Heinrich von Admont

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Heinrich von Admont (* im 13. Jahrhundert; † 1297), als Heinrich II. Abt der Benediktinerabtei St. Blasius zu Admont, gilt als "zweiter Gründer" des Stiftes. Er war ein wichtiger Berater von Albrecht II..

Herkunft und Familie

Heinrich stammte aus einer bäuerlichen Familie aus der Gegend von St. Michael bei Leoben.[1]

Leben

Heinrich war Mönch im Stift Admont, wo er vermutlich bereits die Klosterschule besucht hatte. Als Spitalmeister des Stiftes zeichnete er sich durch hervorragendes Wirtschaften aus.[1] 1275 wurde er zum Abt gewählt, ein Amt, das er bis zu seinem Tod ausübte.[2]

Heinrich von Admont wurde unter König Rudolf I. Landschreiber (damals der oberste Finanzbeamte) des Herzogtums Steier (1279-1297)[A 1].[3] Nachdem er von diesem die steirischen Finanzgeschäfte übernommen hatte, gründete er im Bergbauort Oberzeiring (heute Teil der Gemeinde Pölstal), neben der bereits unter den Babenbergern bestehenden Münzstätte in Graz, eine weitere Münzstätte.[4]

1278 erlaubte König Rudolf I. Abt Heinrich die Errichtung der Gallenstein (heute Teil der Gemeinde St. Gallen[5], die dem Stift Admont bis ins 19. Jahrhundert als Verwaltungssitz diente.

1286 setzte ihn Herzog Albrecht (I.) von Österreich gegen den Willen der steirische Landstände auch als Landeshauptmann des Herzogtums Steier ein.[3] Nachdem Herzog Albrecht 1292 den Aufstand des Landsberger Bundes niederschlagen ließ, sah er sich noch 1292 genötigt, auf Wunsch der steirischen Landstände, Abt Heinrich als Landeshauptmann abzusetzen.[5] Im Frühjahr 1297 wurde Abt Heinrich auf der Kaiserau in Admont durch einen Verwandten ermordet.[2]

Hinweise zu seiner Persönlichkeit

Offensichtlich war Heinrich nicht ungebildet. Wie eine Urkunde von König Rudolf I. für den Papst Nikolaus III. zeigt, die 1279 in Wien ausgestellt wurde, konnte Heinrich schreiben. Er dürfte allerdings von diesem Können nicht allzu häufig Gebrauch gemacht haben, sondern ließ gewöhnlich schreiben.[1] Als Abt von Admont wurde er aufgrund seiner ökonomischen Fähigkeiten als der "zweite Gründer" von Stift Admont gewürdigt.[2] Als Politiker war er bei den steirischen Landherren nicht besonders beliebt.[3] Sie sollen ihn als Landschreiber, der für die Finanzen des Herzogtums Steier verantwortlich war, regelrecht gefürchtet haben.[1] In der "Steirischen Reimchronik" des Ottokar aus der Gaal, eines Zeitgenossen, wird er als "des Teufels Kaplan" bezeichnet und kommt sehr schlecht weg.[5]

Erinnerungsstätten

Abt Heinrich II. ist auf einem Glasfenster in der Filialkirche St. Walpurgis in Brunn (heute Teil der Gemeinde St. Michael) dargestellt, das 1294-1297 geschaffen wurde.[5]

Zeitgenössische Quellen

Literatur

  • Carl Schmutz: Historisch-topographische Lexikon von Steiermark. S. 11-

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 vgl. Winfried Stelzer: Steirische Bildungsverhältnisse und schriftliche Kultur im späten Mittelalter. In: Gerhard Pferschy (Hrsg.): Die Steiermark im Spätmittelalter (= Geschichte der Steiermark. Bd. 4). Böhlau Verlag, Wien / Köln / Weimar, 2018. ISBN 978-3-205-20645-03, S. 495
  2. 2,0 2,1 2,2 vgl. Timeline, Website von Stift Admont, eingesehen am 22. September 2018
  3. 3,0 3,1 3,2 vgl. Gernot Peter Obersteiner: Verfassung und Verwaltung im Spätmittelalter. In: Gerhard Pferschy (Hrsg.): Die Steiermark im Spätmittelalter (= Geschichte der Steiermark. Bd. 4). Böhlau Verlag, Wien / Köln / Weimar, 2018. ISBN 978-3-205-20645-03, S. 119
  4. vgl. Odo Bürböck: Das steirische Münzwesen seit dem 13. Jahrhundert bis zum Beginn der Neuzeit. Prägestätten - Verbreitung - Münzwert. In: Gerhard Pferschy (Hrsg.): Die Steiermark im Spätmittelalter (= Geschichte der Steiermark. Bd. 4). Böhlau Verlag, Wien / Köln / Weimar, 2018. ISBN 978-3-205-20645-03, S. 333
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 vgl. Robert Engele, Damals in der Steiermark, Austria-Forum.ORG, eingesehen am 22. September2018

Anmerkungen

  1. Das Herzogtum Steier(mark) umfasste damals Teile der heutigen Bundesländer Steiermark und Niederösterreich und des heutigen Staates Slowenien sowie die Stadt und Herrschaft Steyr (heute Oberösterreich), die erst 1416/17 aber endgültig Teil des damaligen Herzogtums Österreich wurde.