Ebner-Eschenbach-Stiftung

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Ebner-Eschenbach-Stiftung (Marie von Ebner-Eschenbach Stiftung) war eine 1910 gegründete Stiftung zu Ehren der Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach.

Geschichte

Aus Anlass des 80. Geburstages von Marie von Ebner-Eschenbach am 13. September 1910 kam es im Frühjahr des Jahres zu einem öffentlichen Aufruf, Spenden zur Gründung einer Ebner-Eschenbach-Stiftung zu sammeln.[1] Dieser Aufruf wurde von zahlreichen renommierten Schrifstellerinnen und Gelehrten unterzeichnet und unterstützt, wie bspw. Marie Eugenie Delle Grazie, Marianne Hainisch, Friedrich Jodl, Jakob Minor, Rosa Mayreder[2] oder Arthur Schnitzler.[3]
Der in diesem Aufruf angedachte Zweck der Stiftung sollte darin bestehen, Kindern nach Abschluss der Schulpflicht Werke der Dichterin zur Lektüre schenken zu können:

„Mit ihrer Hilfe wird alljährlich im Namen der Dichterin armen, braven Kindern, wenn sie nach vollendeter Schulzeit ins Leben treten, eine Auswahl aus den Werken Marie Ebners mit auf den Weg gegeben werden.“

[1]

Diesem Stiftungszweck widersprechende spätere Quellen schreiben allerdings davon, dass eine 1910 zu Ehren der Schrifstellerin gegründete Stiftung eine jährliche Begünstigung an ausgewählte Schriftstellerinnen durch Auswahl des Wiener Zweigvereins der Schiller-Stiftung vergibt. [4] [5] Möglicherweise wurden zum 80. Geburstag Ebner-Eschenbachs auch zwei Stiftungen begründet, die jeweils den unterschiedlichen Stiftungszwecken gewidmet wurden. Denn bspw. wird in dem Schreiben um Unterstützung Schnitzlers an Hugo von Hofmannsthal angeführt, dass die Einrichtung der Stiftung von Anton Bettelheim organisiert wird,[3] dessen Name scheint in den Zeitungsaufrufen allerdings nicht auf.[2][1]

Die Ebner-Eschenbach-Stiftung, deren Zweck die jährliche Unterstützung jeweils eines Schriftstellers oder einer Schriftstellerin war, hat wohl 1938 mit der nationalsozialistischen Machtübernahme ihre Tätigkeit eingestellt.[4]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Artikel in: Neues Wiener Tagblatt. Demokratisches Organ / Neues Wiener Abendblatt. Abend-Ausgabe des („)Neuen Wiener Tagblatt(“) / Neues Wiener Tagblatt. Abend-Ausgabe des Neuen Wiener Tagblattes / Wiener Mittagsausgabe mit Sportblatt / 6-Uhr-Abendblatt / Neues Wiener Tagblatt. Neue Freie Presse – Neues Wiener Journal / Neues Wiener Tagblatt, 12. September 1910, S. 5 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nwg
  2. 2,0 2,1 Artikel in: Neues Wiener Tagblatt. Demokratisches Organ / Neues Wiener Abendblatt. Abend-Ausgabe des („)Neuen Wiener Tagblatt(“) / Neues Wiener Tagblatt. Abend-Ausgabe des Neuen Wiener Tagblattes / Wiener Mittagsausgabe mit Sportblatt / 6-Uhr-Abendblatt / Neues Wiener Tagblatt. Neue Freie Presse – Neues Wiener Journal / Neues Wiener Tagblatt, 23. Mai 1910, S. 7 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nwg
  3. 3,0 3,1 Brief Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 21. 4. 1910. In: Schnitzler Briefe. Abgerufen am 3. Juli 2020.
  4. 4,0 4,1  Helga Neumann ; Manfred Neumann: Agnes Miegel. Königshausen und Neumann, Würzburg 2000, ISBN 382601877X (Google Books Vorschau).
  5. Artikel in: Wiener Zeitung, 14. September 1926, S. 2 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrz