3. COVID-19-Gesetz

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Das 3. COVID-19-Gesetz[1] ist ein österreichisches Bundesgesetz (Sammelgesetz), mit dem insgesamt 47 bestehende Gesetze geändert und vier neue Bundesgesetze dem Rechtsbestand der Republik Österreich hinzugefügt wurden. Es ist dies ein Gesetz mit 51 Artikeln. Nicht alle in diesem 3. COVID-19-Gesetz vorgenommenen Änderungen werden nach Beendigung der COVID-19-Pandemie automatisch wieder aus dem Rechtsbestand der Republik Österreich entfernt.

Nach den bereits am 15. März und am 20. März 2020 beschlossenen ersten beiden Gesetzespaketen (COVID-19-Gesetz und 2. COVID-19-Gesetz) wurde das dritten COVID-19-Maßnahmenpaket (3., 4. und 5. COVID-19-Gesetz) am 3. April vom Nationalrat beschlossen und am 4. April 2020 veröffentlicht.[2]

Ziel und Zweck des Gesetzes

Diese Gesetzesänderungen durch das 3. COVID-19-Gesetz sollen weitere rechtliche Grundlagen für Maßnahmen geschaffen werden, um die sogenannte COVID-19-Krise zu bewältigen.

Inhalt des Gesetzes

  • Artikel 1 - Änderung des Finanzmarktaufsichtsbehördengesetzes (BGBl. I Nr. 97/2001), die Änderungen treten automatisch zum 31.12.2020 außer Kraft.
  • Artikel 2 - Änderung des Garantiegesetzes 1977 (BGBl. Nr. 296/1977), die Änderungen treten nicht automatisch außer Kraft.
  • Artikel 3 - Änderung des Wirtschaftliche Eigentümer Registergesetzes (BGBl. I Nr. 136/2017), die Änderungen treten automatisch zum 31.12.2020 außer Kraft.
  • Artikel 4 - Änderung des Zivildienstgesetzes 1986 (BGBl. Nr. 679/1986), die Änderungen treten automatisch zum 31.12.2020 außer Kraft.
  • Artikel 5 - Änderung des KMU-Förderungsgesetzes (BGBl. Nr. 432/1996), die Änderungen treten nicht automatisch außer Kraft.
  • Artikel 6 - Änderung des Bundesgesetzes über die Errichtung eines Härtefallfonds (BGBl. I Nr. 16/2020), die Änderungen treten automatisch mit 31. Dezember 2020 bzw. 31. Dezember 2022 außer Kraft.
  • Artikel 7 - Änderung des Arbeitsmarktpolitik-Finanzierungsgesetzes (BGBl. Nr. 315/1994), die Änderungen treten automatisch mit 31. Dezember 2020 außer Kraft.
  • Artikel 8 - Änderung des Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetzes (BGBl. Nr. 459/1993), die Änderungen treten automatisch mit 31. Mai 2020 bzw. bis 30. Juni 2021 außer Kraft.
  • Artikel 9 - Änderung des Arbeitsverfassungsgesetzes (BGBl. Nr. 22/1974), die Änderungen treten automatisch spätestens mit 31. Dezember 2020 außer Kraft.
  • Artikel 10 - Änderung des Ausländerbeschäftigungsgesetzes (BGBl. Nr. 218/1975), die Änderungen treten automatisch spätestens mit 31. Dezember 2020 außer Kraft.
  • Artikel 11 - Änderung des Einkommensteuergesetzes 1988 (BGBl. Nr. 400/1988), die Änderungen treten automatisch außer Kraft.
  • Artikel 12 - Änderung des Gebührengesetzes 1957 (BGBl. Nr. 267/1957), die Änderungen treten automatisch außer Kraft.
  • Artikel 13 - Änderung des Finanzstrafgesetzes (BGBl. Nr. 129/1958), die Änderungen treten automatisch außer Kraft.
  • Artikel 14 - Änderung des Alkoholsteuergesetzes (BGBl. Nr. 703/1994), die Änderungen treten automatisch außer Kraft.
  • Artikel 15 - Bundesgesetz, mit dem eine Ermächtigung zur Verfügung über Bundesvermögen erteilt wird, die Änderungen treten nicht automatisch außer Kraft.
  • Artikel 16 - Änderung des Schulorganisationsgesetzes (BGBl. Nr. 242/1962), die Änderungen treten automatisch außer Kraft.
  • Artikel 17 - Änderung des Schulunterrichtsgesetzes (BGBl. Nr. 472/1986), die Änderungen treten automatisch außer Kraft.
  • Artikel 18 - Änderung des Schulunterrichtsgesetzes für Berufstätige, Kollegs und Vorbereitungslehrgänge (BGBl. I Nr. 33/1997), die Änderungen treten automatisch außer Kraft.
  • Artikel 19 - Änderung des Schulzeitgesetzes 1985 (BGBl. Nr. 77/1985), die Änderungen treten automatisch außer Kraft.
  • Artikel 20 - Änderung des Schulpflichtgesetzes 1985 (BGBl. Nr. 76/1985), die Änderungen treten automatisch außer Kraft.
  • Artikel 21 - Änderung des Land- und forstwirtschaftlichen Bundesschulgesetzes (BGBl. Nr. 175/1966), die Änderungen treten automatisch außer Kraft.
  • Artikel 22 - Änderung des Innovationsstiftung-Bildung-Gesetzes (BGBl. I Nr. 28/2017), die Änderungen treten automatisch mit 30. September 2020 außer Kraft.
  • Artikel 23 - Bundesgesetz über hochschulrechtliche und studienförderungsrechtliche Sondervorschriften an Universitäten, Pädagogischen Hochschulen, Einrichtungen zur Durchführung von Fachhochschul-Studiengängen und Fachhochschulen aufgrund von COVID-19 (COVID-19-Hochschulgesetz – C-HG), die Änderungen Großteils automatisch mit 30. September 2021 außer Kraft.
  • Artikel 24 - Änderung des Transparenzdatenbankgesetzes 2012 (BGBl. I Nr. 99/2012), die Änderungen treten überwiegend mit 31. Dezember 2021 außer Kraft.
  • Artikel 25 - Änderung des Telekommunikationsgesetzes 2003 (BGBl. I Nr. 70/2003), die Änderungen treten mit 31. Dezember 2020 außer Kraft.
  • Artikel 26 - Änderung des ABBAG-Gesetzes (BGBl. I Nr. 51/2014), die Änderungen treten nicht außer Kraft.
  • Artikel 27 - Änderung des Familienlastenausgleichsgesetzes 1967 (BGBl. Nr. 376/1967), die Änderungen treten nicht außer Kraft.
  • Artikel 28 - Bundesgesetz über das Inverkehrbringen von Mund-Nasen-Schnellmasken während der Corona COVID-19-Pandemie (Mund-Nasen-Schnellmasken COVID-19-Gesetz). Dieses Bundesgesetz tritt nach Ablauf von drei Monaten nach seinem Inkrafttreten automatisch außer Kraft.
  • Artikel 29 - Änderung des COVID-19-FondsG (BGBl. I Nr. 12/2020), die Änderungen treten mit 31. Dezember 2020 außer Kraft.
  • Artikel 30 - Bundesgesetz über die Errichtung eines COVID-19-Schulveranstaltungsausfall-Härtefonds (COVID-19-Schulstornofonds-Gesetz). Dieses Bundesgesetz tritt mit 31. Dezember 2020 automatisch außer Kraft.
  • Artikel 31 - Änderung der Bundesabgabenordnung (BGBl. Nr. 194/1961), die Änderungen treten nicht automatisch außer Kraft.
  • Artikel 32 - Änderung des Bundesgesetzes über die personellen Maßnahmen aufgrund der Modernisierung der Steuer- und Zollverwaltung (BGBl. I Nr. 104/2019), die Änderungen treten nicht automatisch außer Kraft.
  • Artikel 33 - Änderung des Bundesgesetzes über die Schaffung eines Amtes für Betrugsbekämpfung (BGBl. I Nr. 104/2019), die Änderungen treten nicht automatisch außer Kraft.
  • Artikel 34 - Änderung des Abgabenverwaltungsorganisationsgesetzes 2010 (BGBl. I Nr. 9/2010). Dieses Bundesgesetz tritt mit 31. Dezember 2020 außer Kraft.
  • Artikel 35 - Änderung des Artikels 91 des Finanz-Organisationsreformgesetzes (BGBl. I Nr. 104/2019). § 1 entfällt.
  • Artikel 36 - Änderung des Finanzstrafzusammenarbeitsgesetzes (BGBl. I Nr. 105/2014), die Änderungen treten nicht automatisch außer Kraft.
  • Artikel 37 - Änderung des Sanitätergesetzes (BGBl. I Nr. 30/2002), die Änderungen treten nicht automatisch außer Kraft.
  • Artikel 38 - Änderung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes (BGBl. I Nr. 108/1997), die Änderungen treten nicht automatisch außer Kraft.
  • Artikel 39 - Änderung des MTD-Gesetzes (BGBl. Nr. 460/1992), die Änderungen treten nicht automatisch außer Kraft.
  • Artikel 40 - Änderung des Psychotherapiegesetzes (BGBl. Nr. 361/1990), die Änderungen treten nicht automatisch außer Kraft.
  • Artikel 41 - Änderung des Ärztegesetzes 1998 (BGBl. I Nr. 169/1998), die Änderungen treten nicht automatisch außer Kraft.
  • Artikel 42 - Änderung des Bundesgesetzes über Krankenanstalten und Kuranstalten (BGBl. Nr. 1/1957), die Änderungen treten sechs Monate nach Inkrafttreten automatisch außer Kraft.
  • Artikel 43 - Änderung des Medizinproduktegesetzes (BGBl. Nr. 657/1996), die Änderungen treten nicht automatisch außer Kraft.
  • Artikel 44 - Änderung des Arzneimittelgesetzes (BGBl. Nr. 185/1983), die Änderungen treten nicht automatisch außer Kraft.
  • Artikel 45 - Änderung des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (BGBl. Nr. 189/1955), die Änderungen treten überwiegend zum 31. Dezember 2020 automatisch außer Kraft.
  • Artikel 46 - Änderung des Beamten-Kranken- und Unfallversicherungsgesetzes (BGBl. Nr. 200/1967), die Änderungen treten überwiegend zum 31. Dezember 2020 automatisch außer Kraft.
  • Artikel 47 - Änderung des Allgemeinen Pensionsgesetzes (BGBl. I Nr. 142/2004), die Änderungen treten nicht automatisch außer Kraft.
  • Artikel 48 - Änderung des Freiwilligengesetzes (BGBl. I Nr. 17/2012), die Änderungen treten teilweise zum 31. Dezember 2020 außer Kraft.
  • Artikel 49 - Änderung des Epidemiegesetzes 1950 (BGBl. Nr. 186/1950), die Änderungen treten teilweise zum 31. Dezember 2020 außer Kraft.
  • Artikel 50 - Änderung des COVID-19-Maßnahmengesetzes (BGBl. I Nr. 12/2020), die Änderungen treten zum 31. Dezember 2020 außer Kraft.
  • Artikel 51 - Änderung des Postmarktgesetzes (BGBl. I Nr. 123/2009), die Änderungen treten zum 31. Dezember 2020 außer Kraft.

Kritik an der mangelnden Transparenz

Das 3. COVID-19-Gesetz enthält mehrere Verordnungsermächtigungen des Bundesministers für Finanzen. Dieser wird befugt, Mittel für einzelne Bereiche zu erhöhen:

  • Erhöhung des Haftungsrahmens für Haftungen zur Erhaltung der Geschäftstätigkeit und Liquiditätsüberbrückung,
  • Erhöhung der Mittel für den Härtefallfonds aus dem COVID-19- Krisenbewältigungsfonds und
  • Erhöhung der Mittel für Kurzarbeit.

Die Ermächtigungen sind zwar zeitlich begrenzt. Wegen der damit verbundenen finanziellen Auswirkungen für den Staat, sollten hier besondere, zeitnahe und umfassende/vollständige Transparenzregelungen eingeführt werden. Derzeit sind diese Regelungen im Hinblick auf die Transparenz noch fragmentierte und lückenhaft, wie der Budgetdienst des Parlaments festgestellt hat.[3]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Langtitel: Bundesgesetz, mit dem das Finanzmarktaufsichtsbehördengesetz, das Garantiegesetz 1977, das Wirtschaftliche Eigentümer Registergesetz – WiEReG, das Zivildienstgesetz 1986, das KMU-Förderungsgesetz, das Bundesgesetz über die Errichtung eines Härtefallfonds, das Arbeitsmarktpolitik-Finanzierungsgesetz, das Arbeitsvertragsrechts-Anpassungs-gesetz, das Arbeitsverfassungsgesetz, das Ausländerbeschäftigungsgesetz, das Einkommensteuergesetz 1988, das Gebührengesetz 1957, das Finanzstrafgesetz, das Alkoholsteuergesetz, das Schulorganisationsgesetz, das Schulunterrichtsgesetz, das Schulunterrichts-gesetz für Berufstätige, Kollegs und Vorbereitungslehrgänge, das Schulzeitgesetz 1985, das Schulpflichtgesetz 1985, das Land- und forstwirtschaftliche Bundesschulgesetz, das Innovationsstiftung-Bildung-Gesetz, das Transparenzdatenbankgesetz 2012, das Telekommunikationsgesetz 2003, das ABBAG-Gesetz, das Familienlastenausgleichsgesetz 1967, das COVID-19-FondsG, die Bundesabgabenordnung, das Bundesgesetz über die personellen Maßnahmen aufgrund der Modernisierung der Steuer- und Zollverwaltung, das Bundesgesetz über die Schaffung eines Amtes für Betrugsbekämpfung, das Abgabenverwaltungsorganisationsgesetz 2010, Artikel 91 des Finanz-Organisationsreformgesetzes, das Finanzstrafzusammenarbeitsgesetz, das Sanitätergesetz, das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz, das MTD-Gesetz, das Psychotherapiegesetz, das Ärztegesetz 1998, das Bundesgesetz über Krankenanstalten und Kuranstalten, das Medizinproduktegesetz, das Arzneimittelgesetz, das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz, das Beamten-Kranken- und Unfallversicherungsgesetz, das Allgemeine Pensionsgesetz, das Freiwilligengesetz, das Epidemiegesetz 1950, das COVID-19-Maßnahmengesetz und das Postmarktgesetz geändert sowie ein Bundesgesetz, mit dem eine Ermächtigung zur Verfügung über Bundesvermögen erteilt wird, ein Bundesgesetz über hochschulrechtliche und studienförderungsrechtliche Sondervorschriften an Universitäten, Pädagogischen Hochschulen, Einrichtungen zur Durchführung von Fachhochschul-Studiengängen und Fachhochschulen aufgrund von COVID-19 (COVID-19-Hochschulgesetz–C-HG), ein Bundesgesetz über das Inverkehrbringen von Mund-Nasen-Schnellmasken während der Corona COVID-19-Pandemie und ein Bundesgesetz über die Errichtung eines COVID-19-Schulveranstaltungsausfall-Härtefonds (COVID-19-Schulstornofonds-Gesetz) erlassen werden (3. COVID-19-Gesetz), BGBl. I Nr. 23/2020.
  2. BGBl. I Nr. 23/2020, BGBl. I Nr. 24/2020 und BGBl. I Nr. 25/2020.
  3. Siehe: COVID-19-Maßnahmenpakete und Budgetentwurf 2020, Information des Budgetdienstes der Republik Österreich, Parlamentsdienst vom 7. April 2020, S. 36 f.