Georg von Liechtenstein, gest. 1393

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Georg von Liechtenstein (* im 14. Jahrhundert; † im Frühjahr 1393)[A 1] war fast zwanzig Jahre Kammermeister am Hof von Herzog Albrecht (III.) von Österreich ("Albrecht dem Zopfe") († 1395), ohne sich in diesem Amt besonders zu profilieren. Er war der Bruder und einer der engsten Vertrauten von Albrechts einflussreichen Hofmeister Hans von Liechtenstein († 1397). Er darf nicht mit seinem gleichnamigen Neffen († 1419), dem Fürstbischof von Trient, verwechselt werden.

Herkunft und Familie

Georg (I.) von Liechtenstein zu Nikolsburg stammte aus einer bedeutenden Adelsfamilie, die zu den sogenannten "Herrengeschlechtern" des Herzogtums Österreich zählte. Sie unterhielt enge Beziehungen mit dem Adel der Markgrafschaft Mähren und zu den böhmischen Königen.[1] Georg von Liechtenstein war ein Bruder von Hans von Liechtenstein, der viele Jahre einer der engsten Vertrauten von Herzog Albrecht (III.) war.[2] Verheiratet war Georg von Liechtenstein mit Dorothea von Puchheim, der älteren Tochter von Hans (I.) von Puchheim. Ihre jüngere Schwester Elisabeth war später mit Georgs Bruder Hans verheiratet.[3] Er war ein Onkel von Matthias von Liechtenstein († 1399/1400).

Leben

Georg von Liechtenstein wurde 1375, ziemlich sicher auf Betreiben seines Bruders Hans von Liechtenstein, als Nachfolger von Johann Seffner Kammermeister von Herzog Albrecht (III.). Dieses einflussreiche Amt bekleidete er bis zu seinem Tod im Jahr 1393. Er dürfte im Wesentlichen die macht- und familienpolitischen Pläne seines Bruders mitgetragen haben, entwickelte allerdings kein eigenes Profil. Hauptsächlich befasste er sich als Kammermeister mit Finanzdingen und Lehensangelegenheiten.[2] Im Sommer und Herbst 1387 gehörte er außerdem zu den Räten von Herzog Albrecht (III.), die diesen nach dem Tod von Herzog Leopold (III.) von Österreich ("Leopold dem Gerechten") († 1386) auf seiner großen Reise in die "Vorderen Lande" begleiteten.[4]

Nicht geklärt ist, ob und inwieweit Georg von Liechtenstein in den Sturz des Hubmeisters Rudolf von Tirna im Jahr 1392 verwickelt war. Letztmals genannt ist Georg von Liechtenstein im Juli 1392 auf dem "Fürstentreffen" in Salzburg.[4]

Literatur

  • Christian Lackner: Hof und Herrschaft. Rat, Kanzlei und Regierung der österreichischen Herzöge (1365-1406) (= Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Erg.Bd. 41). R. Oldenbourg Verlag, Wien / München, 2002. ISBN 3-7029-0456-5

Einzelnachweise

  1. vgl. Christian Lackner: Hof und Herrschaft, 2002, S. 59
  2. 2,0 2,1 vgl. Christian Lackner: Hof und Herrschaft, 2002, S. 93
  3. Christoph Tepperberg: Die Herren von Puchheim im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte des landsässigen Adels von Niederösterreich. (Ungedruckte) Dissertation, Universität Wien, 1978. S. 43 und S. 44
  4. 4,0 4,1 vgl. Christian Lackner: Hof und Herrschaft, 2002, S. 94

Anmerkungen

  1. Daten nach Hinweisen von Christian Lackner. Vgl. Christian Lackner: Hof und Herrschaft, 2002, S. 95