Gnadenstatue Maria, Heil der Kranken

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Das Gnadenbild "Maria in Ängsten" befindet sich in der Pfarrkirche Brunn am Gebirge

Die Gnadenstatue "Maria, Heil der Kranken" ist ein Marienbild, das sich in einer Kirche in jenem Teil des Wienerwalds befindet, der zu Niederösterreich gehört.

Beschreibung des Gnadenbildes

Die Gnadenstatue "Maria, Heil der Kranken" ist eine Kopie der "Mariazeller Muttergottes".[1] Die Maria, deren Altarhintergrund einen großen Strahlenkranz bildet, ist von zwei knienden Engeln umgeben.[A 1] Sie ist, wie auch die Mariazeller Muttergottes, mit einem farbigen Gnadenmantel bekleidet, der entsprechend den Jahreszeiten des Kirchenjahres wechselt.[2]

Standort

Die Gnadenstatue "Maria, Heil der Kranken" wurde 1730 in der Hochaltar der Kirche "zur Hl. Maria Magdalena", der Klosterkirche des Franziskanerklosters in Maria Enzersdorf eingefügt.[3]

Geschichte

Auf einer Wallfahrt nach Mariazell, die das Wiener Franziskanerkloster 1723 leitete, fand im Franziskanerkloster im heutigen Maria Enzersdorf ein "Zwischenhalt" statt. Unter den Wallfahrenden befand sich Franziskus von Ghelen, dem es gelang, eine Kopie der "Mariazeller Muttergottes" von dort mit zu nehmen. Als beim Rückmarsch ein Regen die Wallfahrergruppe bedrohte, gelobte er für sein Marienbild einen Altar zu stiften. Angeblich soll die Regengefahr daraufhin sofort gebannt gewesen sein. In der Folge wurde sein Haus eine beliebte Stätte für Wallfahrende, und es geschahen Wunder. Um 1729 überredete ihn der Pater Guardian des Franziskanerkloster in Maria Enzersdorf sein Marienbild für diese Klosterkirche zu stiften. In der Folge entwickelte sich Maria Enzersdorf dank der Gnadenstatue "Maria, Heil der Kranken" zu einem beliebten Wallfahrtsort.[3]

Selbst das Wallfahrtsverbot von Kaiser Joseph II., der 1784 das Franziskanerkloster mit der Pfarrseelsorge betraute, scheint nicht allzu viel Wirkung gehabt zu haben. Nach seinem Tod erlebte die Wallfahrt nach Maria Enzersdorf einen besonderen Aufschwung, vor allem in der Romantik im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts erfreute sie sich großer Beliebtheit. Dass einige prominente Wallfahrer auf dem Friedhof in Maria Enzersdorf ihre letzte Ruhestätte fanden, brachte diesem im Volksmund den Namen "Romantikerfriedhof" ein. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts erfreute sich die Wallfahrt nach Maria Enzersdorf großer Beliebtheit, nur unter dem Nationalsozialismus erlebte sie vorübergehend einen Niedergang.[4]

Literatur

Einzelnachweise

  1. vgl. Otto Kurt Knoll: WallfahrtsWegWienerWald(!), 2015, S. 81
  2. vgl. Otto Kurt Knoll: WallfahrtsWegWienerWald(!), 2015, S. 88
  3. 3,0 3,1 vgl. Otto Kurt Knoll: WallfahrtsWegWienerWald(!), 2015, S. 86
  4. vgl. Otto Kurt Knoll: WallfahrtsWegWienerWald(!), 2015, S. 87f.

Anmerkungen

  1. Beschreibung nach der Abbildung in Otto Kurt Knoll: WallfahrtsWegWienerWald(!), 2015, S. 87