Helena von Heft und Stille

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Helena von Heft und Stille (* im 11. Jahrhundert; †12. Jahrhundert, nach 1130), auch Helena von Zelking oder Helena von Hagenau, war Gründerin des Stiftes Seitenstetten.

Herkunft

Helena war eine Tochter von Udiscalis (I.) von Heft und Stille und Schwester von Udalschalk von Heft und Stille.[1] Sie war zweimal verheiratet,
∞ in 1. Ehe mit Lanzo

  • Richardis (?)

∞ in 2. Ehe mit Reginbert (I.) von Hagenau-Zelking (der Ältere) (belegt ca. 1108-1144) verheiratet. Aus dieser Ehe hatte sie Kinder:[2]

- Reginbert (III.) von Hagenau († 1144)[3]
∞ mit Hildegard von Moosbach
∞ mit Gerold von Elsarn (?)
- Reginbert von Elsarn, Förderer von Stift Seitenstetten

Leben

Helena erbte von ihrem ersten Ehemann Güter in Lanzendorf (heute: Teil der Gemeinde Böheimkirchen) und Zelking, die sie in ihre zweite Ehe einbrachte. Ihr zweiter Ehemann Reginbert und ihr Bruder Udalschalk gründeten das Benediktinerstift Seitenstetten, sie gilt als dessen Mitbegründerin.[2] Nach dem Tod von Reginbert († um 1130) schenkte Helena mit Zustimmung ihres Sohnes Hartwig und ihrer Tochter Richardis ihre Güter in Lanzendorf, Zelking, Hagenau (heute Teil der Gemeinde Böheimkirchen) und Aham (heute Teil der Gemeinde Attnang-Puchheim) dem Kloster Seitenstetten, eine Schenkung, die am 30. August 1186 durch Papst Urban (III.) bestätigt wurde. Eine Folge davon war, dass das Stift Seitenstetten bis 1825 die Grundobrigkeit über Zelking besaß.[4]

Erinnerungen

  • Helena dürfte nach ihrem Tod im Stift Seitenstetten beigesetzt worden sein, wo sich ein Grabstein erhalten hat, der ihr zugeordnet wird.[3]
  • Im Refektorium des Stiftes Seitenstetten befindet sich ein Bild von Johann Kremser-Schmidt (18. Jahrhundert), das sie bei der Übergabe der Stiftungsurkunde für ihre Besitzungen zu Lanzendorf und Zelking zeigt.[1]

Helena in Legende und Sage

Nach der Gründungsgeschichte soll Helena zusammen mit Reginbert und ihrer Tochter in das Stift Seitenstetten eingetreten sein. Da es aber keine Belege dafür gibt, dass zu Seitenstetten jemals auch ein Frauenkloster gehörte, dürfte es sich bei diesem Klostereintritt um eine Legende handeln. Vorstellbar wäre allerdings, dass die Genannten in die Gebetsgemeinschaft des Stiftes aufgenommen wurden, woraus später die Legende um den Klostereintritt entstanden ist.[5]

Literatur

  • Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking. Eine Spurensuche. Melk, 2016

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 20
  2. 2,0 2,1 vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 27
  3. 3,0 3,1 vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 26
  4. vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 25
  5. vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 25f.