Gnadenbild Maria mit dem geneigten Haupt

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Der Gnadenaltar in der Karmeliterkirche in der Silbergasse mit dem Bildnis der "Gnadenmutter von Döbling

Das Gnadenbild Maria mit dem geneigten Haupt, auch als Gnadenbild Unserer Lieben Frau mit dem geneigten Haupte, Die Gnadenmutter von Döbling oder Das Gnadenbild von Döbling bekannt, ist ein Marienbild in jenem Teil des Wienerwalds, der zur Stadt Wien gehört. Es befindet sich in einer Kirche in Unter-Döbling, einem Vorort am Krottenbach, der 1892 als Teil des (19. Wiener Gemeindebezirk) eingemeindet wurde.

Beschreibung des Gnadenbildes

Bei dem "Gnadenbild Maria mit dem geneigten Haupt" handelt es sich ein Marienbild. Es ist ein Ölgemälde aus dem 15. oder 16. Jahrhundert, das im Stil der italienischen Renaissance gehalten ist. Es zeigt Maria, die den Kopf leicht nach links geneigt hält. Auf ihrer rechten Schulter leuchtet ein goldener Stern. Auf dem Kopf trägt sie eine mit Sternen besetzte Krone, die ihr von Kardinal Piffl gemäß päpstlicher Vollmacht beim Festgottesdienst am 27. September 1931 aus Anlass des 300-jährigen Jubiläums ihrer Ankunft in Wien aufgesetzt wurde.[1]

Standort

Das "Gnadenbild Maria mit dem geneigten Haupt" befindet sich heute in der Klosterkirche der (Unbeschuhten) Karmeliten "zur Heiligen Familie" (in der Silbergasse) auf dem ersten Seitenaltar im linken Seitenschiff. Dieser Altar aus dem Jahr 1904, der auch nach ihm benannt ist, wurde nach einer Zeichnung von Richard Jordan (1847-1922) (dem Älteren) aus Untersberger Marmor von der Firma Kiefer aus Oberalm bei Salzburg angefertigt.[2]

Geschichte

Der Legende nach entdeckte Pater Dominicus a Jesu Maria (OCD) (* 1559; † 1630), dessen Gebeine 1903 in eine Seitenkapelle der Klosterkirche "zur Heiligen Familie" überführt wurden, das "Gnadenbild Maria mit dem geneigten Haupt" 1609 unter dem Gerümpel eines Hauses in Rom, nachdem er die Stimme der Gottesmutter vernommen hatte, die ihn so auf dieses Bild aufmerksam machte. Als er dieses Bild entdeckte soll sie ihm von diesem aus zugelächelt und dabei ihr Haupt geneigt haben, das in der Folge die Neigung behielt.[3]

Nach seinem Tod gelangte das Marienbild von Rom über München nach Wien, wo es 1631 in den Besitz von Kaiser Ferdinand II. und Kaiserin Eleonora gelangte. Nach seinem Tod zog sich Eleonora in das von ihr gestiftete Kloster der (Unbeschuhten) Karmelitinnen in Wien zurück, wo sie das Gnadenbild auf dem Hochaltar aufstellen ließ. Nach ihrem Tod (1655) gelangte das Gnadenbild nach ihren testamentarischen Verfügungen in die Klosterkirche der (Unbeschuhten) Karmeliten in der Leopoldstadt. 1901 gelangte das Marienbild dann an seinen jetzigen Standort, wo es wenige Tage, nachdem es aufgestellt worden war, seines kaiserlichen Schmuckes beraubt wurde.[1]

Besonders während der beiden Weltkriege waren Wallfahrten zu der "Gnadenmutter von Döbling" sehr beliebt[1], und bis heute findet monatliche eine organisierte Wallfahrt dorthin statt. Von der "Gnadenmutter von Döbling" wurden zudem mehrere Kopien angefertigt, die ebenfalls als Wallfahrtsbilder verehrt wurden.[4]

Literatur

  • Otto Kurt Knoll: WallfahrtsWegWienerWald(!). Kral-Verlag, Berndorf, 2015, ISBN 978-3-99024-372-5, S. 45-48
  • Oda Schneider: Das gekrönte Bildnis Unserer Lieben Frau mit dem geneigten Haupte. 300 Jahre Gnadenquell in Österreich. Eigenverlag des Karmeliterkloster Wien-Döbling, Wien, 1955

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 vgl. Otto Kurt Knoll: WallfahrtsWegWienerWald(!), 2015, S. 47
  2. vgl. Gnadenbild, Karmel.AT, eingesehen am 11.September 2018
  3. vgl. Otto Kurt Knoll: WallfahrtsWegWienerWald(!), 2015, S. 46
  4. vgl. Otto Kurt Knoll: WallfahrtsWegWienerWald(!), 2015, S. 48