Heinrich von Wien

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Magister Heinrich von Wien (* vermutlich im 12. Jahrhundert; † 11. Juni 1336)[A 1], auch Heinrich von Luzern, war Protonotar im Dienst der Habsburger und "Pfarrer von Wien". Als solcher begründete er das Kirchenmeisteramt zu St. Stephan.

Herkunft und Familie

Magister Heinrich (von Wien) stammte aus der Reichslandschaft Schwaben. Er war ein Verwandter des herzoglichen Protonotars Heinrich von Laa, eines Zeitgenossen, als dessen Neffe er sich bezeichnete.[1] Er war der Bruder von Rudolph von Freienbach ("Vreyenbach"), dessen Tochter Margarete mit Rudolph von Iberg verheiratet war.[2] Magister Heinrich, der Kinder hatte, dürfte verheiratet gewesen sein und erst nach dem Tod seines Ehefrau in den Dienst der Kirche getreten sein.[3]

Leben

Magister Heinrich (von Wien) war Bürger von Luzern und angeblich Kanoniker von Basel.[4] Er bezeichnete sich selbst als Kanoniker der Hochstifte Passau und Freising. Zunächst war er Priester des Bistums Konstanz und Pfarrer in Brugg an der Aare. Um 1317 war er Pfarrer von Graz, wo er 1317 die Badstube "im Sack" und den "Weyer" beim Deutschen Haus kaufte. 1318 war er Notar von König Friedrich (III.) "dem Schönen" († 1330).[5] Um 1331 war er Schreiber von Herzog Otto von Österreich (Otto dem Fröhlichen) († 1339).[6]

Nachdem Pfarrer Albert von Wien († 1342) Bischof von Passau geworden war, folgte ihm Magister Heinrich um 1322/23 als Pfarrer von St. Stephan zu Wien nach.[5] Während seiner Amtszeit wurde die 1302 begonnenen Bauarbeiten am "Albertinischen Chor" wieder aufgenommen.[7] Er gilt außerdem als der Begründer des Kirchenmeisteramtes.[3] Als Pfarrer von Wien siegelte er 1324 in einer Streitsache der Kartause Mauerbach. 1328 siegelte er außerdem für seinen Verwandten, Pfarrer Heinrich von Laa, den Verkauf des in Grinzing (heute Teil des 19. Wiener Gemeindebezirkes) Weingartens Ottenstainer.[5] Pfarrer Heinrich gehörte ein Haus in der Schulergasse in Wien, welches er den Herzögen Otto und Albrecht (II.) von Österreich verkaufte, die mit einer fürstlichen Freyung ausstatteten und der Zisterze Neuberg an der Mürz (heute Teil der gleichnamigen Gemeinde widmeten.[6] Nach seinem Tod wurde Pfarrer Heinrich in Wien beigesetzt. Zuvor hatte er noch der Kirche St. Stephan den Gottesleichnam-Altar und ein wertvolles Marienbild gestiftet.[7]

Literatur

  • Wilhelm Twerdy: Pfarrer Heinrich von Laa - Pfarrer Heinrich von Wien (= Arbeitskreis für Kirchliche Zeit- und Wiener Diözesangeschichte (Hrsg.): Miscellanea. Dritte Reihe. Nr. 192). Wiener Katholische Akademie, Wien, 1987

Einzelnachweise

  1. vgl. Wilhelm Twerdy: Pfarrer Heinrich von Laa - Pfarrer Heinrich von Wien, 1987, S. 1
  2. vgl. Wilhelm Twerdy: Pfarrer Heinrich von Laa - Pfarrer Heinrich von Wien, 1987, S. 6 und S. 8
  3. 3,0 3,1 vgl. Wilhelm Twerdy: Pfarrer Heinrich von Laa - Pfarrer Heinrich von Wien, 1987, S. 7
  4. vgl. Wilhelm Twerdy: Pfarrer Heinrich von Laa - Pfarrer Heinrich von Wien, 1987, S. 4 und S. 8
  5. 5,0 5,1 5,2 vgl. Wilhelm Twerdy: Pfarrer Heinrich von Laa - Pfarrer Heinrich von Wien, 1987, S. 4
  6. 6,0 6,1 vgl. Wilhelm Twerdy: Pfarrer Heinrich von Laa - Pfarrer Heinrich von Wien, 1987, S. 5
  7. 7,0 7,1 vgl. Wilhelm Twerdy: Pfarrer Heinrich von Laa - Pfarrer Heinrich von Wien, 1987, S. 6

Anmerkungen

  1. Daten nach Wilhelm Twerdy: Pfarrer Heinrich von Laa - Pfarrer Heinrich von Wien, 1987, S. 6