Elisabeth von Luxemburg

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Königin Elisabeth von Ungarn, Lithographie von Josef Kriehuber (1800-1876) aus dem Jahr 1828

Königin Elisabeth von Ungarn (* 28. Februar 1409, in Prag, damals Königreich Böhmen; † 19. Dezember 1442, im damaligen Königreich Ungarn)[1], besser bekannt als Elisabeth von Luxemburg oder Elisabeth von Böhmen und Ungarn, war durch ihre Ehe eine Herzogin von Österreich.

Herkunft und Familie

Elisabeth war die "Erbtochter" des späteren Kaisers Sigismund aus seiner Ehe mit Gräfin Barbara von Cilli und über ihre Mutter eine Nichte des Grafen Friedrich von Cilli. Verheiratet war sie mit Herzog Albrecht (V.) von Österreich (als römisch-deutscher König: Albrecht II.). Aus dieser Ehe sind vier Kinder belegt:

∞ seit 1446 mit Herzog Wilhelm (III.) von Sachsen
∞ seit 1454 mit dem polnischen König Kasimir IV. Jagiełło
  • Ladislaus Postumus (* 1440; † 1457), böhmischer und ungarischer König, Herzog von Österreich

Leben

Nach dem Tod ihres Ehemannes versuchte Königin Elisabeth vor allem die Nachfolge ihres Sohnes als König von Ungarn zu sichern, wobei sie wesentliche Unterstützung von ihren Verwandten Graf Ulrich von Cilli und (Erz-)Herzog Albrecht (VI.) von Österreich erhielt. Um die Einsetzung des polnischen Königs Władysław III.[A 1] als ungarischen König zu verhindern, kam es zu jenem Geschehnis, das als "Raub der Stephanskrone"[A 2] in die Geschichte eingegangen ist und über dessen Durchführung ihre Kammerfrau Helene Kottannerin einen Bericht hinterlassen hat, der in der Forschung als relativ zuverlässig eingestuft wird.[2] Königin Elisabeth war insofern erfolgreich, als ihr Sohn Ladislaus am 15. Mai 1440 in Stuhlweißenburg durch den Erzbischof von Gran zum ungarischen König gekrönt wurde, wobei die Einhaltung der drei ungarischen Krönungsartikel zumindest durch die Verwendung der legendären Stephanskrone gewährleistet war.[3] Nachdem sich Władysław und seine Anhänger in den meisten Teilen des ungarischen Königreiches durchgesetzt hatten, war Elisabeth gezwungen, um den Kampf um die ungarische Krone für ihren Sohn weiterführen zu können, König Friedrich III. als dessen Vormund anzuerkennen und Ladislaus in seine Obhut zu geben.[3] Nach dem Tod von Władysław in der Schlacht von Varna (10. November 1444), wurde dieser als ungarischer König anerkannt, was Elisabeth nicht mehr erlebt hat. Langfristig war ihr Kampf erfolgreich, auch wenn mit seinem frühen Tod die Familienzweige ihres Vaters und ihres Ehemannes in "männlicher Linie" aussterben sollten.[4]

Orte mit Bezug zu Königin Elisabeth beziehungsweise Gedenkstätten in der heutigen Republik Österreich

Statue der Königin Elisabeth von Ungarn, Teil des Maximilian-Kenotaphs in der Hofkirche in Innsbruck

Niederösterreich

  • Wiener Neustadt: In dem beiden Jahren vor ihrem Tod, nachdem Königin Elisabeth ihre Kinder an den Hof von König Friedrich III. gebracht hat, ist sie einige Male in Wiener Neustadt nachgewiesen.

Tirol

Wien

Elisabeths Ehe wurde am 3. Mai 1422 in Wien vollzogen[5], wo sich Elisabeth in den Folgejahren mehrmals aufgehalten hat, ohne wesentliche "Spuren" zu hinterlassen.

Belletristik

Zeitgenössische Quellen

Literatur

  • Brigitte Hamann (Hrsg.): Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon. Verlag Carl Ueberreuter, Wien, 1988, S. 85f.[A 4]
  • Hans Wagner: Elisabeth. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Duncker & Humblot, Berlin, 1959, Band 4, S. 441f. ISBN 3-428-00185-0 digital
  • Constantin von Wurzbach: Habsburg, Elisabeth von Ungarn. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien, 1860, Teil 6, S. 166 digital
  • Franz Theuer: Der Raub der Stephanskrone. Edition Roetzer, Eisenstadt, 1994. ISBN 3-85374-242-4[A 5]

Einzelnachweise

  1. vgl. Brigitte Hamann (Hrsg.): Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon, 1988, S. 85
  2. vgl. Beatrix Eichinger: Die Quellen und ihre Verfasserin. In: diess.: Geschlechtstypisches Erleben im 15. Jahrhundert? Die autobiographischen Schriften einer Frau und zweier Männer im Vergleich. (ungedruckte) Diplomarbeit, Universität Wien, 1994, S. 11-28
  3. 3,0 3,1 vgl. Franz Theuer: Der Raub der Stephanskrone, 1994, S. 543
  4. vgl. Felix Czeike (Hrsg.): Ladislaus Postumus. In: Historisches Lexikon Wien. Band 1, Kremayr & Scheriau, Wien 1992, ISBN 3-218-00543-4, S. 658.
  5. vgl. Petr Elbel - Stanislav Bárta - Wolfram Ziegler: Die Heirat zwischen Elisabeth von Luxemburg und Herzog Albrecht V. von Österreich. Rechtliche, finanzielle und machtpolitische Zusammenhänge (mit einem Quellenanhang). In: Paveł Kras - Martin Nodl (Hrsg.): Manželství ve středověku. Rituály a obyčeje (= Colloquia mediaevalia Pragensia 14). Prag, 2014. ISBN 9783837515152. S. 79f. und 119f.

Anmerkungen

  1. Władysław III. war der ältere Bruder des polnischen Königs Kasimir IV. von Polen, der 1454 Ladislaus' Schwester Elisabeth heiratete.
  2. Dieses Geschehnis wird gewöhnlich als "Raub der Stephanskrone" bezeichnet, obwohl der Begriff Raub mit Blick auf die tatsächliche Vorgehensweise irreführend ist.
  3. Obwohl der Umgang des Autors mit den Geschichtsfakten als "eigenwillig" interpretiert wird und Scholl zu seiner Zeit, zumindest, was den "Raub der Stephanskrone" betrifft, keineswegs auf eine besonders ergiebige Sekundärliteratur zurückgreifen konnte, sind die Szenen, in denen Elisabeth, die nur eine Nebenfigur ist, auftritt und ihre Situation sehr eindrucksvoll beschrieben. Sehr überraschend, gerade mit Blick auf die Entstehungszeit des Romans, zeigt Scholl Elisabeth nicht als machtgierige oder ehrgeizige Frau, sondern vermittelt sehr sensibel die schwierige und gefährliche, sogar lebensbedrohliche Lage, in der sich die Witwe mit ihrem noch ungeborenen Kind durch den Tod ihres Ehemannes befindet. Scholl zeigt Elisabeth als tapfere Frau, deren Handlungen darauf abzielen, sich und vor allem ihr Kind in eine Position zu bringen, die Sicherheit bietet.
  4. In Details nicht mehr ganz aktuell, aber als Einführung und Erstinformation noch immer gut geeignet. Eine weitere und spätere, inhaltlich aber nicht aktualisierte Ausgabe ist 2001 bei Amalthea Signum erschienen: Brigitte Hamann (Hrsg.): Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon. Verlag Amalthea Signum, Wien, 2001. ISBN 978-3850024457. Neuere aktualisierte Auflagen existieren nur als EBook.
  5. Materialreiche, innovative Arbeit mit vielen Informationen und Anregungen, stellenweise kritische Hinterfragung bei der Auslegung von Quellen), in Details leider ungenau.
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