Marcello Martini

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Marcello Martini (* 2. Februar 1930 in Prato in der Toskana; † 14. August 2019 in Castellamonte in Piemont) war italienischer Partisan. Als dieser war er einer der jüngsten italienischen politischen Häftlinge des Konzentrationslager Mauthausen, die das Lager überlebten.

Leben

Gedenktafel auf der KZ Gedenkstätte

Marcello Martini kam in seiner Jugend in Kontakt mit dem italienischen Widerstand, da sein Vater als Antifaschist den geheimen Sender CORA unterstützte. Diese Aktivitäten wurden im Juni 1944 entdeckt und seine ganze Familie wurde außer seinem Vater, der entkommen konnte, in Montemurlo festgenommen.

Während seine Mutter und seine Schwester im Gefängnis Santa Verdiana in Florenz inhaftiert wurden, wurde er sofort in das Durchgangslager Fossoli gebracht, wo er vom 12. bis 21. Juni 1944 blieb.

Von dort kam er mit 473 anderen in das KZ Mauthausen und wurde unter der Nummer 76.430 registriert. Er und Franco Cetrelli, der in Mauthausen den Tod fand, sind mit 14 Jahren, die jüngsten Italiener, die deportiert wurden.

Martini wurde zuerst in das KZ-Außenlager in Wiener Neustadt gebracht. Er hatte in der Flugzeugfabrik aber einen schweren Arbeitsunfall, sodass er zwei Monate in der Krankenstation verbrachte. Im Dezember 1944 wurde er in das Außenlager in der Hinterbrühl verlegt, wo in der Seegrotte, einem aufgelassenen Gipsbergwerk, unter dem Decknamen Languste von Zwangsarbeitern die Rümpfe der Heinkel He 162 gebaut wurden.

Am Ostersonntag, dem 1. April 1945 musste er mit hunderten anderen gehfähigen Gefangenen den sogenannten Todesmarsch ins KZ Mauthausen antreten, den er durch seine Jugend und der Hilfe anderer Mithäftlingen überlebte. 51 andere Gefangene, die nicht mitkamen wurden ermordet. Dort kann er bis zur Befreiung durch die 11. US-Panzerdivision der 3.US-Armee überleben.

Nach seiner Rückkehr nach Italien studierte er Chemie und schloss sein Studium mit dem Doktorat ab. Im Jahr 1953 heiratete er Mariella.

Erst Jahrzehnte später kam er erstmals wieder mit einer Reisegruppe in die Hinterbrühl. Während der Rest der Gruppe den unterirdischen See besuchten, besichtigte er die KZ-Gedenkstätte, die der damalige Pfarrer Franz Jantsch im Jahr 1989 initiierte. Die Hinterbrühl besuchte er seither mehrfach.

Am 14. August 2019 starb Martini, nachdem er wenige Tage zuvor in Castellamonte die Ehrenbürgerschaft erhielt. Als letzten Willen verfügte er auch, dass ein Teil seiner Asche in der Hinterbrühl im Sacrario (Heiligtum), wie er die KZ-Gedenkstätte nannte ruhen.

Die Gemeinde Hinterbrühl verlieh im posthum im Jahr 2020 ebenfalls die Ehrenbürgerschaft.[1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Pfarre Hinterbrühl: Gedenken und Ehrung für KZ-Überlebenden der Pfarre Hinterbrühl vom 20. Oktober 2020 abgerufen am 24. Oktober 2020

Weblinks