Der Käsemacher

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Die Käsemacher Milch- und KäsevertriebsgmbH
Rechtsform GesmbH
Gründung 1991
Sitz Vitis
Leitung Doris Ploner, BA, MA
Tanja Hahnl[1]
Mitarbeiter 170
Umsatz 19 Millionen
Branche Lebensmittelhersteller
Website http://www.kaesemacher.at/
Stand: 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015
Die Käsemacherwelt in Heidenreichstein als Ausflugsziel

Die Käsemacher Milch- und KäsevertriebsgmbH (kurz Die Käsemacher) ist eine Käserei mit drei Standorten im niederösterreichischen Waldviertel. Der Hauptsitz ist in Vitis, dem eine Schaukäseerzeugung, die Käsemacherwelt, angeschlossen ist.

Die Käserei arbeitet vor allem mit Produkten aus der Region und hat so 40 Bauern, die das Unternehmen mit Schaf- und Ziegenmilch beliefern, unter Liefervertrag. Für die Antipastiherstellung wird das Gemüse und das Obst zugekauft. Erzeugt und vertrieben werden mehr als 30 verschiedene Käsesorten – vor allem, Frisch-, Weich- und Schnittkäse.

Unter den Inlandskunden befinden sich sowohl Feinkostläden wie Meinl am Graben, als auch BILLA und Penny in Österreich. Der Exportanteil des Unternehmens liegt nach Eigenangaben bei etwa 45 %.[1]

In der Käsewelt konnten bereits nach einem halben Jahr des Bestehens etwa 40.000 Besucher gezählt werden und konnte sich so zu einem touristischen Anziehungspunkt entwickeln. Das Zentrum ist auch Bestandteil des Ausflugsangebotes der Niederösterreich Card. [2]

Die aktuellen Standorte befinden sich alle im Waldviertel und sind Vitis mit der Zentrale, Scheutz mit der Gemüse und Obstverarbeitung und Heidenreichstein mit der Käsemacherwelt. Der Exportanteil, hauptsächlich Deutschland, Schweiz und Beneluxländer, liegt bei 40 %. Ein Drittel der Produktion besteht aus Schafs-und Ziegenkäseprodukten.[3]

Geschichte

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1991 von Hermann Ploner in Scheutz, einem Ort der Gemeinde Lichtenau im Waldviertel.

Hermann Ploner (* 1958) selbst, der auf dem Bauernhof in Scheutz aufwuchs und aus einer Südtiroler Familie, die in den Kriegsjahren ins Waldviertel kam[4] stammt, beschäftigte sich in der Jugend mit der Käseherstellung. Unterstützung erfuhr er da von verschiedenen Leuten, wie einen Bruder des Klosters St. Gabriel in Maria Enzersdorf, der sich im Kloster mit dem Ab Hof-Verkauf beschäftigt und dem er diese Verkaufsart ,it seinen Schafkäsegupferln nachmacht. Fachwissen erfuhr er auch durch Ferdinand Becker von der milchwirtschaftlichen Bundesanstalt Wolfpassing. Autoditaktisch wurde er selbst zum Käsefachmann.[5]

Einen wirtschaftlichen Förderer fand er in Christian Konrad, dem Raiffeisen-Generalanwalt. Er half, das Geld für den Kauf der aufgelassenen Molkerei in Waldkirchen an der Thaya aufzutreiben.

Im Jahr 1996 konnte dann die Molkerei in Waidhofen an der Thaya gekauft werden, wohin er auch die Unternehmenszentrale verlegte.[6]

Im Jahr 2005 wurde die Hofkäserei in einen Gemüseverarbeitungsbetrieb umgebaut, wo Antipasti erzeugt werden. In der Folge wurden ungekühlt haltbare Antipasti-Produkte entwickelt, die auch einen einfacheren Transport über längere Strecken und damit einen Export ermöglichen. Auch der Standort in Vitis wurde in 2006 für die Käseproduktion erweitert und ausgebaut.

2008 wurde auch die Antipastiherstellung nach Vitis übersiedelt.

Im Jahr 2010 hatte Hermann Ploner, der nach wie vor das Unternehmen leitete, einen schweren Motorradunfall, von dem er sich aber wieder erholte.[5]

Im Jahr 2012 eröffnete Ploner die Käsemacherwelt, eine Schaukäserei, die er in der 2008 gekauften gescheiterten Erlebnispark Anderswelt einrichtete. Am Hof der Käsemacherwelt leben auf 45 Hektar 200 Milchschafe plus Nachzucht.[7]

Im Juli 2013 mussten sowohl die Käseproduktions GmbH mit rund 4,3 Millionen Euro und die KäsevertriebsgmbH mit rund 400.000 Euro Insolvenz anmelden. Betroffen waren etwa 200 Mitarbeiter.[6] Der Betrieb wurde aber weitergeführt. Als neue Geschäftsführerin wurde die Tochter Ploners, Doris Ploner, eingesetzt.[8] Grund dürften die Kosten des Umzuges von Vitis nach Heidenreichstein sein.[7]

In der Folge wurden Sanierungsverfahren über beide Unternehmen durchgeführt, die Anfang Dezember 2013 beendet werden konnten, nachdem die 20 % Quoten an die Gläubiger beglichen werden konnten. Auch alle Arbeitsplätze konnten erhalten werden.[9] Die finanzielle Unterstützung übernahmen fünf ungenannte Waldviertler.[10]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Verstärkung in der Chef-Etage in den NÖN vom 18. Februar 2014
  2. Duft der "Käsemacherwelt" lockt schon 40.000 Besucher in Bezirksblätter vom 30. Oktober 2012 abgerufen am 12. Jänner 2014
  3. Sanierung geschafft: Waldvierteler Käsehersteller wieder gut ausgelastet im Wirtschaftsblatt vom 9. Dezember 2015 abgerufen am 29. Dezember 2015
  4. Schautafel in der Käsemacherwelt, September 2014
  5. 5,0 5,1 Hermann Ploner, ein Porträt: Nichts als Käse im Kopf im Format vom 7. August 2013 abgerufen am 12. Jänner 2014
  6. 6,0 6,1 Käsemacher: Expansion führte zu Insolvenz in den Bezirksblätter vom 15. Juli 2013 abgerufen am 12. Jänner 2014
  7. 7,0 7,1 Teurer Umzug führt "Käsemacher" in Insolvenz im Wirtschaftsblatt am 13. Juli 2013 abgerufen am 12. Jänner 2014
  8. Ploner-Tochter führt „Käsemacher“ in die Zukunft im Kurier vom 2. Oktober 2013 abgerufen am 12. Jänner 2014
  9. Die Käsemacher: Quote wurde beglichen im Standard vom 3. Dezember 2013 abgerufen am 12. Jänner 2014
  10. Ein Jahr nach der Insolvenz sind die wirtschaftlichen Turbulenzen beinahe beseitigt. im Kurier vom 12. Juni 2014 abgerufen am 2. Juli 2014

Weblinks

 Der Käsemacher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons