Hugo von Aigen

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Hugo (II.) von Aigen (* im 12. Jahrhundert, vor 1177; † im 13. Jahrhundert, nach / um 1210), auch Hugo von Weyerburg, Hugo de Aichen oder Hugo von Aigen zu Weyerburg, war ein Adeliger des Herzogtums Österreich. Seine Familie starb in "männlicher" Linie mit ihm aus[1].

Herkunft und Familie

Hugo (II.) von Aigen entstammte einer in der Markgrafschaft beziehungsweise im späteren Herzogtum Österreich ansässigen Ministerialenfamilie[A 1] der Herzöge von Österreich (Babenberger), die möglicherweise auch als deren Stadtministerialen in Tulln wirkte[2]. Er war der Sohn von Hugo (I.) von Aigen aus dessen Ehe mit einer Tochter von Poppo von Winkl, deren Name unbekannt ist.[3] Verheiratet war er mit Helena, Schwester von Hartneid von Steyr-Steinbach, Kanoniker in Passau und Propst von Aquileia.[4] Aus dieser Ehe sind zwei Kinder belegt:

  • Sigloch von Aigen beziehungsweise Sigloch von Weyerburg († vor 1204)[5] und
  • eine Tochter, deren Name aber nicht überliefert ist. Ihre Nachkommen erbten seine Herrschaft Weyerburg,.
Otto (I.) Turse von Rauheneck, Herr auf Rauhenstein[6]
- Otto (II.) Turse von Rauheneck, Herr auf Rauhenstein
- Hugo (I.) Turse von Rauheneck, Herr auf Weyerburg

Hugos Schwester war Jutta von Aigen, die als Witwe von Otto von Plank belegt ist, mit dem sie mehrere Söhne, darunter Ortolf von Plank, hatte.[7] Gemeinsam mit ihrem Ehemann verfügte sie über landesfürstlichen Lehenbesitz in Tulln, den sie später mit Zustimmung ihre Bruders Hugo dem Augustiner Chorherren-Stift Klosterneuburg widmete. Möglicherweise ist sie mit Juta de Tulne ident, die drei Häuser in Tulln zusammen mit umfangreichen herzoglichen Lehenbesitz um die Stadt als "Seelgerät" stiftete.[8]

Leben

Hugo von Aigen ist zwischen 1177 und 1209 in Herzogsurkunden belegt, wobei er stets nach Aigen benannt wird. Letztmals urkundlich genannt, ist er dagegen nach Weyerburg ("Wierberch") (heute: Teil der Gemeinde Hollabrunn) benannt, wo er um 1204 seinen Sitz gehabt haben dürfte.[9] Auf der Weyerburg stellte seine Ehefrau Helena 1204 einen Verzicht aus, der sich auf ihre Erbansprüche auf ein Gut bezog, dass ihr von ihrem Bruder geschenkt worden war.[10]

Bei einer in Wien vereinbarten Schenkung des Grafen Gebhard von Regau-Poigen an das bairische Kloster Asbach vertrat er gemeinsam mit seinem Onkel Ortlieb von Winkl die Interessen von Herzog Leopold (V.) von Österreich ("Leopold dem Tugendreichen"). Außerdem widmete er dem Zisterzienserstift Heiligenkreuz eine Hofstätte in Bierbaum am Kleebühel (heute: Teil von Wagram an der Donau, einer Kastralgemeinde der Gemeinde Eckartsau).[4] 1210 bezeugte Hugo von Aigen für Herzog Leopold (VI.) "den Glorreichen" eine Schenkung an das Stift Altenburg. Etwa um diese Zeit stiftete er außerdem für sich und seine Familie zum ewigen Gedenken ein "Anniversarium".[10]

Hugo von Aigen verwendete sein eigenes Siegel, einen geflügelten Lindwurm. Nach seinem Tod wurde er in Stift Heiligenkreuz beigesetzt.[10]

Literatur

  • Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld. (Forschungen zur Landeskunde von Niederösterreich. Hrsg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich. Band 39). St. Pölten, 2017. ISBN 978-3-901234-27-9[A 2]

Einzelnachweise

  1. vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 256
  2. vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 253
  3. vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 49
  4. 4,0 4,1 vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 50
  5. vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 50f.
  6. vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 51
  7. vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 48, außerdem Fußnote 226
  8. vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 254
  9. vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 49f., Fußnote 230
  10. 10,0 10,1 10,2 vgl. Anna Maria Sigmund: Die Tursen von Lichtenfels. Geschichte und Genealogie eines niederösterreichischen Ministerialengeschleches. (Ungedruckte) Dissertation, Wien, 1981, S. 22

Anmerkungen

  1. Die Ministerialen, auch als "Dienstadel" bezeichnet, bildeten im Mittelalter innerhalb des "niederen" Adels eine eigene Gruppe. Ursprünglich "Unfreie", waren sie durch ein Dienst- oder Lehnsverhältnis in den "niederen" Adel aufgestiegen, im Unterschied zu den "edelfreien" oder "hochfreien" Adelsfamilien.
  2. Publikation von Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld. Dissertation, Universität Wien, 2015 digital