Heinrich von Berchtesgaden

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Propst Heinrich (I.) von Berchtesgaden (* im 12. Jahrhundert, um 1118; † 19. Juli 1196) war 1174-1177 umstrittener Erzbischof von Salzburg und zuletzt als Heinrich III. Bischof von Brixen.

Herkunft und Familie

Über Heinrichs Herkunft und seine Familienverhältnisse ist bisher nichts Konkretes bekannt.

Erzbischof von Salzburg

Während der Auseinandersetzungen zwischen Kaiser Friedrich I. "Barbarossa" († 1190) und Papst Alexander III. († 1181) hatten die Erzbischöfe von Salzburg, Eberhard (II.) († 1164), Konrad (II.) († 1168) und Adalbert (III.) († 1200) in Abstimmung mit den Domherren, den Prälaten und den Ministerialen[A 1] des Erzbistums Salzburg den Papst unterstützt.[1] Nachdem es zwischen diesen und Erzbischof Adalbert 1169 zum Bruch gekommen war, übernahm der Kaiser vorübergehend selbst die Herrschaft über das Erzstift und ließ Erzbischof Adalbert 1174 schließlich offiziell durch den Spruch einiger Reichsfürsten absetzen.[2] Auf seinem Befehl hin wählten jene Salzburger Kleriker und Ministeralen, die dabei anwesend waren, Heinrich, der seit 1151 Propst des Stiftes von Berchtesgaden zum neuen Erzbischof wählen. Nach der erfolgten Wahl stellte er die Leitung des Erzstiftes, welche er seit 1169 ausgeübt hatte, in feierlicher Form zurück, indem er seinem neuen Erzbischof die Regalien verlieh. Da jedoch ein namhafter Teil der Salzburger Domherren und Prälaten weiterhin an Erzbischof Adalbert festhielt und auch Papst Alexander III. diesen weiterhin als einzigen rechtmäßigen Erzbischof von Salzburg anerkannte, war Heinrichs Einsetzung als Erzbischof von Anfang an, umstritten.[3]

Nachdem der Kaiser mit dem Papst 1177 in Venedig Frieden schließen musste, musste Heinrich von Berchtesgaden abdanken und in Venedig anwesenden Salzburger Suffraganbischöfe und Prälaten wählten auf Befehl von Kaiser und Papst Kardinal Konrad von Wittelsbach († 1200) zum neuen Erzbischof von Salzburg, der dieses Amt bis 1183 bekleiden sollte.[3] Heinrich wurde daraufhin als Bischof von Brixen eingesetzt und bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tod.

Literatur

Einzelnachweise

  1. vgl. Heinz Dopsch - Karl Brunner - Maximilian Weltin (Hrsg.): Österreichische Geschichte 1122–1278, S. 358f.
  2. vgl. Heinz Dopsch - Karl Brunner - Maximilian Weltin (Hrsg.): Österreichische Geschichte 1122–1278, S. 359 und S. 360
  3. 3,0 3,1 vgl. Heinz Dopsch - Karl Brunner - Maximilian Weltin (Hrsg.): Österreichische Geschichte 1122–1278, S. 360

Anmerkungen

  1. Die Ministerialen, auch als "Dienstadel" bezeichnet, bildeten im Mittelalter innerhalb des "niederen" Adels eine eigene Gruppe. Ursprünglich "Unfreie", waren sie durch ein Dienst- oder Lehnsverhältnis in den "niederen" Adel aufgestiegen, im Unterschied zu den "edelfreien" oder "hochfreien" Adelsfamilien.
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