3, S. 182

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 vgl. Beatrix Pinzer – Egon Pinzer: Burgen, Schlösser und Ruinen in Nordtirol, und Osttirol, 1996, , S. 182

Anmerkungen

  1. Die Schreibweise des Landes Bayern mit y wurde erst einige Jahre nach dem Wiener Kongress im 19. Jahrhundert durch einen gesetzlichen Beschluss des damaligen Königs eingeführt. Da es um die Wittelsbacher bzw. um das Mittelalter geht, wird in diesem Artikel die Schreibung mit i verwendet.
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