Alpe Hochälpele

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Alpe Hochälpele im Oktober 2015
Alpe Hochälpele im Jänner 2009
Alpe Hochälpele im Oktober 2019

Alpe Hochälpele bzw. Hochälpelealpe oder auch Hämmerles Älpele bzw. Theodors Älpele, bezeichnet eine Alm in der Gemeinde Schwarzenberg im Bregenzerwald und die nur zu einem kleinen Teil in Dornbirn in Vorarlberg liegt.

Name

Der Name leitet sich von Hohe Alpe ab. Der Name: Hämmerles Älpele bezieht sich auf die Dornbirner Unternehmerfamilie Hämmerle. Der weitere Name: Theodors Älpele wurde vom Vornamen eines Sohns von Franz Martin Hämmerle abgeleitet, von Theodor Hämmerle (1859-1930).[1]

Geschichte

Die Alpe Hochälpele ist seit vielen Jahrhunderten bewirtschaftet. Der Dornbirner Fabrikant Franz Martin Hämmerle (1815-1878) erwarb 1875 die Alpe samt Bauwerken von Bartholomä Kaufmann aus Schwarzenberg. 1932 kam auch das sogenannte „Fussenegger Älpele“ hinzu. Hämmerle führte die Alpe als Musterbetrieb und ließ diese zu einer „schwedischen Sennerei“ umbauen. Die von F. M. Hämmerle mit gekaufte obere Alphütte wurde später zu einer Alpenvereinshütte umgebaut (Hochälpele Hütte).[2] Nach dem Tod des Vaters F. M. Hämmerle, führten dessen vier Söhne die Alpe gemeinsam weiter, ab 1902 zahlte Theodor Hämmerle (1859-1930) seine Brüder aus und führt die Alpe alleine (nach ihm kommt der Name: Theodors Älpele). Auch er führt die Alpe als Musterbetrieb.[1] Theodor Hämmerle war, neben seinem Brotberuf als Kaufmann, begeisterter Musiker (Cello), Sammler von historischen Musikinstrumenten, Agrarreformer, Bergsteiger, Ruderer, und Skifahrer.[3]

Nach dem Tod von Theodor Hämmerle erbte dessen Tochter Margarethe (geb. Hämmerle 1893, gest. 1978. In erster Ehe verheiratet mit Otto Buchmüller, 1880-1917. Seit 1920 mit Wilhelm Hladik, 1873-1943, verheiratet). In den 1960er-Jahren wurde der Sennereibetrieb eingestellt und der Alpbetrieb an Bauern aus dem Bregenzerwald verpachtet.[4]

Lage, Infrastruktur und Ausdehnung

Die Alpe Hochälpele liegt etwa 2,7 Kilometer vom Losenpass entfernt, drei Kilometer Luftlinie westlich von Schwarzenberg bzw. sechs Kilometer östlich der Stadt Dornbirn. Zum Bodensee bzw. ins Allgäu (Bundesgrenze) sind es rund vierzehn Kilometer Luftlinie.

Die Gemeindegrenze von Dornbirn verläuft etwa 470 Meter westlich der Alpgebäude. Rings um die Hochälpelealpe liegen weitere Alpen, von denen die bekannteste die Gschwendtalpe auf Dornbirner Gemeindegebiet ist. Das Zentrum der Alpe Hochälpele bilden die ehemalige Sennerei, Wohnhäuser[5] und Stallungen (etwa 1250 m ü. A.). Die Alpe umfasst um die Meierei eine Fläche von etwa von rund 85 ha. Die höchste Erhebung ist der Hochälpelekopf (1463 m ü. A.).

Die Agrargemeinschaft Alpe Hochälpele mit rund 85 ha ist der zweitgrößte Grundbesitzer in der Gemeinde Schwarzenberg.[6] 1977 wurde auch die Agrargemeinschaft Otto Hämmerles Erben gegründet, um eine weitere Zersplitterung des Grundbesitzes der Alpe Oberlose zu verhindern. Diese Agrargemeinschaft Oberlose verwaltet 129,43 ha Boden und ist damit in Schwarzenberg größter Grundbesitzer.[3]

Kindererholungsheim

Bereits 1928 gestattete Theodor Hämmerle jeweils bis zu neun Personen aus der Belegschaft der Fa. F. M. Hämmerle die Nutzung des Knechthauses für Erholungszwecke im Winter und im Sommer für je ein bis zwei Erholungstage.

Nach dem 2. Weltkrieg, ab 1951 bis in die 1980er Jahre wurde die Alpe als Kindererholungsheim genutzt. Kinder der Beschäftigten der Fa. F. M. Hämmerle erhielten die Möglichkeit, gänzlich kostenlos ihre Kinder in die Sommerfrische zu senden. Es war dies eine Sozialleistung der Fa. Hämmerle. Es wurden abwechselnd über den Sommer je zwei Wochen Buben und zwei Wochen Mädchen untergebracht, beaufsichtigt und verpflegt.[4]

Weiher bei den Alpgebäuden

Gewässer

Hier, kurz oberhalb des Brückchens, entspringt der Dunklerbach

Unterhalb der Gebäude der Alpe Hochälpele wurde 1899 ein kleiner Weiher angelegt, der als Tränke und den Kindern zum Baden diente.[6] Der Weiher hat keinen Zufluss, sondern wird durch Regenwasser und Oberflächenwasser gebildet. Der Weiher ist von den Gebäuden der Hochälpelealpe etwa 80 Meter entfernt (Südsüdost) und hat die Form eines fast rechtwinkligen Dreiecks und eine Schenkellänge von etwa (Katheten) 58 × 70 Meter (ca. 2000 m²).

Westlich und südlich der Alpe entspringt auf etwa 1300 m ü. A. aus zwei Quellen der etwa 3,45 km lange Steinrieslerbach und fließt in einem großen Bogen nach Osten Richtung Bersbuch und mündet dort in die Bregenzer Ach (Parzelle Loch, Gewässerkilometer Bregenzer Ach: 31,15). Nördlich der Alpe entspringt auf etwa 1235 m ü. A. der Dunklerbach, der in östliche Richtung verlaufend nach etwa 1,5 km in den Steinrieslerbach einmündet.

Religion

1921–1922 wurde nach dem Plan von Fritz Fuchsenberger die Kapelle Hl. Benedikt bei den Alpgebäden der Hochälpele Alpe erbaut und am 30. August 1922 eingeweiht. Sie ist dem heiligen Benedikt geweiht und liegt auf etwa 1200 m ü. A. am Weg vom Bödele zur Lustenauer Hütte, Bregenzer Hütte.

Die Kapelle wurde von Theodor und Maria Hämmerle. Die Kapelle wurde früher recht häufig genutzt. Fast jedes Wochenende wurde im Sommer eine Messe gefeiert. Nachdem die ältere Generation der Hämmerle-Familie verstorben ist und das Kindererholungsheim nicht mehr in Betrieb war, wurden auch die regelmäßigen Messen im Sommer aufgegeben.

Technische Innovationen

Die Alpe Hochälpele wurde bereits 1878 an das Telegrafensystem der Fa. F. M. Hämmerle in Dornbirn angeschlossen[7] bzw. sodann an das Telefonnetz. Otto Hämmerle ließ innerbetrieblich Telefonapparate bei der Fa. F. M. Hämmerle um 1880 installieren. Am 10. August 1881 wurde im Gütle das erste interurbane Telefon der Habsburgermonarchie von Franz Joseph I. feierlich eingeweiht. Dieses Betriebsfernsprechnetz der Fa. Hämmerle bildete auch den Kern des späteren öffentlichen Telefonnetzes in Dornbirn.[8]

Persönlichkeiten

Aufgrund der sportlichen, musikalischen und kulturellen Interessen und Verbindungen dieses Zweigs der Familie Hämmerle, insbesondere von Theodor Hämmerle und seiner Frau Maria (geb. Reiß, 1862-1852 aus Innsbruck) und deren Hauptwohnsitz in Wien, fanden sich zu ihrer Zeit und auch später immer wieder auch prominente Gäste auf der Hochälpele Alpe ein. So z. B. die Wiener Burgschauspielerin Julia Janssen, der Kapellmeister Paul van Kempen, Friedrich Dlabac, der Pianist Paul Badura-Skoda, die Schauspieler Paula Wessely oder Attila Hörbiger. [3]

Wanderungen und Skifahren

Um die Alpe Hochälpele sind mehrere Alphütten und Restaurationsbetriebe zu Fuß erreichbar. Es besteht keine öffentliche Zufahrtsmöglichkeit (nur für Berechtigte über Güterwege). Die nächsten Wanderstützpunkte des ÖAV sind die Hochälpele Hütte (40 Minuten Gehzeit), das Freschenhaus (Gehzeit 5 ½ Stunden) und die Lustenauer Hütte (Gehzeit ¼ Stunde). Die Bregenzer Hütte der Naturfreunde Österreich (1290 m ü. A.) am Klausberg ist 40 Minuten Gehzeit entfernt.

Von und zur Alpe Hochälpele sind mehrere leichte Wanderungen möglich, wofür Trittfestigkeit und gutes Schuhwerk erforderlich sind. Von bzw. zur Alpe Hochälpele sind folgende Touren/Wanderungen sehr beliebt:

Das Gebiet um die Alpe Hochälpele ist im Winter ein beliebtes und nahe gelegenes Skigebiet für die Bevölkerung aus dem Alpenrheintal und dem Allgäu (zusammen mit dem Lank/Weisstanne auf der Oberlose und den Haldenliften das Skigebiet Bödele-Hochälpele-Schwarzenberg). Im Winter ist das Gebiet auch bei Tourengehern sehr beliebt.

Literatur

Weblinks

 Alpe Hochälpele – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Wem gehört das Bödele, S. 75.
  2. Bereits vor dieser Zeit war das Hochälpele / Bödele ein beliebtes Ausflugsziel für Ausflügler aus dem unteren Alpenrheintal und dem Allgäu.
  3. 3,0 3,1 3,2 Wem gehört das Bödele, S. 77 f.
  4. 4,0 4,1 Wem gehört das Bödele, S. 81.
  5. Hochälpele Nr. 339 und Nr. 340
  6. 6,0 6,1 Wem gehört das Bödele, S. 52.
  7. Wem gehört das Bödele, S. 78.
  8. Vorarlberg Chronik (Version vom 3. Februar 2015 im Internet Archive) und Franz Josef Huber: Das Dornbirner Gütle: am wilden Wasser; von der Spinnerei F. M. Hämmerle durch das Rappenloch zum Staufensee, S. 70 ff.

47.3996769.819458Koordinaten: 47° 23′ 59″ N, 9° 49′ 10″ O