Bernhard Altmann

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Altmann besucht Marc Chagall in Vence (1952): Bernhard Altmann, Walter Reimann (Chauffeur von Altmann), Marc Chagall, w:Hans Robert PippalHans Robert Pippal

Bernhard Altmann (geboren 23. Dezember 1888 in Przemyśl; gestorben 2. Dezember 1969 in Zürich) war Industrieller und stammt aus einer Familie, die sich schon seit vier Generationen mit Strickwaren befasste.

Leben

Bernhard Altmann war der Sohn des jüdischen Ehepaares Karl Chaskel Altmann und Karoline geborene Keile. Er begann 1915 im Textilhandel und gründete 1919 einen Textilerzeugungsbetrieb.

Im Jahr 1914 baute er die Fabrik Bernhard Altmann in der Siebenbrunnengasse 19-21. Diese wurde 1923 nochmals erweitert. Dieses Unternehmen wuchs und hatte Ende der 1920er Jahre bis 1000 Mitarbeiter. Wohnhaft war er in der Villa Hohenfels in Hietzing.

Im Jahr 1938 floh er zuerst nach Paris nach London. Sein Bruder Fritz, der Gatte von Maria Altmann, wurde von Nazis gefangen genommen. Sein Vermögen wurde beim Anschluss beschlagnahmt und arisiert. Auch zahlreiche Gemälde aus seinem Besitz waren darunter. Die 1938 in Liverpool in Großbritannien gegründete Firma musste er als Ausländer bei den Bombenangriffen der Deutschen verlassen. So emigrierte er weiter in die Vereinigte Staaten, wo er in Fall River in Massachusetts, wo er neuerlich ein Unternehmen gründete. Als er 1941 sein Vermögen neuerlich verlor, ging er nach New York wo er einen Job für 50 US-Dollar für die Woche annahm.

Das Kaschmirfaser-Geschäft begann 1947, als Altmann die Produktion der Faser startete. In der Folge eröffnete er in Texas ein Werk. Für 1951 wird berichtet, dass jeder dritte Kaschmirpullover aus der Altmann-Fabrik in Texas stammte. er produzierte auch Kleidung aus Shetlandwolle, Alpaka und Schafwolle. Diese Faser wurde Bernamere bezeichnet.

Trotzdem beschäftigte sich Altmann nach dem Krieg, sein beschalagnahmtes Vermögen wieder zurückzukaufen. Vor allem an den Kunstwerken, die an Museen übergeben wurden, war er sehr interessiert. Auch der Kunsthistoriker Otto Demus war nur zum Teil erfolgreich den Besitz eindeutig nachzuweisen, wie Gemälde von Egger-Lienz.

Sein Unternehmen in Wien bekam er nicht mehr zurück, arbeitete allerdings mit den Nachbesitzern eng zusammen und half das Unternehmen mittels Rohmateriallieferungen und Absatz der Produkte in den Vereinigten Staaten wieder aufzubauen.

Im Jahr 1969 starb Altmann in Zürich.

Nachdem im Jahr 2008 die Versteigerungsliste mit den Gegenständen von Altmann und seiner Frau Nelly veröffentlicht wurde, nutzte eine Volkshochschule diese für ein Projekt unter der Bezeichnung Geraubte Nachbarschaft diese Liste durc einer Fotoaktion die geraubten Werte ins Bewusstsein zu rücken.[1]

Literatur

  • Franz Mathis: Altmann in Big Business in Österreich, 1987, Verlag für Gechichte und Politik, S.29f.

Einzelnachweise

  1. Versteigerungsliste abgerufen am 7. Februar 2020

Weblinks

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