Amalia Brust

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Amalia Brust (* 12. Juni 1910, in Gutenfeld bzw. Guttenfeld[A 1]; 17. November 1944, im KZ Ravensbrück), auch Amalie, Mali bzw. Maly Brust, war überzeugte Kommunistin, Widerstandskämpferin gegen den Ständestaat und Opfer des Nationalsozialismus. Sie wohnte viele Jahre im 15. Wiener Gemeindebezirk.

Herkunft und Familie

Amalia Brust war die Tochter des Straßenbahners Matthias Brust (gefallen 1914) und der Hilfsarbeiterin Franziska Brust, geborene Blejdecka (Bleidecker). Sie war die Schwester der kommunistischen Widerstandskämpfer Paul Brust († 1999) und Alois Brust († 4. September 1937, bei Mediana), die beide im Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) gegen den Faschismus kämpften.[1]

Leben

Bald nach der Geburt von Amalia Brust übersiedelten ihre Eltern nach Wien. Nach dem Tod ihres Vaters nahm die Mutter 1920 gemeinsam mit ihren Kindern die österreichische Staatsbürgerschaft an. Seit ca. 1925 wohnte die Familie auf Fenzlgasse 24, damals der 14. Wiener Gemeindebezirk "Rudolfsheim", heute der 15. Wiener Gemeindebezirk "Rudolfsheim-Fünfhaus". Dort war Amalia Brust bis 1942 offiziell gemeldet.[1]

Nach der Beendigung der Schulzeit arbeitete Amalia Brust als Strickerin, Gummibandweberin und Hilfsarbeiterin in verschiedenen Betrieben in Wien. 1924-1934 war sie Mitglied in der "Freien Gewerkschaft", 1930-1932 außerdem im Kommunistischen Jugendverband (KJV). Schon im November 1931 war sie wegen ihrer politischen Betätigung zu einer bedingten strengen Arreststrafe von zwei Monaten verurteilt worden. Nach den Februarkämpfen 1934 unterstützte sie die "Rote Hilfe", eine kommunistischen Widerstandsbewegung gegen den Ständestaat bzw. das Austrofaschistische Regime, die von diesem natürlich als illegal angesehen wurde. Noch im selben Jahr wurde sie deshalb gleich zweimal mit mehrtägigen Arrest bestraft.[1]

Nachdem Amalia Brust 1937 arbeitslos geworfen war, reiste sie im Dezember 1937 nach Großbritannien, wo sie in London einen Posten als Hausgehilfin annahm. Anfang Mai 1939 kehrte sie nach Wien zurück, wo sie zu dieser Zeit in der Strickerei Pfneisl in der Zieglergasse 7 im 7. Wiener Gemeindebezirk beschäftigt war. Am 24. September 1939 wurde sie von der Gastapo verhaftet und wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ unter Anklage gestellt. Nach ihrer Verurteilung zu zwei Jahren Zuchthaus am 21. Jänner 1941 kam sie in das bei München gelegene Frauengefängnis Aichach. Nach der Verbüßung der Strafe am 21. Oktober 1941 offiziell entlassen, wurde sie danach an die Gestapo in München überstellt und von dieser ins KZ Ravensbrück deportiert, wo sie am 17. November 1944 starb.[1]

Erinnerungen an Amalia Brust

Die Urne, welche ihre Mutter aus dem KZ Ravensbrück erhalten hatte, wurde zunächst in Wien beigesetzt. Am 1. Juni 1977 wurde die Urne exhumiert und in die „Nationale Gedenkstätte der WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime“ am Wiener Zentralfriedhof, Gruppe 40, überführt Seit mehr als zwanzig Jahren gibt es außerdem Versuche, einen Weg im 15. Bezirk nach ihr zu benennen.[1]

Literatur

  • Willi Weinert: Ich möchte, dass sie Euch alle immer nahe bleiben…: Biografien kommunistischer WiderstandskämpferInnen in Österreich. Hrsg. von der Alfred Klahr Gesellschaft, 2005, 2. verb. u. erw. Auflage Website der Alfred Klahr Gesellschaft

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 vgl. Waltraud Zuleger: Wer war Amalia Brust?, abgerufen am 12. August 2023

Anmerkungen

  1. Gewöhnlich wird davon ausgegangen, dass Amalia Brust in Guttenfeld (heute Dobré Pole) bei [[w:Mikulov|Nikolsburg) geboren wurde. Bei Angaben zu ihrem Bruder Paul Brust findet sich jedoch als dessen Geburtsort das im Adlergebirge gelegene Gutenfeld (heute Dobruška). Vgl. dazu Waltraud Zuleger: Wer war Amalia Brust?, abgerufen am 12. August 2023