Böhmischer Eishockeyverband

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Der Böhmische Eishockeyverband "Cesky Svaz Hockeyovy" war ein Sportverband zur Zeit der K.u.K-Monarchie in Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

  • Am 7. März 1907 berichtet die Presse in Prag, dass in einer kommenden Delegiertenversammlung die Eishockeyvereine darüber beraten wollen, einen Eishockeyverband für Böhmen zu gründen. Auch soll über den Wechsel vom Bandy- zum Scheibenspiel diskutiert werden. Hierfür treten Kenner des Eissports, wie der Reichsdeutsche Pitkairn Knowles als Gründer des deutschen Eishockeys, stark ein.


  • Am 16. März 1907 treffen sich Vertreter der Vereine LTC Prag, Slavia, Sparta, Smichow, Ruch, Akademiker und Ml. Boleslaw unter Vorsitz von Herrn Pelc in Prag, um einen böhmischen Eishockeyverband zu gründen. Eishockey soll nach den Regeln von St. Moritz gespielt werden. Die deutschen Klubs waren eingeladen, da man die freundschaftliche Zusammenarbeit weiter pflegen will. Dr. Rosenbaum-Jenkins war als ihr Vertreter bei der Sitzung dabei. Eine weitere Delegiertenversammlung wird noch abgehalten.



  • In Prag gründete sich am 15. August 1908 der Böhmische Eishockeyverband. Er tritt der LIHG sofort als fünftes Mitglied bei. Österreich war somit in der internationalen Liga vertreten. In Prag gab es in dieser Zeit deutsche und tschechische Eishockeyvereine. Bei den Tschechen war Slavia Prag führend, bei den Deutschen die Deutsche Eishockey-Gesellschaft Prag.


Eishockey

Saison 1908/09

Eishockeyturnier Chamonix 23. - 25. Jänner 1909

In der Zeit vom 23. bis 25. Jänner 1909 fand ein internationales Eishockeyturnier in Chamonix in Frankreich statt. Der neu gegründete Böhmische Eishockeyverband hatte eine Einladung zu diesem Turnier erhalten und schickte für Böhmen eine Auswahlmannschaft.
  • Team Böhmen: Tor: J. Gruß, Backs: Maly, Fleischmann, Half: Hammer, Stürmer: Bindys, Jarkovsky, Palluasch. Die Leitung der Gruppe hatte J. Gruß.


  • Es nahmen 5 Mannschaften aus 5 Ländern teil:
-Belgien: Federation des Patineurs de Belquique
-Frankreich: Club des Patineurs de Paris
-Schweiz: Club des Patineurs de Lausanne
-Großbritannien: Princes Ice Hockey Club
-Österreich: Böhmischer Eishockeyverband Chesky Svaz Hockeyvoy
Datum Spielort Mannschaften Ergebnis Zuschauer Bemerkungen
23. Jänner 1909 Chamonix Frankreich - Böhmen(Ö) 8:1(5-0,3-1
23. Jänner 1909 Chamonix Großbritannien - Schweiz 3:0(1-0,2-0)
23. Jänner 1909 Chamonix Frankreich - Belgien 1:0(1-0,0-0)
24. Jänner 1909 Chamonix Schweiz - Böhmen(Ö) 8:2(2-1,6-1)
24. Jänner 1909 Chamonix Schweiz - Belgien 6:2(3-2,3-0)
24. Jänner 1909 Chamonix Großbritannien - Böhmen(Ö) 11:0(4-0,7-0)
25. Jänner 1909 Chamonix Frankreich - Schweiz 3:0(2-0,1-0)
25. Jänner 1909 Chamonix Großbritannien - Belgien 4:0(3-0,1-0)
25. Jänner 1909 Chamonix Belgien - Böhmen(Ö) 4:1(2-0,2-1)
25. Jänner 1909 Chamonix Frankreich - Großbritannien 1:2(0-0,1-1,0-0,0-0,0-0,0-1)

Abschlusstabelle

Platz Teilnehmer Spiele Siege Unent. verl. Tore Punkte Bemerkungen
1 Großbritannien 4 4 0 0 20:1 8
2 Frankreich 4 3 0 1 13:3 6
2 Schweiz 4 2 0 2 14:10 4
4 Belgien 4 1 0 3 6:12 2
5 Böhmen 4 0 0 4 4:31 0




Saison 1910/11

Spiel Böhmischer Eishockeyverband gegen Oxford

Datum Spielort Mannschaften B/S Art Ergebnis Zuschauer Bemerkungen
07. Jänner 1911 Prag, Böhmen(Ö) - Oxford University S I 0:4(0-2,0-2) s.u.

Spiel 07. Jänner 1911 Böhmen - Oxford University

  • Schiedsrichter:
  • Team Oxford: Tor: Langtoe, Feldspieler: Martin, Adamson, Munroe, Tait, Higgins, Henry,
  • Das Spiel zwischen der Auswahlmannschaft von Böhmen und Oxford University endete 0:4(0-2,0-2). Die englischen Studenten spielten nicht voll durch. Die Torschützen für die Universitätsmannschaft waren Higgins (2), Munroe und Tait.



2. Eishockey-Europameisterschaft in Berlin

  • Der Böhmische Eishockeyverband entsandte eine Mannschaft zu der vom 15. bis 17. Februar in Berlin stattfindenden Eishockey-Europameisterschaft 1911. Böhmen war damit der erste österreichische Vertreter bei einer Eishockey-Europameisterschaft.
  • Team Chesky Svaz Hockeyvoy: Tor: Wälzer (Spolecnost), Feldspieler: Jan Fleischmann (Slavia), Pallausch (Spolecnost), Bend (Slavia), Jaroslav Jarkovsky (Slavia), Jaroslav Jirkovski (Slavia), Josef Rublic (Spolecnost), Ersatz: Jan Hamacek (Slavia), Miloslav Fleischmann (Slavia), Josef Sroubek (Slavia). Als Begleiter sind bei der Mannschaft kaiserl. Rat Krelis, E. Prochatzka, Dr. J. Gruß, J. Laufer,[1]
Anmerkung: Es differieren die Spieler Wälzer, Bend und die Begleiter in den Berichten. Dafür ist Vindys zusätzlich dabei.
Datum Spielort Teilnehmer Ergebnis Zuschauer Bemerkungen
15. Februar 1911 Berlin Böhmen(Ö) - Schweiz 13:0(7-0,6-0) s.u.
16. Februar 1911 Berlin Böhmen(Ö) - Deutsches Reich 4:1(1-1,3-0) s.u.
17. Februar 1911 Berlin Böhmen(Ö) - Belgien 3:0(2-0,1-0) s.u.


Spiel 15. Februar 1911 Böhmen(Ö) - Schweiz

  • Schiedsrichter:
  • Das Spiel in Berlin zwischen Böhmen und der Schweiz endete 13:0(7-0,6-0).


16. Februar 1911 Böhmen(Ö) - Deutsches Reich

  • Schiedsrichter:
  • Das Spiel zwischen Böhmen und Deutschem Reich endete 4:1(1-1,3-0). Bereits in der ersten Minute konnten die Böhmen den ersten Treffer einschießen. Die Tore für Böhmen schossen Jarkovsky (3) und Sroubek.


17. Februar 1911 Böhmen(Ö) - Belgien

  • Schiedsrichter:
  • Das Spiel zwischen Böhmen und Belgien endete 3:0(2-0,1-0). Dieser Sieg ist darauf zurück zu führen, dass die Belgier einen Spieler durch eine Fußverletzung verloren und dann nur noch mit 6 Mann agieren konnten. Die Tschechen folgten diesesmal nicht der üblichen Sitte, auch auf einen Mann zu verzichten. Man war sich wohl darüber klar, dass bei einem Verzicht auf einen Spieler das Spiel nicht unbedingt zu gewinnen gewesen wäre.


Die restlichen Eishockeyspiele der Europameisterschaft:
-Deutsches Reich - Belgien 6:0,
-Belgien - Schweiz 5:4,
-Deutsches Reich - Schweiz 13:0.


Tabelle der Eishockey-Europameisterschaft 1911 in Berlin

-Böhmen: 6 Punkte,
-Deutsches Reich: 4 Punkte,
-Belgien: 2 Punkte,
-Schweiz: 0 Punkte.
  • Eishockey-Europameister 1911 ist Böhmen, K.u.K.Monarchie Österreich.




Saison 1911/12

3. Eishockey-Europameisterschaft 1912

  • Im Januar 1912 wurde der Österreichische Eishockeyverband (OeEHV) in Wien gegründet. Einer seiner Beschlüsse war, die Aufnahme in die LIHG, dem internationalen Verband, zu beantragen. Dieses wurde auch umgesetzt. Die die Aufnahme noch nicht beschlossen war, wurde bei der LIHG angefragt, ob Österreich an der EM 1912 teilnehmen könne. Dieses wurde bestätigt. Der OeEHV beauftragte die Deutsche Eishockey Gesellschaft Prag mit der Vertretung Österreichs bei der Eishockey-Europameisterschaft 1912. Böhmen war schon Mitglied in der LIHG und so spielten zwei österreichische Mannschaften bei der EM 1912 mit.


  • Die 3. Eishockey-Europameisterschaft fand vom 2. bis 4. Februar 1912 in Prag statt. Veranstalter war der Gewinner der letzten Eishockey Europa-Meisterschaft 1911 Böhmen, vertreten durch den Verband Cesky Svaz Hockeyovy. Der Verband hatte entschieden, dass die Mannschaft für die EM 1912 von Slavia Prag gestellt wird. Während Slavia schon längere Zeit mit der Scheibe spielte, hatte die DEHG erst vor einiger Zeit damit begonnen und es fehlte der Mannschaft noch die Routine.


Datum Spielort Teilnehmer Ergebnis Zuschauer Bemerkungen
02. Februar 1912 Prag, Österreich - Böhmen(Ö) 0:5(0-2,0-3) 1500 s.u.
03. Februar 1912 Prag, Österreich - Deutsches Reich 1:4(1-2,0-2)
04. Februar 1912 Prag, Böhmen(Ö) - Deutsches Reich 2:2(1-1,1-1) s.u.


Spiel 02. Februar 1912 Österreich - Böhmen(Ö)

  • Schiedsrichter: Ing. Kühnel (Ceska Sport. Spol.)
  • Team Österreich: Tor: Oskar Nowak, Backs: Fritz Pipes, Emil (Pseud.) Half: Hans Teller, Sturm: Recolla, Krumbholz, Schreuer,
  • Team Böhmen: Tor: Wälzer, Backs: Pallausch, Otakar Vindis, Half: J. Reznicek, Stürmer: Jarkovsky, Sroubek, Jirkovsky,
  • Das Spiel in Prag, Slaviaplatz, zwischen Österreich und Böhmen endete 0:5(02,0-3) vor 1500 Besuchern. Die böhmische Mannschaft des Cesky Svaz Hockeyovy bestand aus den besten Spielern von Slavia Prag. Die DEHG Prag war vom OeEHV um die Teilnahme gebeten worden und hielt sich überraschend gut, besonders Tor und Verteidigung. Die Stürmer waren noch nicht richtig schusssicher und zu langsam. Zwei Tore konnte Oskar Nowak nicht halten, da ihm die Sicht versperrt war. Der Stürmer Jarkovsky war der beste Mann bei den Böhmen. Er machte allein 3 Tore. Hinzu kamen je ein Treffer von Jirkovski und Otakar Vindis.


Spiel 03. Februar 1912 Österreich - Deutsches Reich

  • Schiedsrichter: Herites (Slavia),
  • Team Österreich: Tor: Oskar Nowak, Backs: Fritz Pipes, Emil (Pseud.) Half:Hans Teller, Sturm: Recolla, Krombholz, Schreuer,
  • Team Deutsches Reich: Tor: Hohendorff (BSC), Backs: Warmuth (Charlottenburg), Half: Steinke (BSC)(Kapitän), Anders (Britannia), Sturm: Lange, Glimm, (BSC), Martin (Charlottenburg), Ersatz: ?
  • Das Spiel zwischen Österreich und Deutschen Reich endet 1:4(1-2,0-2). Die Deutschen mussten ihre Mannschaft verändern, da die Preußen-Spieler wegen eines anderen Spieles nicht teilnehmen konnten. Zu Beginn der ersten Halbzeit drängten die Österreicher die Deutschen immer wieder vor deren Tor. Dann aber befreiten sich die Deutschen und griffen immer wieder das österreichische Tor an. Es gelang ihnen dann in der 10 Minute durch Glimm und in der 11. Minute durch Lange zwei Tore zu erzielen. Es blieb noch einige Zeit bei der Überlegenheit der Deutschen. Dann jedoch rappelten sich die Österreicher wieder auf und konnten durch Fritz Pipes das Anschlusstor erzielen. Danach brach Fritz Pipes allein durch, überlief vier Berliner Spieler, konnte aber die Scheibe nicht ins Tor bringen. Nach der Pause sahen die Zuschauer ein wechselndes Spiel. Die Österreicher schießen öfter aufs Tor, bringen die Scheibe aber nicht hinein. Dann werden die Deutschen wieder stärker. In der 34. Minute kann Glimm das 1:3 einschießen und in der 38. Minute schafft Lange den Endstand von 1:4. Man merkt, dass die Spieler der DEHG, die Österreich in dieser Europameisterschaft vertreten, erst seit kurzem das Spiel mit der Scheibe trainieren. Es fehlt, vor allem bei den jüngeren Spielern, noch die Routine.


Spiel 04. Februar 1912 Böhmen (Ö) - Deutsches Reich

  • Schiedsrichter: Herites (Slavia),
  • Team Böhmen: Tor: Wälzer, Backs: Pallausch, Otakar Vindys, Half: J. Reznicek, Stürmer: Jarkovsky, Sroubek, Jirkovsky,
  • Team Deutscher Reich: Tor: Mayer (Berliner Preußen), Backs: Steinke (BSC), Träger (Preußen), Half:Warmuth (Charlottenburg), Sturm: Lange, Glimm, (Schlittschuhclub), Martin (Charlottenburg), Ersatz: Jakob (Britania),
  • Das Spiel zwischen Böhmen und Deutsches Reich endete 2:2(1-1,1-1) unentschieden. Als Ehrengast war auch der Statthalter Fürst Thun anwesend. In der ersten Halbzeit waren die Deutschen stark überlegen. Den ersten Treffer konnte Vindys in der 10. Minute für die Böhmen einschießen. Dieser Treffer überschattete die Europameisterschaft. Die Deutschen behaupteten, dass die Scheibe bereits im Tor gewesen sein und man dieses dann nach hinten verschoben hätte, da es lose gewesen sein. Angeblich sagte man den Deutschen zu, dass der Treffer nicht anerkannt werde. Er zählte aber. Ein Tor fiel dann noch in dieser Spielzeit durch Martin zum 1:1. Nach der Pause waren die Böhmen zwar etwas stärker, die Deutschen konnten aber durch Lange in Führung gehen. Als sich der deutsche Verteidiger Warmuth dann verletzte, konnte Sroubek für die Böhmen den Ausgleichstreffer zum 2:2 erzielen. Schiedsrichter Herites erlitt bei dem Spiel eine leichte Verletzung.


Die österreichische Mannschaft des böhmischen Eishockeyverbandes belegte den 1. Platz, Deutschland wurde zweiter und den dritten Platz belegte Österreich. Böhmen wurde der Sieg zuerkannt, da es das bessere Torergebnis erzielt hatten (gegen Österreich). Die Deutschen erklärten, gegen diese Entscheidung einen Protest bei der Liga einzureichen, da das erste Tor der Böhmen nicht hätte anerkannt werden dürfen.


  • Böhmen gewann die EM 1912. Deutschland legte einen Protest ein.
17. März 1912: Der Präsident der LIHG Louis Magnus aus Paris teilte mit, dass die EM 1912 in Prag für ungültig erklärt wird und eine Widerholung stattzufinden habe. Begründung war, dass der Verband die Teilnahme der DEHG aus Prag nicht hätte gestatten dürfen. Magnus schlug weiter vor, anläßlich eines Turniers in Brüssel die Böhmen und die Deutschen gegeneinander antreten zu lassen und den Europameister neu auszuspielen. Sofort nach dieser Mitteilung bemühen sich die Deutschen, das Spiel nach Berlin zu verlegen.[2] Eine ähnlich lautende Erklärung wurde auch in Berlin veröffentlicht.
Der Antrag auf Aufnahme wurde am 18. März 1912 von LIHG genehmigt. Somit war der österreichische Verband zur EM 1912 noch keine Mitglied in der LIHG. In der Mitgliederversammlung des Verbandes vom 22. bis 23. März in Brüssel wurde dann bestätigt, die WM 1912 für ungültig zu erklären.
30. März 1912: Intern. Liga stimmt Protest der Deutschen zu
Die Liga ist dem Protest aus Deutschland gefolgt und ordnet die Neuaustragung der EM 1912 an.[3]


22./23. März 1912: Mitgliederversammlung der IIHV in Brüssel 1912
In der Mitgliederversammlung des Verbandes vom 22. bis 23. März in Brüssel wurde dann bestätigt, die WM 1912 für ungültig zu erklären. Weiterhin wurde beschlossen, die nächste Meisterschaft in Berlin auszutragen. Der bisherige Präsident Magnus trat auf Grund dieser Entscheidung zurück. Neuer Präsident wurde Henry van den Bulcke aus Belgien.





Saison 1912/13

  • 23. Dezember 1912: Mannschaft des Böhmischen Eishockeyverbandes in dieser Saison

Für die Europameisterschaft und andere internationale Einsätze hat der Verband folgende Mannschaft aus Spielern von Spolecnost und Slalvia aufgestellt:

  • Team Böhmen: Tor: Wälzer, Pallausch (Spolecnost), Dr. Fleichsmann sen.(Slavia), Ing. Bend (Slavia), Dr. Fleischmann jun.(Slavia), Jirkovsky (Slavia), Jarkovsky (Slavia), Sroubek (Spolelcnost), Reblic (Spolecnost),[4]

05. Jänner 1913: Für München benennt der Böhmische Eishockeyverband jetzt zwei Mannschaftsaufstellungen:

Team I: Tor: Rovy (Karlin), Verteidiger: Dr. J.M. Fleischmann (Slavia), Paullausch (Spolecnost), Half: Sroubek (Spolecnost), Stürmer: Jirkovsky (Slavia), Jarkovsky (Slavia), J. Rublic (Spolecnost),
Team II: Tor: Wälzer, Verteidiger: Ing. Heim, J. Rublic, Half: Loos, Sturm: Dr. Hartmann, Maca, Dr. M. Fleischmann (Salvia),
Ersatz: Ing. Bend (Slavia), Hamacek,[5]



Freundschaftsspiel zur EM in München

Datum Spielort Teilnehmer Ergebnis Zuschauer Bemerkungen
27. Jänner 1913 München, Böhmen(Ö) - Männerturnverein München S F




Eishockey-Europameisterschaft 1912/13

  • Die 4. Eishockey-Europameisterschaft fand vom 25. bis 27. Jänner 1913 in München statt. Vier Länder nahmen teil. Wiederum hatten Böhmen und Österreich ihre Teilnahme angemeldet.
  • Der Einspruch Deutschlands gegen die Teilnahme von zwei österreichischen Mannschaften wurde von der Liga abgelehnt.
  • Als Taktlosigkeit wurde in der Presse gewertet, dass die Böhmen bei dem Spiel gegen Deutschland Spiel den aufgestellten Schiedsrichter, den Präsidenten der internationalen Eishockeyliga van der Buicke aus Brüssel, ablehnten.
  • Die Böhmen legten beim Veranstalter am 25. Jänner 1913 einen Protest gegen die Ausmaße des Eisplatzes und die schlechten Toranlagen ein. Am nächsten Tag schloss sich Österreich dem Protest an.



Vizepräsident Müller (OeEHV) zur Europa-Meisterschaft in München

Vizepräsident Müller vom Österreichischen Eishockeyverband (OeEHV) war als offizieller Vertreter des Verbandes bei der Eishockey-Europameisterschaft in München. Nach seiner Rückkehr gibt er dem Illustrierten Sportblatt in Wien nachstehende Stellungnahme:
"Ich war überrascht, als ich die Stätte erblickte, auf der die Europameisterschaft im Eishockey stattfinden sollte. Münchens Kunsteisbahn kann wohl einer geringen Menge von Eisbummlern genügen, aber zur Austragung sportlicher Wettkämpfe oder Konkurrenzen ist sie nicht geeignet. Die Anlage der gedeckten Kunsteisbahn reicht nicht an die Anlagen der Eispaläste anderer Großstädte, ist immerhin recht nett und komfortabel, weist aber nur eine Fläche von 40 m Länge und 16 m Breite auf.
Über das Spiel mit der Scheibe den Stab zu brechen wäre ein Unding. Mir erschien es als eine wüste Rauferei, Rugby auf dem Eise. Von anderer Seite, und ich muss betonen, von sportlich bekannten Persönlichkeiten wurde mir entgegengehalten, dass das viel zu kleine Spielfeld schuld daran wäre, dass das jetzt stark verbreitete Spiel mit der Scheibe roh erscheine; auf größeren Plätzen wäre dies nicht der Fall. Mit den 14 Spielern und dem Schiedsrichter war der kleine Platz voll; es kamen Situationen vor, in denen sich vier, fünf Spieler um die Scheibe stritten; dabei wurde gerempelt, gestoßen, mit den Stöcken geschlagen; lauter Dinge, die dem Auge des Zuschauers kein erfreuliches Bild boten.
Auf größeren Plätzen muss das Spiel mit der Scheibe ganz interessant sein, denn technisch steht es jedenfalls hoch und stellt an die Spieler kolossale Anforderungen. Jedenfalls werde ich Gelegenheit nehmen, in nächster Zeit mir ein Wettspiel auf einem größeren Platz anzusehen. Hoffentlich kann ich dann einen besseren Eindruck gewinnen.
Etwas finde ich noch erwähnenswert und dies ist die Auffassung der Ligue Internationale de Hockey sur Glace (LIHG)Punkto der Teilnahmeberechtigung der einzelnen Länder. Teilgenommen an der Meisterschaft haben Belgien, Deutschland, Österreich und - Böhmen. Für die Lique scheint Böhmen ein getrennter Staat zu sein. Es wirkt auf den Eingeweihten jedenfalls sehr komisch, wenn in einer Meisterschaft, die einzelne Länder ausfechten sollen, Österreich (Deutsche Eishockeygesellschaft in Prag) gegen Böhmen (Cesky Svaz Hockeyovy) spielt."




  • Team Cesky Svaz Hockeyovy: Spieler: Dr. Fleischmann sen. u. Jun., Jarkovsky, Kap. Jirkovsky (Slavia) Ceska Sport. Spol.: Pallausch, Rublic sen. u. Jun., Josef Sroubek, Slavia: Bend [6]


  • Team Cesky Svaz Hockeyovy: Tor: Jan Peka (Karlin), Verteidigung: Dr. Fleischmann (Slavia), Pallausch (Spolecnost), Sroubek (Spolecnost), Stürmer: Jarkovsky (Slavia), Jirkovsky (Slavia), J. Rublik (Spolecnost),[7]


Datum Spielort Teilnehmer Ergebnis Zuschauer Bemerkungen
25. Jänner 1913 München Böhmen(Ö) - Belgien 4:4(0-1,4-3) s.u.
26. Jänner 1913 München Böhmen(Ö) - Deutsches Reich 4:2(2-0,2-2) s.u.
26. Jänner 1913 München Österreich - Belgien 1:13(0-7,1-6) s.u.
27. Jänner 1913 München Österreich - Böhmen(Ö) 0:7(0-2,0-5) s.u.
27. Jänner 1913 München Österreich - Deutsches Reich 4:14(2-9,2-5) s.u.


Spiel 25. Jänner 1913 Böhmen(Ö) - Belgien

  • Schiedsrichter: Steinke (Berliner Schlittschuh Club),
  • Team Böhmen: Tor: Jan Peka (Karlin), Verteidigung: Dr. Fleischmann (Slavia), Pallausch (Spolecnost), Deckung: Josef Sroubek (Spolecnost), Sturm: Jaroslav Jarkovsky (Kapitän), (Slavia) , Jaroslav Jirkovsky (Slavia), Josef Rublic (Spolecnost),
  • Das Spiel zwischen Böhmen (Ö) und Belgien endet 4:4(0-1,4-3).[8][9] Den Belgiern kam der kleine Eisplatz in München sehr gelegen. In Belgien sind die Plätze in der Regel von der gleichen Größe. Sie konnten in gewohnter Weise wie zu Hause spielen und ihre ganze Kampfkraft beweisen. Bei den Böhmen fiel die rohe Spielweise unangenehm auf. Das Unentschieden zeigt, dass beide Mannschaften gleichwertig waren. [10]In der 1. Halbzeit konnten die Belgier den Führungstreffer erzielen. In der zweiten Halbzeit konnten Jirkovsky(3) und Pallausch die Tore für Böhmen erzielen.


Spiel 26. Jänner 1913 Böhmen(Ö) - Deutsches Reich

  • Schiedsrichter: Dr. Mason
  • Team Böhmen: Tor: Peka (Karlin), Verteidigung: Dr. Fleischmann (Slavia), Pallausch (Spolecnost), Deckung: Sroubek (Spolecnost), Sturm: Jarkovsky (Slavia), Jirkovsky (Slavia), J. Rublic (Spolecnost), Ing. Windisch (Slavia) spielt für J. Rublic
  • Team Deutsches Reich: Tor: Schmitz, Verteidigung: Steinke, Warmuth, Grauel, Sturm: Rauch (Münchner Männerturnverein), Martin, Lange,
  • Das Spiel zwischen Böhmen(Ö) und Deutschland endet 4:2(2-0,2-2).[11] Für das Spiel ist der Präsident der Internationalen Eishockeyliga van de Boiken als Schiedsrichter aufgestellt worden. Die Böhmen lehnen ihr ab und so muss Dr. Mason das Spiel pfeifen. Es fehlte ihm jedoch die Erfahrung für solche Spiele. Das Spiel artet öfters aus, vor allem auf Seiten der Böhmen. Die Böhmen spielen mehr als scharf. Die Böhmen können in der ersten Spielhälfte schon nach kurzer Zeit den Führungstreffer erzielen. Vor der Pause gelingt ihnen auch noch ein weiterer Treffer. In der zweiten Spielhälfte werden die Deutschen stärker und können ebenso wie die Böhmen zwei Tore einschießen. Die Tore für Deutschland erzielt beide Rauch.



26. Jänner 1913 Österreich - Belgien

  • Schiedsrichter: Lange (Berliner Schlittschuh Club),
  • Team Österreich: Tor: Ing. Nowak, Verteidiger: Teller, Dr. Pipes, Deckung: Payer, Sturm: Schöpp, Jimmy Pipes, Krumbholz,
  • Das Spiel zwischen Österreich und Belgien endete 1:13(0-7,1-6). Die Belgier spielen konsequenter als die Österreicher. Torwart Nowak hat heute keinen guten Tag. So können die Belgier 7 Treffer in der ersten Halbzeit erzielen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit haben sich die Österreicher etwas gefangen und Jimmy Pipes kann in der 10 Minute den Ehrentreffer für seine Mannschaft einschießen. Die Belgier werden wieder stärker und schießen noch weitere 6 Tore, so dass das Spiel 1:13 endet.


Weitere Spiele 26. Jänner 1913:

-Belgien - Deutsches Reich 8:5(5-3,3-2)



Spiel 27. Jänner 1913 Österreich - Böhmen(Ö)

  • Schiedsrichter: Wahrmut (Charlottenburg),
  • Team Böhmen: Tor: Peka (Karlin), Verteidigung: Dr. Fleischmann (Slavia), Pallausch (Spolecnost), Deckung: Sroubek (Spolecnost), Sturm: Jarkovsky (Slavia), Jirkovsky (Slavia), J. Rublik (Spolecnost),
  • Team Österreich: Tor: Ing. Nowak, Verteidiger: Teller, Dr. Pipes, Deckung: Payer, Sturm: Schöpp, Jimmy Pipes, Krumbholz,
  • Das Spiel zwischen Österreich und Böhmen endet 0:7(0-2,0-5). In der ersten Halbzeit können die Böhmen nach längerem Gleichstand zwei Tore durch Windisch und Jarkovsky gegen die Österreicher erzielen. In der zweiten Halbzeit fällt längere Zeit kein Tor. Dann können die Österreicher nicht mehr mithalten und in den letzten 10 Minuten des Spiels treffen die Böhmen noch 5 Mal ins Österreichische Tor und erzielen damit den Endstand von 0:7.


Spiel 27. Jänner 1913 Österreich - Deutsches Reich

  • Schiedsrichter: Römer (Männerturnverein München)
  • Team Österreich: Tor: Ing. Nowak, Verteidiger: Teller, Dr. Pipes, Deckung: Payer, Sturm: Schöpp, Jimmy Pipes, Krumbholz,
  • Das Spiel zwischen Österreich und Deutschland endet 4:14( ).[12] Für Payer spielte heute R. Burka. Bei den Deutschen spielt statt Grauel der Münchner F. Rauch. Die Deutschen sind den Österreichern spielerisch stark überlegen. Lange schießt die meisten Tore für Deutschland und ist im Spiel mit besten Einzelleistungen zu sehen. Die vier Tore für die Österreicher schoss Jimmy Pipes.
Platz Mannschaft Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte Bemerkungen
1 Belgien 3 2 1 0 25:10 5
2 Böhmen (Ö) 3 2 1 0 15:6 5
3 Deutsches Reich 3 1 0 2 21:16 2
4 Österreich 3 0 0 3 5:34 0


Eishockey-Europameister 1912/13: Belgien

Belgien gewinnt die Europameisterschaft wegen des besseren Torverhältnisses vor Böhmen und Deutschland. In den Statuten ist Vermerk, dass nicht das bessere Torverhältnis, sondern nur die geschossenen Tore bei Punktgleichheit zählen. Nach dem Torverhältnis wäre die böhmische Mannschaft Sieger sein müssen. Österreich, vertreten durch die DEHG Prag, erreicht den vierten Platz.



2. LIHG Eishockey-Meisterschaft 1912/13

Die Ligue Internationale de Hockey sur Glace (LIHG) schrieb für 1913 eine internationale Eishockey-Meisterschaft vom 22. bis 24. Februar 1913 aus. Nach Brüssel im Vorjahr war dieses die 2. Meisterschaft der LIHG. Austragungsort war St. Moritz in der Schweiz. Die DEHG Prag erhielt eine Einladung als Vertreter von Österreich. Eine Teilnahme war jedoch nicht möglich, da verschiedene Spieler keine Freistellung bekamen.
Teilnehmer:
-Deutsches Reich (Berliner Schlittschuh Club)
-Frankreich (Club des Patineurs)
-Schweiz
-Großbritannien (Prince Ice Hockey Club, London)
-Böhmen (Auswahlmannschaft Prag)[13][14]
Datum Spielort Teilnehmer Ergebnis Zuschauer Bemerkungen
22. Februar 1913 St. Moritz Böhmen(Ö) - Frankreich 1:2
23. Februar 1913 St. Moritz Böhmen (Ö) - Deutsches Reich 0:7
24. Februar 1913 St. Moritz Böhmen(Ö) - Schweiz 4:1
24. Februar 1913 St. Moritz Böhmen (Ö) - Großbritannien 0:3


22. Februar 1913 Böhmen(Ö) - Frankreich

  • Schiedsrichter:
  • Das Spiel in St. Moritz zwischen Böhmen und Frankreich endete 1:2. Die Franzosen hatten große Mühe mit den Böhmen.
Weitere Spiele 22. Jänner 1913:
-22. Februar 1913: Großbritannien - Schweiz 7:1
-22. Februar 1913: Frankreich - Deutsches Reich 4:2


23. Februar 1913 Böhmen (Ö) - Deutsches Reich

  • Schiedsrichter:
  • Das Spiel in St. Moritz zwischen Böhmen und Deutschland endete 0:7. Die Deutschen zeigten sich im Gegensatz zu gestern heute in sehr guter Form. Sie hatten auch noch im Hinterkopf, dass sie bei den Europameisterschaften den Böhmen unterlegen waren. Die Verteidigung machte keinen Fehler und der Sturm spielte hervorragend. Böhmen war nicht einmal in der Lage einen Ehrentreffer zu erzielen.


Weitere Spiele 23. Jänner 1913:
-23. Februar 1913: Frankreich - Schweiz 6:1
-23. Februar 1913: Großbritannien - Frankreich 2:0
-23. Februar 1913: Deutsches Reich - Schweiz 13:0


24. Februar 1913 Böhmen(Ö) - Schweiz

  • Schiedsrichter:
  • Das Spiel in St. Moritz zwischen Böhmen und der Schweiz endete 4:1. Die Böhmen waren während des ganzen Spiels überlegen. Der Slavia-Spieler Jarkovsky war der beste Mann auf dem Platz und schoss auch die meisten Tore für die Böhmen. Es war das einzige Spiel dieses Turniers, welches die Böhmen siegreich beenden konnten.


24. Februar Böhmen (Ö) - Großbritannien

  • Schiedsrichter:
  • Das Spiel in St. Moritz zwischen Böhmen und Großbritannien endete 0:3. Die Briten waren stark überlegen und hielten sich etwas im Spiel zurück, um Kräfte für den Endkampf gegen die Deutschen zu sparen.


Weitere Spiele 23. Februar 1913:
-24. Februar 1913: Deutsches Reich - Großbritannien 2:1
Platz Mannschaft Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte Bemerkungen
1 Deutsches Reich 4 3 0 1 24:5 6
2 Großbritannien 4 3 0 1 13:3 6
3 Frankreich 4 3 0 1 12:6 6
4 Böhmen 4 1 0 3 5:13 2
5 Schweiz 4 0 0 4 3:30 0


  • Drei Mannschaften hatten am Ende des Turniers einen Punktstand von 6:0. Es musste daher das Torergebnis entscheiden. Sieger wurde Deutschland bei 24 Toren vor Großbritannien mit 13 Toren. Dritter wurde Frankreich mit 12 Toren und Böhmen Vierter.
Anmerkung: Die Spielergebnisse differieren mit den Angaben in WP, wobei dort zumindest eine der Fundstellen angegeben ist, die auch hier verwendet wurde. Bei dieser Fundstelle ist jedoch in der Tabelle ein Schreibfehler bei Deutschland vorhanden. Deutschland hat nicht 4, sondern 5 Gegentore nach den Spielergebnissen erhalten(Eines im Endspiel und vier beim verlorenen Spiel gegen Frankreich). Dieses ändert jedoch nichts an dem Ergebnis. Die Tabellen zwischen WP und hier sind unterschiedlich, da falsche Spielergebnisse bei WP eingetragen wurden, gegenüber der Fundstelle. Als Fundstelle ist auch das Hockeyarchivs angegeben. Dort gibt es aber keine Fundstelle.

Saison 1913/14

  • In der Vorbereitung der Eishockey-Europameisterschaft und des Eishockeyturniers in Les Avants fand ein Spiel zwischen der Mannschaft des Cesky Svaz Hockeyovy gegen eine tschechische Auswahlmannschaft in Prag statt.
Datum Ort Vereine Ergebnis Zuschauer Bemerkungen
11. Jänner 1914 Prag, Böhmen (Ö)- Auswahlmannschaft Prag 9:4(5-0,4-4)


Eishockey-Turnier in Les Avants 1913/14

  • Das Eishockeyturnier in Les Avants wird in einigen Zeitungen als die Eishockey-Weltmeisterschaft bezeichnet und fand vom 16. bis 18. Jänner 1914 statt.[15] Der Eishockeyverband von Böhmens Cesky Svaz Hockeyovy meldete eine Mannschaft. Sie sollte aus Spielern der Vereine Spolecnost und Slavia Prag bestehen. Nach den Namen der Spieler handelte es sich aber um eine Mannschaft, die ausschließlich Spieler von Spolecnost umfasste.



Teilnehmer:

-Princes Ice Hockey Club, London,
-Berliner Schlittschuh Club,
-Brüsseler Ice Hockey Club,
-Club des Partineurs Lausanne,
-Cesky Svaz Hockeyovy, Prag[16]
Datum Ort Vereine Ergebnis Zuschauer Bemerkungen
17. Jänner 1914 Les Avants Böhmen(Ö) - Princes Ice Hockey Club 0:1 s.u.
17. Jänner 1914 Les Avants Böhmen(Ö) - Berliner Schlittschuh Club 1:1
18. Jänner 1914 Les Avants Böhmen(Ö) - Club des Partineurs Lausanne 2:0
18. Jänner 1914 Les Avants Böhmen(Ö) - Brüsseler Ice Hockey Club 17:0
Die weiteren Spiele des Turniers:
-16. Jänner 1914: Princes Ice Hockey Club - Brüsseler Ice Hockey Club 16:0
-16. Jänner 1914: Berliner Schlittschuh Club - Brüsseler Ice Hockey Club 10:1
-17. Jänner 1914: Club des Partineurs Lausanne - Brüsseler Ice Hockey Club 4:1
-17. Jänner 1914: Club des Partineurs Lausanne - Berliner Schlittschuh Club 1:9
-18. Jänner 1914: Club des Partineurs Lausanne - Princes Ice Hockey Club 0:12
-18. Jänner 1914: Berliner Schlittschuh Club - Princes Ice Hockey Club 1:5
Anmerkung: Das Spiel zwischen dem Berliner Schlittschuh Club und dem Brüsseler Ice Hockey Club vom 16. Jänner 1914 wird in zwei österreichischen Zeitungen (Grazer Volksblatt und Neues Wiener Tagblatt) mit dem Ergebnis 10:1 veröffentlicht und im Prager Tagblatt mit 1:0. Die Quelle in Wikipedia mit 10:0 ist nicht angegeben.


Spiel 17. Jänner 1914 Böhmen(Ö) - Princes Ice Hockey Club

  • Schiedsrichter:
  • Team Böhmen: Tor: Wälzer, Backs: Rublic sen., Hamacek, Rover: Sroubek, Stürmer: Rublic jun., Dr. Hartmann, Xaver,
  • Das Spiel zwischen Böhmen und England endete 0:1. Bis drei Minuten vor Schluss stand es immer noch 0:0. Die Böhmische Mannschaft hatte mehr Spielanteile. Dann jedoch konnten die Engländer mit Glück den Siegestreffer erzielen.


Abschlusstabelle

Platz Verein Spiele Sieg Un. Verl. Tore Punkte
1. Princes Ice Hockey Club 4 4 0 0 34:1 8
2. Cesky Svaz Hockeyovy 4 2 1 1 20:2 5
3. Berliner Schlittschuh Club 4 2 1 1 21:7 5
4. Club des Partineurs Lausanne 4 1 0 3 5:24 2
5. Brüsseler Ice Hockey Club 4 0 0 4 1:47 0


  • Es siegte der Princes Ice Hockey Club mit 8 Punkten. Zweiter wurde Böhmen(Ö) und den 3. Platz gewann der Berliner Schlittschuh Club. Beim 2 Platz entschied das Torverhältnis, da beide Mannschaften die gleiche Punktzahl hatten. Es ist nicht bekannt, welche Torverhältnisrechnung genommen wurde. Bei der Rechnung mit dem Torquotienten steht Böhmen mit 10 zu 3 besser, bei der Rechnung der Tordifferenz steht Böhmen auch mit 18 zu 14 besser. Böhmen kann also nur zweiter gewesen sein. Das nach dem Torverhältnis gerechnet wurde, geht aus Zeitungsberichten hervor[17] Am 20. Jänner 1914 berichtet die gleiche Zeitung dann, dass nur die geschossenen Tore gerechnet wurden und damit der Berliner Schlittschuh Club Zweiter und Böhmen Dritter wurde.




3. LIHG Eishockey-Meisterschaft 1913/14

  • Die Ligue Internationale de Hockey sur Glace (LIHG) schrieb auch für 1914 eine internationale Eishockey-Meisterschaft vom 20. bis 22. Jänner 1914 aus. Es war die 3. Meisterschaft dieser Art. Austragungsort war Chamonix in Frankreich. Der Eishockeyverband Böhmens, Cesky Svaz Hockeyovy, meldete eine Mannschaft, die aus Spielern der Vereine Spolecnost und Slavia Prag bestand.

Teilnehmer:

-Böhmen(Ö)
-Deutsches Reich
-Großbritannien
-Frankreich
Datum Spielort Mannschaften Ergebnis Zuschauer Bemerkungen
20. Jänner 1914 Chamonix Böhmen(Ö) - Frankreich 1:1
20. Jänner 1914 Chamonix Großbritannien - Deutsches Reich 3:2
21. Jänner 1914 Chamonix Böhmen(Ö) - Deutsches Reich 2:4
21. Jänner 1914 Chamonix Großbritannien - Frankreich 3:0
22. Jänner 1914 Chamonix Böhmen(Ö) - Großbritannien 2:9
22. Jänner 1914 Chamonix Deutsches Reich - Frankreich 0:0


Abschlusstabelle

Platz Verein Spiele Sieg Un. Verl. Tore Punkte
1. Großbritannien 3 3 0 0 15:4 6
2. Deutsches Reich 3 1 1 1 6:5 3
3. Frankreich 3 0 2 1 1:4 2
4. Böhmen(Ö) 3 0 1 3 5:14 1


  • Der Böhmische Eishockeyverband belegte im Turnier den 4. Platz mit einem Punkt.




Eishockey-Europameisterschaft 1913/14

Die 5. Eishockey-Europameisterschaft fand vom 25. bis 27. Februar in Berlin statt. Gemeldet hatten für diese Meisterschaft:
-Belgien
-Böhmen(Ö)
-Deutsches Reich
-Schweiz
Der OeEHV hatte auf die Entsendung einer eigenen Mannschaft verzichtet.
Das Spiel am 25. Februar 1914 zwischen Böhmen und Belgien wurde gespielt. Ein zweites Spiel zwischen Deutschem Reich und der Schweiz konnte nicht stattfinden, da die Schweizer wegen einem Irrtum noch nicht in Berlin waren. Es spielte ersatzweise eine kombinierte Deutsche Mannschaft gegen den Berliner Schlittschuh Club mit 6:1.[18] Ebenso das Spiel am 26. Februar 1914 zwischen Deutschem Reich und Belgien. Das zweite Spiel des Tages zwischen Böhmen und der Schweiz konnte nicht stattfinden, da die Schweizer Mannschaft nicht vollzählig war. Es wurde statt diesem Spiel ein Match zwischen Böhmen und dem Berliner Schlittschuh Club ausgetragen, damit die Zuschauer nicht ohne Spiel nach Hause gehen mussten. Das Spiel endete 2:2 unentschieden.[19] Da jetzt nur noch 3 Mannschaften den Europameistertitel austrugen, fand am 27. Februar 1914 dann das dritte und letzte Spiel zwischen Böhmen und dem Deutschen Reich statt. Bei der Schweizer Eishockey-Mannschaft sind alle Mitglieder eingetroffen. Für das ausgefallene Schweizer Meisterschaftsspiel findet jetzt eine Begegnung einer kombinierten Schweizer Mannschaft mit vier Schweizer Spielern, dem Prager Emmerich Rath, dem Schweden Molander und dem Berliner Torwart Hondorf verstärkt wurde, gegen Belgien statt. Die kombinierte Schweizer Mannschaft gewinnt 4:0(2-0,2-0).[20]
Datum Spielort Mannschaften Ergebnis Zuschauer Bemerkungen
25. Februar 1914 Berlin, Sportpalast Böhmen(Ö) - Belgien 9:1(4-0,5-1)
26. Februar 1914 Berlin, Sportpalast Deutsches Reich - Belgien 4:1(3-0,1-1)
27. Februar 1914 Berlin, Sportpalast Böhmen(Ö) - Deutsches Reich 2:0(1-0,1-0)


Spiel 25. Februar 1914 Böhmen(Ö) - Belgien

  • Schiedsrichter:
  • Das Spiel im Berliner Sportpalast zwischen Böhmen(Ö) und Belgien endete 9:1(4-0,5-1).


Spiel 26. Februar 1914 Deutsches Reich - Belgien

  • Schiedsrichter:
  • Das Spiel im Berliner Sportpalast zwischen dem Deutschen Reich und Belgien endete 4:1(3-0,1-1).


Spiel 27. Februar 1914 Böhmen(Ö) - Deutsches Reich

  • Schiedsrichter:
  • Das Spiel im Berliner Sportpalast zwischen Böhmen(Ö) und dem Deutschen Reich endete 2:0(1-0,1-0). Die Deutschen spielten gut, mussten aber dann die Überlegenheit der Böhmen anerkennen. Das Tor in der ersten Halbzeit konnte Paral einschießen, der Torschütze des zweiten Tores war Jirkovsky.


Eishockey-Europameister 1913/14: Böhmen (Österreich)





Saison 1914/15 bis 1920/21

Es fanden keine Eishockey-Europameisterschaften statt.


  • Ab 28. Oktober 1918 gehörte der Böhmische Eishockeyverband der Tschechoslowakei an.


Einzelnachweise

  1. Prager Tagblatt 12. Februar 1911
  2. Allgem. Sportzeitung 17. März 1912
  3. Allg. Sportzeitung 30. März 1912
  4. Prager Tagblatt 23. Dezember 1912
  5. Prager Tagblatt 5. Jänner 1913
  6. Prager Tagblatt 23. Jänner 1913
  7. Illustriertes Sportblatt 25. Jänner 1913
  8. Deutsches Volksblatt 26. Jänner 1913
  9. Prager Tagblatt 26. Jänner 1913
  10. Illustriertes Sportblatt 1. Februar 1913
  11. Neues Wiener Tagblatt 27. Jänner 1913
  12. Reichspost 28. Jänner 1913
  13. Allgemeine Sportzeitung vom 2. März 1913
  14. Illustrierte Sportblatt 8. März 1913
  15. Fremdenbnlatt 12. Jänner 1914
  16. Prager Abendblatt 19. Jänner 2014
  17. Neue Wiener Nachrichten 19. Jänner 1914
  18. Wiener Zeitung 26. Februar 1914
  19. Neues Wiener Journal 27. Februar 1914
  20. Fremdenblatt 28. Februar 1914

Quellenangaben

  • Prager Tagblatt