Fritz Koresch

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Fritz Koresch vor der Europa-Wand Kaisersdteinbruch
Grundbuch 1851[1]

Fritz Koresch (* 24. August 1941 in Wien) ist gelernter Automechaniker, als LKW-Fahrer in ganz Österreich unterwegs. Mit Otto Lahner ist Fritz Koresch der Letzte, der seit den späten 1940er Jahren, zur Zeit der sowjetischen Besatzung, immer noch in Kaisersteinbruch lebt.

Familie in Kaisersteinbruch

Jacob Koresch (1788-1849), ein Steinmetz und Kirchendiener, von Wittingau in Böhmen zugewandert, war der erste „Koresch“ in Kaisersteinbruch. Er heiratete 1820 in der Kaisersteinbrucher Kirche die Steinmetztochter Antonia Schreyer. Ein Trauzeuge war der Kaisersteinbrucher Steinmetzmeister Mathias Drexler. Ihm folgte sein jüngerer Bruder Adalbert Koresch (1801-1879), ein Schuhmachermeister, der 1827 Anna Maria Buchinger, Steinmetztochter, heiratete und ein Haus mit Garten erwarb. Er war als Geschworener Amtsperson und unterschrieb mit dem Richter Franz Pansipp die Protocolle zur Grundbucherrichtung 1851.[2][3]

Seine Großeltern Anton, ein Steinmetz, und Elisabeth Koresch heirateten am 25. Oktober 1896 in der Kaisersteinbrucher Kirche, sie wohnten im Ort, Hauptstraße 9, gegenüber dem Pfarrhof. Am 11. August 1906 wurde Sohn Johann geboren. Von ihm ist dokumentiert, dass er Acker- und Wiesenpacht bezahlte. In der Pfarrkirche Bruck an der Leitha heiratete er Theresia.

Auflösung der Gemeinde Kaisersteinbruch 1938

Josef Wolf, ehem. Bürgermeister, schrieb, „schon im Juli 1938 befahl man der Gemeindevorstehung, dass Kaisersteinbruch von der Zivilbevölkerung gänzlich geräumt werden müsse.“ Die Deutsche Ansiedlungsgesellschaft Geschäftsstelle in Bruck an der Leitha hatte das zu organisieren. In dieser Zeit, am 24. August 1941, kam Fritz bei einer Hausgeburt in Wien auf die Welt.

Nach dem Krieg holte sie Kaisersteinbruch - als ein sehr starker Magnet - wiederum zurück. Einigen anderen ging es ebenso, denn in den Kriegsruinen und der sowjetischen Besatzung wohnten damals zwanzig Familien im Ort.

Leben

„Das zerstörte Kaisersteinbruch war für uns Kinder ein wunderbarer "Erlebnis–Spielplatz"“

Fritz Koresch spricht über seine Kindheit

Da die Volksschule in Kaisersteinbruch gänzlich baufällig war, mussten die Kinder einige Jahre in Wilfleinsdorf und in Königshof in die Schule gehen.[4] Fritz besuchte von 1947 bis 1956 die Volksschule Wilfleinsdorf, Königshof, Kaisersteinbruch, die Hauptschule in Bruck an der Leitha. Die Lehre zum Automechaniker absolvierte er in der Lehrwerkstätte der Firma FIAT im 10. Bezirk in Wien, danach leistete er bis Juni 1961 seinen Präsenzdienst beim Österreichischen Bundesheer.

Steffi und Fritz Koresch 1991

Heirat

Am 15. Juni 1963 heiratete Fritz Koresch Stefanie Gottschlich in Bruck an der Leitha. 1968 wurde Tochter Ulrike geboren.

Steinmetzmuseum Kaisersteinbruch

Im Juni 1994 schenkte Fritz Koresch dem Museum eine komplette restaurierte Garnitur alter Steinmetzwerkzeuge. Diese erwiesen sich bei Führungen als Anziehungspunkt und wurden bereits an andere Ausstellungen verliehen (Auswahl: Wien, Unteres Belvedere und Steiermark, Stift Vorau).[5]

Dadurch verlagerte sich der Themenschwerpunkt immer mehr von einem allgemeinen Ortsmuseum zum speziellen Steinmetzmuseum Kaisersteinbruch. Selbstverständlich verbunden mit den Steinmetz-Forschungen in den Mitteilungen des Museums- und Kulturvereines.

w:Steinmetzmuseum Kaisersteinbruch#Schausammlung

Bildergalerie

Europabrunnen Kaisersteinbruch

2003 Fritz beleuchtet die Europa-Wand

Der Lehrbauhof in Guntramsdorf in Niederösterreich stellte 1998 einige Nischen-Brunnen, die als Gesellenarbeiten der Maurer entstanden, zum Verkauf aus. Der Vorstand des Museumsvereines (Herta Vorderdörfler, Christa Snauer, Rosa Fux, Andreas Reigner, Fritz Opferkuh, Alfred und Anni Furch, Hilda Burits, Fritz und Steffi Koresch, Helmuth Furch) überlegte: Ist das was für uns?

31. Jänner 1998 „Geburtsstunde“ des Europabrunnens

Fritz Koresch stellte einen „Nischenbogen“ aus Ungarisch Marmor zur Verfügung. Steinmetzmeister Friedrich Opferkuh aus Mannersdorf am Leithagebirge hatte diese Steinart in seinem Lager, daher [8]

„Wir werden einen eigenen Steinbrunnen errichten!“

Beschluss des Museums- und Kulturvereines Kaisersteinbruch am 31. Jänner 1998

w:Rosarium#Österreich

Nicht diese Geschichte abzuschließen, sondern ihr erstes Kapitel zu vollenden, fiel dem Ungar Ferenc Gyurcsek zu: Er erzählte in lichtem Marmor, wie die phönizische Königstochter Europa von dem Stier, in den sich Zeus verwandelt hatte, nach Kreta entführt wurde. In der Plastik ruht Zeus nach vollbrachter Tat friedlich aus, wie die friedliche Europa auf seinem Rücken.

„Kaisersteinbruch ist wiedererstanden wie ein Phönix aus der Asche!“

Lebensbetrachtung von Fritz Koresch
Grab Koresch, Mutter Theresia, Ehefrau Stefanie

Tod

Stefanie (Steffi) Koresch starb am 18. Juli 2010. Sie ist auf dem Kaisersteinbrucher Friedhof begraben.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Archiv Stift Heiligenkreuz, Grundbuch für Steinbruch, 1851.
  2. Archiv Stift Heiligenkreuz, Kaisersteinbrucher Pfarrmatriken
  3. Adalbert Koresch, Schuhmachermeister (1801-1879) und Franciscus Koresch. In: Helmuth Furch: Mitteilungen des Museums- und Kulturvereines Kaisersteinbruch; März 2000, Nr. 57, S. 46-47 ISBN 978-3-9504555-3-3.
  4. Archiv Kaisersteinbruch, Josef Wolf, seit 20. Juni 1945 Bürgermeister: Bericht über die Ereignisse 1945-1956 in Kaisersteinbruch, handgeschriebene, sehr detaillierte Aufzeichnungen.
  5. Weblinks: Initiative Denkmalschutz, mit Fotos der Werkzeuge
  6. NÖN Brucker Bote vom 18. Juni 2001: Der Duft der Rosen. Eine Rosenstraße entlang des Leithagebirges ist das langfristige Ziel – der Beginn wurde in Kaisersteinbruch gesetzt
  7. LH Hans Niessl: „solche Gärten legt man eigentlich vor Schlössern an, aber auch vor der Mauer des alten Pfarrhofers, 1646 erstmals erwähnt, mache sich ein Rosengarten gut“.
  8. Klara Köttner-Benigni: Vergangenheit und Zukunft beschwörend. Zeichensetzung in zwei burgenländischen Gemeinden, Gols und Kaisersteinbruch. In: Pannonia. Magazin für internationale Zusammenarbeit. 26. Jahrgang, Herbst 1999. S. 38–40. … Das Haus von Georg Zsalacz in Kaisersteinbruch ist auf Stein gebaut, gleich daneben hat er seinen kleinen eigenen Steinbruch. Dem er entnimmt, was er an Material braucht. Er stellte die Steine für den notwendigen Umbau zur Verfügung. Die Maurerarbeiten leistete Kurt Kovasits und mit vereinten Kräften wurden Boden und Hinterwand für den Brunnen geschaffen. Aber eigentlich begann die Geschichte noch früher, bei Fritz Koresch daheim lag ein Nischenbogen aus rotem, ungarischem Marmor und im Lager von Steinmetzmeister Friedrich Opferkuh, dem Sohn des Steinmetzmeister Friedrich Opferkuh, ein Stück gleichen Marmors. Keineswegs einem Geschäftsauftrag folgend, sondern aus persönlicher Ambition widmete er sich daneben der Fertigung eines Brunnenbeckens aus Lindabrunner Konglomerat – wie er das ganze Projekt fachmännisch überwachte.