Konrad Tiefenthaler

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Konrad Tiefenthaler vor 1925. Das Bild wurde von den Nachkommen zur Verfügung gestellt.

Konrad Gottfried Tiefenthaler (* 26. November 1897 in Nenzing; ermordet am 6. oder 7. August 1942 in Innsbruck oder München) war ein Mitarbeiter der Österreichischen Bundesbahnen, Sozialdemokrat, Gewerkschaftsfunktionär und Antifaschist.

Leben und Schulausbildung

Konrad Tiefenthaler wuchs als elftes von zwölf Kindern in der Parzelle Halden in der Marktgemeinde Nenzing in Vorarlberg auf. Er besuchte die achtklassige Volksschule im Ort, verließ jedoch die Schule bereits im siebten Schuljahr. Er heiratete am 11. Mai 1925 Anna Regina Gächter (geb. am 13. Juli 1899). Durch Pius Moosbrugger (Lokführer und Landtagsabgeordneter in Vorarlberg) wurde er für die Sozialdemokratie gewonnen.

Berufliche Tätigkeit

{{Gedenktafel am Gebäude Erioll world.svg}} Konrad Tiefenthaler begann seine Berufstätigkeit bei den Österreichischen Bundesbahnen als Gleisbauer. Bis zur seiner politisch motivierten Zwangspensionierung 1934 durch die Administration der Dollfuß-Diktatur war er in diesem Unternehmen tätig (er wurde auf Anweisung der austrofaschistischen Regierung acht Tage im Landesgericht Innsbruck inhaftiert). Aufgrund seines Engagements für die Arbeitnehmerschaft und in der Gewerkschaft wurde er in leitende Positionen befördert. Zuerst in der Verwaltung des Bahnhofs in Bludenz, später dann wurde er wegen seines sozialdemokratischen Engagements, welches von der Regierung in Vorarlberg nicht gerne gesehen wurde, vor allem in der Direktion in Innsbruck, wo er Leiter des Personalausschusses wurde, beschäftigt.[1][2][3]

Konrad Tiefenthaler engagierte sich auch stark für die Gedanken und Verbreitung der Konsumgenossenschaft und fand nach 1934, nach seiner Zwangspensionierung, auch hier im Vorstand eine weitere Tätigkeit.

Politische Tätigkeit

Tafel auch mit seinem Namen am Befreiungsdenkmal

Nach seiner politisch motivierten Zwangspensionierung bei gekürzten Bezügen bei den Österreichischen Bundesbahnen betätigte er sich bei den Revolutionären Sozialisten im Untergrund und soll als Fluchthelfer für illegale Grenzübertritte in die Schweiz tätig gewesen sein.

Nach dem Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in Österreich schloss sich Konrad Tiefenthaler aufgrund des Bestrebens des bayrischen Sozialdemokraten Waldemar von Knoeringen (* 6.10.1906; † 2.7.1971) der antinationalsozialistischen Widerstandsgruppe «Neu Beginnen» in Innsbruck an und war ein wichtiges Verbindungsmitglied für den österreichischen, tschechischen und süddeutschen Raum. Ein Angebot der Nationalsozialisten, der NSDAP beizutreten und für diese zu arbeiten, nahm er im Dezember 1938 zum Schein an und arbeitete gegen den Nationalsozialismus.[1][3]

Seine Scheintätigkeit für den Nationalsozialismus flog auf und er wurde am 2. Juli 1942 inhaftiert. In einem Polizeigefängnis in München[4] (nach anderer Version im landesgerichtlichen Gefängnis in Innsbruck) starb er vermutlich an den Folgen der ihm zugefügten Misshandlungen am 6. oder 7. August 1942.[5][6] Im Totenschein wurde „Selbstmord durch Erhängen“ angegeben.

Die Beisetzung der Urne in Innsbruck wurde den Verwandten untersagt und von der Gestapo überwacht.

Ehrung

Für Konrad Tiefenthaler wurde am 2. Dezember 1988 am ÖBB-Direktionsgebäude in Innsbruck eine Gedenktafel angebracht. Auf dem Befreiungsdenkmal in Innsbruck ist sein Name eingraviert.

Weblinks

 Konrad Tiefenthaler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Konrad Tiefenthaler, Webseite: eduard-wallnoefer-platz.at.
  2. Konrad Tiefenthaler: Widerstand gegen den Nationalsozialismus mit "Neu Beginnen", Webseite: zeitreisefuehrer-vorarlberg.blogspot.com vom 27. Juni 2017.
  3. 3,0 3,1 Christoph Gerber: Den für die Freiheit Österreichs gestorbenen. Das Befreiungsdenkmal und die Erinnerung. Eine Intervention, S. 125 f.
  4. Lexikon "Verfolgung und Widerstand in Vorarlberg 1933–1945", Webseite: malingesellschaft.at.
  5. Horst Schreiber: Gedächtnislandschaft Tirol: Zeichen der Erinnerung an Widerstand, Verfolgung und Befreiung 1938 bis 1945, Innsbrucker Stadtarchiv, Folge 68, Band 24, Michael Gaismair-Gesellschaft, Studien Verlag.
  6. Gisela Hormayr: Wenn ich wenigstens von euch Abschied nehmen könnte": Letzte Briefe und Aufzeichnungen von Tiroler NS-Opfern aus der Haft, google books.