Wolfgang Zängerl

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Wolfgang Zängerl, auch Zengerl, Zangerl, Zänngerle, Zengerli (* vermutlich noch im 15. Jahrhundert; † um / nach 1569[1]) führte die landesfürstliche Taverne zu St. Christoph am Arlberg, die nach dem Tod von Heinrich von Kempten um 1421 aus dem Hospiz zu St. Christoph am Arlberg entstanden war.

Herkunft und Familie

Wolfgang Zängerl stammte aus einer Walser-Familie, die seit 1427 im Stanzertal nachgewiesen ist und auch im Paznaun ansässig war. Der meiste Familienbesitz befand sich im Kirchspiel St. Jakob und in Nasserein (heute ein Teil von St. Anton am Arlberg), Ein Hans Zangerl ist 1489 als Richter zu Landeck nachgewiesen, ein Stoffel Zengerli 1549-1551 Kirchmeier von St. Jakob und ein Cristian Zangerli war 1580-1586 Pfarrer von Fließ.[2]

Wolfgang Zängerl hatte mindestens zwei Brüder: Ulrich Zengerl und Oswald Zenngerl (vermutlich in Nasserein ansässig).[3]

Leben

Wolfgang Zängerl gilt als der erste Wirt der Taverne zu St. Christoph, der namentlich bekannt ist[A 1]. 1523 empfiehlt Hans Erlpeck, der als kaiserlicher Kommissär und Richter von St. Petersberg die landesfürstliche Taverne besichtigt hatte, einen Pächterwechsel, da Zängerl offensichtlich seinen Pflichten nicht nachkommen würde. Angeblich ließ er die Gebäude der Taverne verfallen, war einer gegebenen Zusage zur Errichtung zweier neuer Kammer nicht nachgekommen, biete den Knappen keine passende Unterkunft und angemessene Verpflegung etc. Es ist anzunehmen, dass er mit jenem Wirt ident ist, über den sich die Knappen bereits 1518 beschwert hatten.[4]

Am 14. Jänner 1523 befahl die Kammer den Gebrüdern Schrofenstein, damals die Inhaber der Pflege Landeck, Zängerl als Pächter durch Ulrich Schweicker zu ersetzen. Noch 1569 wird Wolfgang Zängerl jedoch im Zusammenhang mit der Neubesetzung der Taverne auf dem Arlberg erwähnt.[3]

Literatur

  • Robert Büchner: Heinrich Findelkind. In: Robert Büchner: St. Christoph am Arlberg. Die Geschichte von Hospiz und Taverne, Kapelle und Bruderschaft, von Brücken, Wegen und Straßen, Säumern, Wirten und anderen Menschen an einem Alpenpass (Ende des 14. bis Mitte des 17. Jahrhunderts). Boehlau Verlag, Wien / Köln / Weimar, 2005. ISBN 978-3205772828, S. 285f.

Einzelnachweise

  1. vgl. Robert Büchner: St. Christoph am Arlberg, S. 285, Fußnote
  2. vgl. Robert Büchner: St. Christoph am Arlberg, S. 285f.
  3. 3,0 3,1 vgl. Robert Büchner: St. Christoph am Arlberg, S. 286
  4. vgl. Robert Büchner: St. Christoph am Arlberg, S. 285

Anmerkungen

  1. Die Umwandlung des Hospizes, das aus Spenden finanziert wurde, in ein kommerzielles Gasthaus, war spätestens um 1421 abgeschlossen. Ob diese Taverne bereits von Ulrich Moseck betrieben wurde, scheint möglich, ist aber keineswegs gesichert, vgl. Robert Büchner: St. Christoph am Arlberg, S. 285