Heinrich Deml: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 23. Mai 2020, 13:56 Uhr

Gedenkreuz an Heinrich Deml in Wien

Heinrich Deml (* 24. Juni 1895 in Wien; † 11. April 1920) war ein Stadtschutzwachmann , der im Dienst erschossen wurde. An ihn erinnert noch ein Gedenkkreuz am Tatort.

Leben und Mord

Heinrich Deml war der Sohn des Sicherheitswache-Postens in Kagran. Deml war im Ersten Weltkrieg bei der Kriegsmarine, bevor er am 3. November in die neugeschaffene Stadtschutzwache eintrat und der Lobau-Ökonomie zugeteilt wurde.

Am 11. April 1920 begab er sich mit seinem Kollegen Leopold Ofner auf eine Streife. Da in der Nachkriegszeit in der Lobau immer wieder gewildert und Brennholz gestohlen wurde, führte sich die Streife in dieses Gebiet. Üblicherweise zu zweit, trennten sich diesmal die beiden und Deml machte sich allein auf den Weg in die obere Lobau. Er kontrollierte noch wie vorgesehen den Nachtwächter im Verwaltungsgebäude der Gutsverwaltung Lobau. Der Nachtwächter hörte noch zwei Schüsse und einen Schrei. Deml selbst wurde aber nicht mehr lebend gesehen.

Am Morgen fand ihn der Wachkommandant mit einem Diensthund durch einen nahen Kopfschuss getötet am Wegrand liegend. Da man eine Patronenhülse einer Pistole vom Kaliber 7,55 Millimeter mit der Aufschrift F.N. und ein deformiertes Bleimantelprojektil fand, nahm man zwei Schüsse aus zwei verschiedenen Waffen an, während Deml selbst nicht geschossen hatte.

Ein Kollege Demls sagte aus, dass ihm am Morgen drei Männer beim Gasthaus an der Kaisermühlenstraße begegneten. Da sie aber keinen Rucksack bei sich trugen, wurden sie von ihm nicht angehalten. Als er kurz später dorthin zurückkehrete, traf er die drei aber nicht mehr an.

Unabhängig davon wurde bei der Wache mitgeteilt, dass in einem Wirtschaftgebäude bei Großenzersdorf Schweine und andere Lebensmittel gestohlen wurden. Dadurch kam es zur Annahme, dass Deml, diesen begegnet sei und von diesen erschossen worden sei. Es wurden zwar einige Verdächtige ausgeforscht, denen auch Einbrüche und Holzdiebstahl nachgewiesen werden konnte, jedoch nicht der Mord, sodass der Tod bis auf weiteres ungesühnt bleiben musste. Deml wurde bereits am 15. April am Kagraner Friedhof beigesetzt.

Aufklärung des Tatherganges

Aufgeklärt wurde der Mord erst zwei Jahre später durch eine unbedachte Aussage einer eifersüchtigen Ehefrau eines betrunkenen Mannes. Ein Kriminalbeamter erfuhr von den Ereignissen und forschte die ganze Gruppe des Zechgelages aus und überprüfte Aussagen mit dem Tatherganges bei Mord von Deml. Ein weiterer Täter wurde bei einem Einbruch überrascht. Bei diesem fand man eine Pistole F.N..

Wie sich durch Geständnisse ergab, waren diese vier Männer die Diebe in Großenzersdorf. Sie trugen die zerlegten Schweine in ihren Rucksäcken. Als Deml auf diese Männer stieß und sie perlustrieren wollte, erschoss ihn einer der Diebe mit einer Faustfeuerwaffe. Sie flüchteten zwar sofort, einer ging jedoch nochmals zurück, um sich zu vergewissern, dass Deml tot sei und schoss ihn mit dem Revolver nochmals in den Kopf. Dei Ruckäcke versteckten sie bei der Napoleonschanze in der Lobau. Während die drei weiter gingen und dort auch auf den Wachmann beim Gasthaus trafen, ging der Mörder zur Straßenbahn nach Stadlau.

Die versteckten Rucksäcke holten sie kurz darauf mit ihren Frauen, denen sie auch von ihrem Mord erzählten.

Jener der Deml erschoss erhielt im Jahr 1922 wegen Totschlag und schweren Einbruch sieben Jahr Gefängnis, der zweite Mann, der bereits auf den Toten schoss, musste sechs Jahre ins Gefängnis.

Literatur