Hadersdorf am Kamp

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Hadersdorf am Kamp (Marktort)
Ortschaft
Katastralgemeinde Hadersdorf am Kamp
Hadersdorf am Kamp (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Krems-Land (KR), Niederösterreich
Gerichtsbezirk Krems an der Donau
Pol. Gemeinde Hadersdorf-Kammern
Koordinaten 48° 27′ 29″ N, 15° 43′ 10″ O48.45805555555615.719444444444202Koordinaten: 48° 27′ 29″ N, 15° 43′ 10″ Of1
Höhe 202 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 1612 (1. Jän. 2020)
Fläche d. KG 2,151044 km²
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 04235
Katastralgemeinde-Nummer 12211
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
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1612

Hadersdorf am Kamp ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Gemeinde Hadersdorf-Kammern im Bezirk Krems-Land in Niederösterreich.

Geschichte

Im Gebiet um Hadersdorf sind seit der Altsteinzeit Funde belegt. Südlich des Ortes wurden neolithische Siedlungsplätze sowie Werkzeuge der frühen und mittleren Bronzezeit gefunden und weiters 130 Gräber aus der Urnenfelderkultur ausgegraben. Einzelne Quellen sprechen von einer „Hadersdorfer Kultur“. Einige Objekte sind beim Bahnhof Hadersdorf in einer Vitrine zu besichtigen.

Das um 865 urkundlich als in Weride genannte Gebiet bezeichnet eine Wörth am Austritt des Kamps aus der böhmischen Masse. Die Kirche bei Hadersdorf ist mit ecclesia Heiderichstorf (Haderichesdorff) für das Jahr 1136 belegt. Der Name bezieht sich auf das Geschlecht der Haderiche, die Herren der Schwarzenburg in Nöstach waren. Um 1238 wurde Hadersdorf als eigenständige Pfarre genannt, als Rudolphus, Pfarrer de Hedreisdorf eine Urkunde bezeugte. Das Marktrecht ist erstmals für das Jahr 1365 belegt, dürfte aber schön früher bestanden haben.

Hadersdorf war lange Zeit landesfürstlich, bevor es ab 1440 verpfändet wurde. Im Dreißigjährigen Krieges hatte Graf Heinrich Matthias von Thurn sein Hauptquartier in Hadersdorf aufgeschlagen, woraufhin böhmische Aufständische den Ort verwüsteten und 1645 zogen die Schweden plündernd durch den Ort. Auch während der Koalitionskriege gegen Napoleon kam es in den Jahren 1805 und 1809 zu Plünderungen.

Im Jahr 1760 gelangte die Herrschaft Hadersdorf an das Stift Zwettl und verblieb dort bis zur Aufhebung der Grundherrschaft. Am 7. Oktober 1848 nächtigte Kaiser Ferdinand I. auf seiner Flucht nach Olmütz im Pfarrhof.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurden aus der Strafanstalt Stein entlassene Häftlinge unter anderem in Hadersdorf am Kamp, Engabrunn und Theiß festgehalten, in Hadersdorf interniert und am 7. April 1945 durch eine SS-Einheit ermordet. Diese alle waren Opfer der Kremser Hasenjagd.

Historischer Marktplatz

Der Marktplatz zeigt den Zustand des 17. Jahrhunderts, nachdem der Ort im Schwedenkrieg verwüstet und wieder aufgebaut wurde. Viele Gebäude stammen aus dem 16. Jahrhundert, einige wurden nach Modernisierungen behutsam in den alten Zustand rückversetzt, sodass der Markt ein geschlossenenes Bauwerkensembles darstellt. Der historische Marktplatz ist durch die Haager Konvention geschützt. Der Platz zeugt auch von der einstigen wirtschaftlichen Stellung, da hier Bäcker, Fleischer, Schneider, Schuhmacher, Schmied, Schlosser, Hafner, Wirte, Händler und viele weitere Gewerbebetriebe ansässig waren.[1]

Öffentliche Einrichtungen

In Hadersdorf befindet sich ein Kindergarten.[2]

Sehenswürdigkeiten

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Historische Bauwerke auf hadersdorf-kammern.at
  2. Kindergärten in NÖ. NÖ Landesregierung, abgerufen am 9. Juni 2021.