Andreas Rauch

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Der frühere Ansitz Sparberegg, später zum Haller Damenstift umgebaut, war im 15. Jahrhundert im Besitz von Andreas Rauch.

Andreas Rauch (* im 14. Jahrhundert; † im 15. Jahrhundert, um nach 1436)[A 1] war ein einflussreicher Bürger der Stadt Hall.

Herkunft und Familie

Andreas Rauch war der Sohn von Heinrich Rauch, der zwischen 1381 und 1396 als Zeuge, Käufer von Liegenschaften und Zinsen sowie als Ratsherr in Hall belegt ist.[1] Seine Tochter Susanna Rauch heiratete 1438 Thomas Schäbl, der ihn beerbt haben dürfte.[2]

Leben

Andreas Rauch war 1430-1447 Pfleger[A 2] des Landgerichtes Sonnenburg (heute zugehörig zur Gemeinde Natters)[A 3] . 1432 war er außerdem der Pfleger des Gerichtes Stubai[A 4] 1433 der Pfleger des Propsteigerichtes Ambras (heute Teil der Stadt Innsbruck) und 1429-1432 der Pfleger von Burg Vellenberg (heute Teil der Gemeinde Götzens). 1434 war er landesfürstlicher Rat, seit 1435 auch Pfleger von Thaur[3] Er war ein Vertrauter von Herzog Friedrich (IV.) von Österreich, Graf von Tirol, und maßgeblich daran beteiligt, wenn für diesen Geldmittel aufgebracht werden mussten.[4] 1434 und 1435 trug er die Hauptverantwortung für die Finanzverwaltung der Grafschaft Tirol.[5]

1436 kaufte Andreas Rauch von Hans von Ems, einem im Hall ansässigen Adeligen, dessen dort gelegenen Ansitz Sparberegg[A 5] mit zwei weiteren Häusern.[6]

Literatur

  • Klaus Brandstätter: Ratsfamilien und Tagelöhner. Die Bewohner von Hall in Tirol im ausgehenden Mittelalter (= Tiroler Wirtschaftsstudien. Schriftenreihe der Jubiläumsstiftung der Kammer der gewerblichen Wirtschaft. 54. Folge) . Universitätsverlag Wagner, Innsbruck, 2002. ISBN 3-7030-0374-X, siehe Register

Einzelnachweise

  1. vgl. Klaus Brandstätter: Ratsfamilien und Tagelöhner, 2002, S. 249
  2. vgl. Klaus Brandstätter: Ratsfamilien und Tagelöhner, 2002, S. 183 und S. 249
  3. vgl. Klaus Brandstätter: Ratsfamilien und Tagelöhner, 2002, S. 142
  4. vgl. Klaus Brandstätter: Ratsfamilien und Tagelöhner, 2002, S. 142f.
  5. vgl. Klaus Brandstätter: Ratsfamilien und Tagelöhner, 2002, S. 143
  6. vgl. Klaus Brandstätter: Ratsfamilien und Tagelöhner, 2002, S. 31

Anmerkungen

  1. Geburts- und Sterbejahr nach Klaus Brandstätter: Ratsfamilien und Tagelöhner, 2002, S. 30
  2. Die mittelalterliche Bezeichnung "Pflege" in Bezug auf Burgen, Gerichte, Spitäler etc. bedeutet die Verwaltung von diesen. Der Pfleger war für das Gericht, das Spital, die Burg, die dazugehörige Herrschaft etc. zuständig, er hatte aber, im Unterschied zu einer Belehnung oder Verpfändung, keine Besitzrechte.
  3. Dieses Gericht hatte damals seinen Sitz auf der Sonnenburg in Natters, die heute nicht mehr erhalten ist. Im 15. Jahrhundert wurde der Sitz des Gerichts auf die Burg Vellenberg bei Götzens verlegt und im 18. Jahrhundert auf den Ansitz Ettnau in Hötting (heute Teil der Stadt Innsbruck). Zuletzt war das Gericht 1814–1849 im Gerichtsgebäude in Wilten (heute ebenfalls ein Stadtteil von Innsbruck) untergebracht.
  4. Das Hofgericht Stubai, ein landesfürstliches Lehen, dürfte seinen Sitz in Mieders gehabt haben.
  5. Dieser wurde im 16. Jahrhundert Sitz des Stiftes Hall und aus diesem Grund durch einen Umbau wesentlich verändert.