Life Science Cluster Wien

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Der Life Science Cluster Wien ist ein Zentrum für Forschung, Ausbildung und Wirtschaft in den Life Sciences, wobei es in Wien keine auf Mitgliedschaft basierende Cluster-Organisation gibt.

Beschreibung

Der Cluster entstand durch die Ballung von Organisationen und wird durch das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort und die Stadt Wien mit zahlreichen Maßnahmen unterstützt wie das Life Science Austria Programm. Seit 2002 steht LISAvienna als zentraler Ansprechpartner zur Verfügung.[1] Diese Plattform bietet an der Schnittstelle von Austria Wirtschaftsservice und Wirtschaftsagentur Wien kostenlose Unterstützungsangebote, insbesondere für Start-ups, und liefert Enscheidungsgrundlagen für den Ausbau der Life Sciences in Wien. Dabei lag der Fokus anfangs auf der medizinischen Biotechnologie.[2] Inzwischen werden alle Biotech-Themen inklusive Bioökonomie sowie Innovationen im Bereich Medizinprodukte und Digital Health unterstützt.[3]

Fünf Universitäten und einige weitere Forschungsinstitute in Wien bilden mit über 12.600 Beschäftigten und 34.700 Studierenden den akademischen Kern des Clusters. Das Forschungs- und Ausbildungsspektrum reicht von Human- und Veterinärmedizin über sämtliche Facetten der Biowissenschaften bis hin zu Themen aus den Materialwissenschaften, aus der Softwareentwicklung und der Medizintechnik. Mehr als 480 Unternehmen sind in Wien in der Biotechnologie, der Pharmazeutik und am Medizintechnik-Sektor tätig (Forschung und Entwicklung, Produktion, Zulieferer, Dienstleister, Vertrieb). Diese generieren mit knapp 23.000 Beschäftigen rund € 12 Mrd. Umsatz. Das entspricht mehr als der Hälfte des gesamten Umsatzes aller Life Sciences Unternehmen in Österreich (€ 22,4 Mrd.).[4][5]

Geschichte

  • 2019: Gründung KHAN-I Fonds und wings4innovation eröffnet neue Wege, um Ergebnisse aus der akademischen biowissenschaftlichen Forschung für die Entwicklung neuer Arzneimittel zu nutzen[6]
  • 2019: Veröffentlichung der Bioökonomie-Strategie für Österreich[7]
  • 2017: Eröffnung neues IMP-Gebäude am Vienna BioCenter[8]
  • 2016: Veröffentlichung Zukunftsstrategie Life Sciences und Pharmastandort Österreich[9]
  • 2010: Aufbau von wissenschaftlichen Core Facilities am Vienna BioCenter und am Vienna Life Sciences Center Muthgasse[10][11]
  • 2006: Eröffnung von IMBA und GMI, zwei Institute der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, am Vienna BioCenter[12]
  • 2006: Eröffnung Vienna Open Lab[13]
  • 2003: Wiener Wissenschafts- Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) startet Life Science Förderschwerpunkt für den akademischen Bereich in Wien[14]
  • 2002: Gründung der ARGE Life Science Austria Vienna Region (LISA Vienna Region) durch die Innovationsagentur (seit 2003 Teil der Austria Wirtschaftsservice) und das Wiener Zentrum für Innovation und Technologie (ZIT, seit 2014 Teil der Wirtschaftsagentur Wien), aus der 2011 die ARGE Life Science Austria Vienna (LISAvienna) entstand[15]
  • 2002: Zentrum für Innovation und Technologie (ZIT, seit 2014 Teil der Wirtschaftsagentur Wien) startet erste Ausschreibung im Life Sciences Schwerpunkt
  • 2001: Start des Österreichischen Genomforschungsprogramms GEN-AU[16]
  • 2000: Businessplanwettbewerb Best of Biotech erstmals ausgeschrieben[17]
  • 1999: Start des Impulsprogramms Biotechnologie, aus dem 2002 das Förderprogramm Life Science Austria entstand
  • 1998/99: Gründung erster Biotech-Unternehmen in Wien: Intercell (jetzt Teil von Valneva), Igeneon, Bender MedSystems (jetzt Teil von Thermo Fisher Scientifc)[18]
  • 1994: Eröffnung neues AKH Wien
  • 1992: Eröffnung Max Perutz Labs am Vienna BioCenter
  • 1985: Gründung des Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien -> Start Entwicklung Vienna BioCenter
  • 1985: Start des Studiengangs Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur (davor ab 1945: Lebensmittel- und Gärungstechnologie)[19]

Prägende Unternehmen

In Wien sind Großunternehmen wie Boehringer Ingelheim, Octapharma, Ottobock und Takeda mit Forschungs- und Produktionseinheiten vertreten, die den Cluster maßgeblich prägen.[20] Die Stadt liegt außerdem an der Spitze des 2019 People Per Hour Startup Cities Indexes[21] und verzeichnet auch in den Life Sciences eine wachsende Zahl an Start-ups. Apeiron Biologics, Hookipa Pharma, Marinomed, mySugr, Themis Bioscience, Valneva und viele weitere Unternehmen betreiben Standorte in Wien und sorgen mit ihren Produkt-Pipelines, Lizenzabkommen und Finanzierungserfolgen immer wieder international für Schlagzeilen.[22][23][24]

Akademische Life Sciences Zentren in Wien

Forschung und Ausbildung in den Life Sciences konzentrieren sich in Wien vor allem auf fünf Standorte:

Einzelnachweise

  1. Ten Years of LISAvienna. 10. Oktober 2012, abgerufen am 15. Oktober 2019 (english).
  2. Life Science Austria Vienna Region's Newsletter. Abgerufen am 15. Oktober 2019 (english).
  3. LISAvienna: Vienna Highlights Fall and Winter 2019. Abgerufen am 15. Oktober 2019.
  4. Vienna Life Science Report 2018/19. Abgerufen am 15. Oktober 2019 (english).
  5. Life Science Report Austria 2018. Abgerufen am 15. Oktober 2019 (english).
  6. Transkript: 60 Mio. Euro für Drug-Discovery-Projekte. Biocom, 13. September 2019, abgerufen am 16. Oktober 2019 (deutsch).
  7. BMNT, BMBWF, BMVIT: Bioökonomie – Eine Strategie für Österreich. Abgerufen am 16. Oktober 2019 (deutsch).
  8. 17 07 2018 um 10:41 von Sabine Hottowy: IMP im Vienna Biocenter: Forschung mit Kuschelfaktor. Abgerufen am 15. Oktober 2019 (deutsch).
  9. BMWFW: Zukunftsstrategie Life Sciences und Pharmastandort Österreich. Abgerufen am 16. Oktober 2019 (deutsch).
  10. Wo an der Labortechnik gebastelt wird - derStandard.at. Abgerufen am 15. Oktober 2019 (österreichisches deutsch).
  11. Wissenschaftsbericht der Stadt Wien 2010. Abgerufen am 16. Oktober 2019.
  12. Vienna BioCenter: History. Abgerufen am 15. Oktober 2019 (english).
  13. Das Vienna Open Lab feiert 10 Jahre Forschung zum Mitmachen. Abgerufen am 15. Oktober 2019 (deutsch).
  14. WWTF: Life Sciences Schwerpunkt. Abgerufen am 16. Oktober 2019 (deutsch).
  15. LISAvienna – Regiowiki. Abgerufen am 15. Oktober 2019 (deutsch).
  16. Austrian Genome Research Programme GEN-AU: Mid Term Programme Management Evaluation. Final Report. 2005, abgerufen am 16. Oktober 2019 (english).
  17. Technopolis & Fraunhofer ISI: Life Science-Standort Wien im Vergleich. Endbericht im Auftrag der MA 27 EU-Strategie und Wirtschaftsentwicklung, Jänner 2006. Abgerufen am 16. Oktober 2019 (deutsch).
  18. Chemiereport 2018/7 (S. 54-56): Hans Loibner im Portrait – Der lange Atem der Krebsimmuntherapie. Abgerufen am 16. Oktober 2019 (deutsch).
  19. Geschichte::Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit::Stabsstellen::Rektorat::BOKU. Abgerufen am 15. Oktober 2019.
  20. Vienna Life Science Report 2018/19. Abgerufen am 15. Oktober 2019 (english).
  21. Alison Coleman: Why Vienna Is The Best Place To Start A Business. Abgerufen am 11. Oktober 2019 (english).
  22. Peter Halwachs und Johannes Sarx: Transkript 1/2019: Im Fokus: Life Sciences in Wien. Abgerufen am 15. Oktober 2019 (deutsch).
  23. Labiotech.eu News. Abgerufen am 15. Oktober 2019.
  24. European Biotechnology Life Science and Industry Magazine. Abgerufen am 15. Oktober 2019 (english).
  25. LISAvienna: Leuchtturm der Life Sciences. In: chemiereport.at. 2019, abgerufen am 11. Oktober 2019.
  26. www.tuwien.at. 8. Oktober 2019, abgerufen am 11. Oktober 2019.
  27. Medizinischen Universität Wien: Home | MedUni Wien. Abgerufen am 11. Oktober 2019.
  28. Vetmeduni Vienna : Vetmeduni Vienna. Abgerufen am 11. Oktober 2019.