Johann von Ried

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Johann (I.) von Ried (* im 13. Jahrhundert; † im 14. Jahrhundert, um / nach 1326), auch Johann Schenk von Ried oder Jans der Schenk, war Adliger des Herzogtums Österreich[A 1].

Herkunft und Familie

Johann (I.) von Ried war der Sohn von Otto von Ried und ein Enkel von Konrad von Tulln. Wie sein Vater benannte er sich zeitweise nach der Burg und Herrschaft Ried (am Riederberg), wenn er diese in Besitz hatte.[1] Er hinterließ eheliche Kinder, darunter:

  • Katharina von Ried († vor 1326)[2]
∞ mit Konrad, dem Sohn von Konrad Haarmarkter aus der Wiener Familie der Greifen
  • Elisabeth von Ried, auch als Elisabeth die Schenkin bezeichnet. Sie gehörte zum Hofstaat der Königin beziehungsweise der Herzogin Elisabeth und fungierte gemeinsam mit Heinrich von Rappach, dem Hofmeister von Königin Elisabeth, als Zeugin, als diese ihr Testament verfasste.[3]
∞ mit Ulrich von Ruckendorf

Vermutlich war Johann von Ried auch der Vater von Albrecht dem Schenk von Ried, der als sein Nachfolger belegt ist.[3]

Leben

Johann (I.) von Ried, erstmals 1308 urkundlich belegt, dürfte zwischen 1310 und 1313 wieder in den Besitz von Burg und Herrschaft Ried (am Riederberg) (heute Teil der Gemeinde Sieghartskirchen) gelangt sein, die seinem Großvater als landesfürstlicher Pfandbesitz zugefallen war und die sein Vater, vermutlich als Folge seines Rechtsstreites mit den Dominikanerinnen von Tulln, wieder verloren hatte. Vermutlich auf Wunsch von Herzog Friedrich (I.) von Österreich überließ Johann Ried 1314 und 1315 als "Rentenpfand" Otto von Grünburg. Erst seit dem März 1316 befand sich die Pfandschaft Ried wieder in seinem Besitz, wo sie bis zu seinem Tod verblieb.[4] Er dürfte von Ludwig von Döbling das herzogliche Forstmeisteramt übernommen haben.[1] Letztmals wird er 1326 urkundlich genannt. Zu seinen Erben zählten der Hofmeister Heinrich von Rappach, der Ritter Niklas von Röhrenbach und die Wiener Ratsherren Ulrich bei den Minderbrüdern (aus der Wiener Familie der Greifen) und Niklas von Eßling.[3]

Literatur

  • Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld. (Forschungen zur Landeskunde von Niederösterreich. Hrsg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich. Band 39). St. Pölten, 2017. ISBN 978-3-901234-27-9[A 2]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 347
  2. vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 347f.
  3. 3,0 3,1 3,2 vgl. Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld, 2017, S. 348
  4. vgl.Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld. (Forschungen zur Landeskunde von Niederösterreich. Hrsg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich. Band 39). St. Pölten, 2017. ISBN 978-3-901234-27-9, S. 246f.

Anmerkungen

  1. Das Herzogtum Österreich war aus der Markgrafschaft Österreich, die ursprünglich zum Stammesherzogtum Baiern gehört hatte und 1156 von diesem gelöst worden war, entstanden. Damals erfolgte die Erhebung der Markgrafschaft Österreich zum eigenständigen Herzogtum Österreich. Das Herzogtum umfasste ursprünglich nur das heutige Bundesland Wien und einige Teile des heutigen Bundeslandes Niederösterreich sowie drei Siedlungen im heutigen Bundeslandes Oberösterreich. Im Spätmittelalter vergrößerte sich das Herzogtum Österreich um weitere Teile der späteren Bundesländer Niederösterreich und Oberösterreich. Erst 1417 kam die Stadt Steyr mit der gleichnamigen Herrschaft, die zuvor zum Herzogtum Steier gehört hatte, endgültig zum Herzogtum Östereich. Im 15. Jahrhundert spaltete sich das damalige Herzogtum Österreich in zwei Teilherzogtümer auf: Österreich ob der Enns (heute im Wesentlichen: Oberösterreich, ohne das Innviertel) und Österreich unter der Enns (heute im Wesentlichen: Niederösterreich, ohne Pitten und Wiener Neustadt)
  2. Publikation von Günter Marian: Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld. Dissertation, Universität Wien, 2015 digital