Margarete Maultasch

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Wandgemälde von Margarete "Maultasch", Teil der Gemäldegalerie der "Tiroler Landesfürsten" im Spanischen Saal auf Schloss Ambras

Gräfin Margarete von Görz-Tirol, auch Gräfin Margarete von Tirol oder Herzogin Margarete von Baiern und Kärnten, Gräfin von Tirol, um 1366 erstmals auch als Margarete Maultasch genannt (* 1318, in Tirol; † 3. Oktober 1369, in Wien)[1] herrschte über Teile der heutigen Republik Österreich.

Herkunft und Familie

Abbildung des Siegels, dass Gräfin Margarete 1363 verwendete (erstellt zwischen 1891 und 1901)

Margarete stammte aus der Familie der Grafen von Görz-Tirol, die durch die Eheschließung des Grafen Meinhard (III.) von Görz mit Gräfin Adelheid von Tirol, einer der beiden Erbtöchter des Grafen Albert (III.) von Tirol begründet wurde. Unter seinen beiden Söhnen Meinhard (II.) von Tirol und Albert (I.) von Görz spaltete sich die Familie in den "meinhardinischen Familienzweig", der über die Grafschaft Tirol herrschte, und den "albertinischen Familienzweig, der über die Görzer Grafschaften herrschte, auf. Margarete war eine der beiden Töchter von Graf Heinrich (I.) von Görz-Tirol aus dessen Ehe mit Adelheid von Braunschweig und somit eine Enkelin des Grafen Meinhard (II.).

Margarete war zweimal verheiratet,
∞ in erster Ehe (1330-1341 bzw. 1349) mit Johann Heinrich von Böhmen, einem Sohn von König Johann (I.) von Böhmen ("Johann dem Blinden"), dem jüngeren Bruder des späteren Kaisers Karl (IV.)[1];
∞ in zweiter Ehe seit 1342 mit Herzog Ludwig (V.) von Baiern ("Ludwig den Brandenburger")[A 1] († 1361), Markgraf von Brandenburg.[1] Aus dieser Ehe hatte sie mindestens 4 Kinder, darunter:

Leben

Margaretes Vater dürfte aus seiner ersten Ehe einen Sohn mit Namen Leopold gehaben haben, der aber noch als Kind starb. Aus seiner zweiten Ehe hatte er außer Margarete noch eine weitere Tochter: Adelheid. Relativ früh versuchte er, für den Fall, dass er ohne männliche Nachkommen sterben sollte, die Erbfolge einer seiner Töchter für das Herzogtum Kärnten und der Grafschaft Tirol zu sichern, während die andere Tochter für diesen Fall finanziell abgefunden werden sollte. 1330 schloss er deshalb mit Kaiser Ludwig (IV.) ("Ludwig dem Bayern") einen Vertrag, in dem ihm dieser für seine Töchter die weibliche Erbfolge garantierte. Eine Vereinbarung dieses Vertrages sicherte jedoch dem Kaiser ein Mitspracherecht bei der Eheschließung der Erbtochter, das später nicht eingehalten wurde. Dass die Verlobung und Eheschließung von Margarete und Johann Heinrich ohne seine ausdrückliche Zustimmung erfolgt war, nutzte Kaiser Ludwig später, um sich nicht an den Vertrag halten zu müssen, als der Erbfall tatsächlich eintrat. Nachdem Margaretes ältere Schwester Adelheid nach 1330 aufgrund einer Krankheit für eine Nachfolge nicht mehr in Betracht kam, wurde Margarete die alleinige Erbin. Nach dem Tod ihres Vaters behaupteten sie und Johann Heinrich die Herrschaft über die Grafschaft Tirol, während das Herzogtum Kärnten an die Herzöge von Österreich (Habsburger) kam. Dies wurde von Margarete, die auch weiterhin den Titel einer Herzogin von Kärnten führte, lebenslang nicht anerkannt.[3]

Im Zusammenhang mit der ersten Eheschließung von Margarete (16. September 1330) kam es mit den Kärntner und Tiroler Landständen zu einer Vereinbarung, welche für den Fall, dass Margaretes Vater sterben sollte, ihrem Schwiegervater Johann von Böhmen die Vormundschaft für sie und seinen Sohn und somit auch die Regentschaft für das Herzogtum und die Grafschaft zusicherte.[4] Als im März 1339 zwischen den Böhmen (Luxemburger) und Kaiser Ludwig "dem Baiern" ein Ausgleich geschlossen wurde, an welche Tiroler Adlige wie Volkmar von Burgstall oder Heinrich von Annenburg als Schiedsleute beteiligt waren, wurde in diesem festgelegt, dass die Grafschaft Tirol an Margaretes Schwiegervater und ihren Schwager fallen sollte, falls ihre Ehe mit Johann Heinrich kinderlos bliebe.[5] In der Folge dürfte sich jedoch das Verhältnis zwischen Margaretes Schwiegerfamilie und dem Tiroler Adel verschlechtert haben. Nach einem gescheiterten Aufstand 1340 wurde Johann Heinrich im November 1341 aus der Grafschaft verjagt und die Herrschaft seiner Familie dort "de facto" beendet.[6] Wenig später kam es zu Margaretes zweiter Eheschließung, womit die Wittelsbacher in Tirol vorübergehend Fuß fassen konnten.[7]

Obwohl Margarete als Tiroler Landesfürstin gilt, war sie, abgesehen von einigen Monaten nach dem Tod ihres Sohnes Meinhard im Jahr 1363[8], nie die offizielle Herrscherin über die Grafschaft Tirol. Die Herrschaft wurde zunächst von ihrem ersten Ehemann Johann Heinrich beziehungsweise von dessen Familie und später von ihrem zweiten Ehemann Ludwig ausgeübt. Sie dürfte aber während der häufigen Abwesenheiten von Ludwig, ehe dieser die Markgrafschaft Brandenburg gegen das Herzogtum Oberbayern tauschte, zeitweise als seine Vertretung fungiert haben und während der kurzen Regierungszeit ihres Sohnes Meinhards (1361-1363), der die meisten Zeit nicht in Tirol weilte, "de facto" selbst über Tirol geherrscht haben. Nachdem sie nach dem Tod ihres Sohnes die Herrschaft über Grafschaft Tirol an Herzog Rudolf (IV.) von Österreich ("Rudolf den Stifter") abgetreten hatte, übersiedelte sie nach Wien[1].[9]

Selbstdarstellung von Gräfin Margarete von Görz-Tirol

Margarete verwendete von April 1335 bis Jänner 1363 ihr eigenes Siegel. Es handelte sich dabei um ein Wappensiegel, einen Tiroler Adler im dreieckigen Schild und der Umschrift "ducissa Karintie".[10] Das sogenannte große Siegel, das sie als mit den Wappen der Herzogtümer Bayern und Kärnten und der Grafschaft Tirol zeigt, verwendete sie erst 1363.

Überblick über die wichtigsten Geschehnisse

Gedenktafel mit Lebensbeschreibung, Wiener Minoritenkirche
  • Verzicht auf das Herzogtum Kärnten im Frieden von Enns durch Johann Heinrich von Böhmen und seine Familie, was Margarete allerdings nur "de jure", nicht aber "de facto" anerkannte (9. Oktober 1336)
  • Niederschlagung des (ersten) Tiroler Aufstandes des Tiroler Adels gegen die Herrschaft der Böhmen (Luxemburger) (Mai 1340), an welchem sie mitbeteiligt war
  • Vertreibung von Johann Heinrich von Böhmen aus Tirol durch einen erneuten Aufstand des Tiroler Adels (November 1341), an dem sie wieder mitbeteiligt war[A 2]
  • Heirat mit Ludwig dem Brandenburger in Meran (10. Februar 1342) in Anwesenheit von Kaiser Ludwig IV.[A 3]
  • Übertragung der Grafschaft Tirol unter Vorbehalt ihrer Herrschaft auf Lebenszeit an Herzog Rudolf den Stifter und seine Brüder (26. Jänner 1363)[8], einige Monate später Abdankung (29. September 1363)[1][11]

Orte mit Bezug zu Margarete Maultasch im heutigen Österreich

Die Statue von Margarete Maultasch neben dem Brunnendenkmal in der Marktgemeinde Fieberbrunn

Tirol

Margarete verbrachte die meiste Zeit ihres Lebens im heutigen Südtirol. In Tirol blieb die Erinnerung an sie bis in die Gegenwart lebendig.[8] Allerdings dürfte sie sich die meiste Zeit in Südtirol, das heute zu Italien gehört, aufgehalten haben. Ihren Hauptsitz hatte sie in Meran.

  • Hall: Margarete ermöglichte, gemeinsam mit Ludwig dem Brandenburger, der Stadt Hall die Gründung des Spitals.[12]
Fragment von Margaretes Epitaph in der Wiener Minoritenkirche

Wien

Margarete übersiedelte 1363 nach Wien, wo sie ihre letzten Lebensjahre verbrachte. Dort bewohnte sie bis zu ihrem Tod ein geräumiges und ihrem Stand angemessenes Haus nahe dem Minoritenkloster.[13] Beigesetzt wurde sie in der Ludwigskapelle der Wiener Minoritenkirche.[1]

Erinnerungsstätten in Österreich

Kärnten

  • St. Georgen am Längsee: Auf der Burg Hochosterwitz befindet sich eine Statue der Margarete Maultasch, in der sie nach dem Modell der biblischen Eva als Verführerin dargestellt ist.

Tirol

  • Fieberbrunn: Einer Legende nach soll Margarete Maultasch 1354 an einem Fieber erkrankt sein, von dem sie durch das Wasser der Heilquelle in Fieberbrunn geheilt wurde. 1971 wurde am Kirchweg in Fieberbrunn ein Laufbrunnen an der Stelle errichtet, wo sich zuvor die für den Ort namensgebende Heilquelle befand. Bei diesem ist eine Bronzefigur von Margarete Maultasch aufgestellt, ein Werk des Bildhauers Josef Bachlechner (des Jüngeren).
  • Innsbruck:
- Margarete ist auf der Fassade des sogenannten Palluahauses in der Herzog-Friedrich-Straße dargestellt als Teil eines Freskos von Ernst Nepo.
- Auf Schloss Ambras in Innsbruck kann der legendäre "Brautbecher" von Margarete besichtigt werden.[14] Das bekannteste Gemälde von Margarete Maultasch, auf dem sie als Landesfürstin mit den Wappen der Länder Tirol, Kärnten und Bayern dargestellt ist, befindet sich heute in der sogenannten "Ambraser Gemäldesammlung". Im Spanischen Saal findet sich außerdem in der "Galerie der Tiroler Landesfürsten" ein Wandbild mit ihr aus dem 16. Jahrhundert.
  • Kitzbühel: Eine Bronzebüste von Margarete, ein Werk von Josef Dangl aus dem Hahr 1971, ist Teil des ist Stadtbrunnens in der Hinterstadt. Dort "leistet" ihr eine Bronzebüste von Kaiser Maximilian I. Gesellschaft.

Wien

In der Minoritenkirche findet sich eine Gedenktafel an Margarete. Außerdem hat sich dort ein Teil ihres Epitaph erhalten.

Margarete in Legende und Sage

Statue der Tiroler Landesfürstin auf der Burg Hochosterwitz. Die Statue zeigt sie als Verführerin und bezieht sich auf die Sagenfigur Margarete Margarete Maultasch

Um Margarete haben sich mehrere Sagen und Legenden gebildet.

  • Der Legende nach soll sie ihrem Beinamen Maultasch der Burg Neuhaus bei Terlan, die im Volksmund "Maultasch" genannt wurde, verdanken.[15] In dieser Burg, die zu ihren Lebzeiten dem Erzstift Salzburg gehörte, soll sie sich angeblich oft aufgehalten haben. Die Bezeichnung von Burg Neuhaus als Burg Maultasch ist erst seit dem 16. Jahrhundert belegt.[8]
  • In Wien wird Margarete Maultasch mit der Wiener Vorstadt Margareten beziehungsweise dem dortigen Schloss in Verbindung gebracht, was als Fakt auch in der älteren Literatur zu finden ist. Dies gilt inzwischen als widerlegt.[1]
  • Die meisten Sagen berichten von fiktiven Kriegszügen, mit denen Margarete versucht haben soll, das Herzogtum Kärnten[A 4], das nach dem Tod ihres Vaters an die Herzöge von Österreich (Habsburger) gefallen war, zurückzuerobern.[16] Außerdem werden ihr auch fiktive Kriegszüge in den Lungau nachgesagt.[A 5]
  • In weiteren Sagen wird Margarete dagegen als eine lasterhafte "Femme fatale" gezeigt, die für ihre sexuellen Ausschweifungen nach ihrem Tod bestraft wird. Diese Sagen dürften ihren Ursprung in der politischen Propaganda haben, die als Folge der Auseinandersetzungen zwischen den Familien ihrer beiden Ehemänner entstanden ist.

Die schwarze Grete / Margarethe Maultasche

Der Sage nach soll Margarete gerne die Sommer auf dem Infinghof (in einer Version: Jufingerhof), der damals angeblich ein Schloss war, verbracht und dort zahlreiche Günstlinge empfangen haben. Um diese Beziehungen vor ihrem Volk geheim zu halten, ließ sie unterirdische Gänge erbauen, die den Infinghof mit den Burgen Högau und Engelsburg beziehungsweise Itter verbanden.[A 6] Für ihr sündiges Treiben muss sie für alle Zeiten als die "schwarze Grete"[A 7] herumirren, ein riesiges Gespenst, das nach dem Abendgebet-Läuten Menschen und Vieh mit Maulschellen und Peitschenknallen verfolgt.[17][18]

Margareta Maultasch belagert die Burgen Hochosterwitz und Greisenegg

Mehrere Sagen über Margaretes fiktive Versuche, das Herzogtum Kärnten zu erobern, erzählen von der erfolglosen Belagerung von Burgen. Zwar gelingt es Margarete diese in arge Not zu bringen, doch wissen sich die Burgleute gewöhnlich noch zu helfen. Indem sie die letzte Kuh oder den letzten Stier über die Mauer werfen, überzeugen sie Margarete davon, dass sie noch lange durchhalten werden, so dass diese die Belagerungen wutentbrannt abbrechen lässt. Am bekanntesten ist die Belagerung der Burg Hochosterwitz[19]. Die Sage ist erstmals in der Chronik von Jakob Unrest (* um 1430; † um 1500)[A 8] überliefert.[20]

Eine weitere dieser Burgen ist Greisenegg[21]. Zu Greisenegg gibt es jedoch auch eine Sagenversion, in welcher die List misslingt und Margarete die Burg erobert und daraufhin zerstören lässt.[22]

Bei der Belagerungslist, bei der die Belagerten ihr letztes gutes Nahrungsmittel dem Feind schenken, um ihm so vorzugaukeln, dass sie noch lange seiner Belagerung standhalten können, handelt es sich um eine weitverbreitete und sehr alte Wandersage, die sich bereits bei Ovid findet[23]. Diese wird nicht nur mit Margarete Maultasch, sondern auch mit vielen anderen Burgen im heutigen EU-Land Österreich in Verbindung gebracht wird.

Sage von der Herzogin Margareta Maultasch

In dieser Sage wird ein fiktiver, realistisch wirkender Kriegszug erzählt, auf dem Margarete die Herzogtümer Steiermark und Kärnten und die Mark Krain verwüstet.[22]

Darstellung in Literatur und Belletristik

Romane

Bühnenstücke

  • Adolph Anton: Margaretha die Maultasche. Gräfin von Tyrol(!). Ein vaterländisches Schauspiel (1796) digital
  • Martin Plattner: Maultasch (Uraufführung 2015)
  • Christoph Nußbaumeder: Margarete Maultasch (Uraufführung 2018)

Literatur

  • Wilhelm Baum: Margarete Maultasch. Ein Frauenschicksal im späten Mittelalter. Kitab-Verlag, Klagenfurt / Wien, 2004, ISBN 3-902005-43-2
  • Christoph Haidacher - Mark Mersiowsky (Hrsg.): 1363-2013. 650 Jahre Tirol mit Österreich. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck, 2015, ISBN 978-3-7030-0851-1[A 11]
  • Julia Hörmann-Thurn und Taxis (Hrsg.): Margarete "Maultasch" − zur Lebenswelt einer Landesfürstin und anderer Tiroler Frauen des Mittelalters. Vorträge der wissenschaftlichen Tagung im Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte Schloss Tirol, Schloss Tirol, 3.-4. November 2006. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck, 2007, ISBN 978-3-7030-0438-4
  • Walter Landi: Die Grafen von Tirol. Ein historisch-familiengeschichtlicher Überblick (10.–14. Jahrhundert). In: Walter Hauser - Martin Mittermair (Hrsg.): Schloss Tirol. Bd. 1. Baugeschichte. Die Burg Tirol von ihren Anfängen bis zum 21. Jahrhundert. Eigenverlag des Südtiroler Landesmuseums, Bozen, 2017. IBSN 978-88-9552325-5. S. 110-131
  • Hannah Unterberger: Handlungsspielräume spätmittelalterlicher Fürstinnen in Mitteleuropa. (Ungedruckte) Diplomarbeit, Universität Wien, 2020 digital

Literatur zu Teilaspekten

  • Julia Hörmann-Thurn und Taxis: Der fremde Fürst im Land. Zur Regierung Johann Heinrichs von Böhmen in Tirol. In: Michel Pauly (Hrsg.): Die Erbtochter, der fremde Fürst und das Land. Die Ehe von Johann dem Blinden und Elisabeth von Böhmen in vergleichender europäischer Perspektive. Colloque international organisé par le musée d’histoire de la ville de Luxembourg et l’université du Luxembourg les 30 septembre et 1er octobre 2010 à Luxembourg (= Publications du CLUDEM, 38). Cludem, Luxemburg, 2013. ISBN 2-919979-28-0. S. 135-180
  • Julia Hörmann-Thurn und Taxis: Mächtige Fürstinnen - fromme Stifterinnen? Das Stiftungsverhalten der Tiroler Landesfürstinnen(13. und 14. Jahrhundert)- Weibliche Präsenz Habsburgs im Südwesten des Reiches. In: Claudia Zey (Hrsg.): Mächtige Frauen? Königinnen und Fürstinnen im Europäischen Mittelalter (11.-14. Jahrhundert) (= Vorträge und Forschungen. Hrsg. vom Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte. Bd. 81). Jan Thorbecke Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern, 2015. ISBN 978-3-7995-6881-4, S. 365-410
  • Michel Margue: Die Erbtochter, der fremde Fürst und die Stände. "Internationale" Heiraten als Mittel der Machtpolitik im Spannungsfeld zwischen Hausmacht und Land. In: Michel Pauly (Hrsg.): Die Erbtochter, der fremde Fürst und das Land. Die Ehe von Johann dem Blinden und Elisabeth von Böhmen in vergleichender europäischer Perspektive. Colloque international organisé par le musée d’histoire de la ville de Luxembourg et l’université du Luxembourg les 30 septembre et 1er octobre 2010 à Luxembourg (= Publications du CLUDEM, 38). Cludem, Luxemburg, 2013. ISBN 2-919979-28-0. S. 27-45
  • Ellen Widder: Überlegungen zur politischen Wirksamkeit von Frauen im 14. Jahrhundert. Margarete Maultasch und Agnes von Ungarn als Erbtöchter, Ehefrauen und Witwen. In: Christoph Haidacher - Mark Mersiowsky (Hrsg.): 1363–2013. 650 Jahre Tirol mit Österreich (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchivs. Bd. 20). Universitätsverlag Wagner, Innsbruck, 2015. ISBN 978-3-7030-0851-1. S. 91–134 digital

Lexikonartikel und Sammelwerke

  • Felix Czeike (Hrsg.): Margarete Maultasch. In: Historisches Lexikon Wien. Band 4, Kremayr & Scheriau, Wien 1995, ISBN 3-218-00546-9, S. 156. digital
  • Alfons Huber: Margaretha (Maultasch), Herzogin von Kärnthen, Gräfin von Tirol. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Duncker & Humblot, Leipzig, 1884, Band 20, S. 328–332 digital[A 12]
  • Josef Riedmann: Margarete Maultasch. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Duncker & Humblot, Berlin, 1990, ISBN 3-428-00197-4, Band 16, S. 163 f. digital

Weblinks

 Margarete Maultasch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 vgl. Felix Czeike (Hrsg.): Margarete Maultasch. In: Historisches Lexikon Wien. Band 4, Kremayr & Scheriau, Wien 1995, ISBN 3-218-00546-9, S. 156.
  2. vgl. Julia Hörmann-Thurn und Taxis: Mächtige Fürstinnen - fromme Stifterinnen?, 2015, S. 372
  3. vgl. NDB, S. 163f.
  4. vgl. Michel Margue: Die Erbtochter, der fremde Fürst und die Stände, 2013, S. 40
  5. vgl. Michel Margue: Die Erbtochter, der fremde Fürst und die Stände, 2013, S. 41 und S. 42
  6. vgl. Michel Margue: Die Erbtochter, der fremde Fürst und die Stände, 2013, S. 42
  7. vgl. Michel Margue: Die Erbtochter, der fremde Fürst und die Stände, 2013, S. 43
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 vgl. NDB, S. 164
  9. vgl. Ellen Widder: Überlegungen zur politischen Wirksamkeit von Frauen im 14. Jahrhundert. Margarete Maultasch und Agnes von Ungarn als Erbtöchter, Ehefrauen und Witwen. In: Christoph Haidacher - Mark Mersiowsky (Hrsg.): 1363 - 2013. 650 Jahre Tirol mit Österreich. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck, 2015, ISBN 978-3-7030-0851-1, S. 91–134
  10. vgl. Julia Hörmann-Thurn und Taxis: Der fremde Fürst im Land. Zur Regierung Johann Heinrichs von Böhmen in Tirol. In: Michel Pauly (Hrsg.): Die Erbtochter, der fremde Fürst und das Land. Die Ehe von Johann dem Blinden und Elisabeth von Böhmen in vergleichender europäischer Perspektive. Colloque international organisé par le musée d’histoire de la ville de Luxembourg et l’université du Luxembourg les 30 septembre et 1er octobre 2010 à Luxembourg (= Publications du CLUDEM, 38). Cludem, Luxemburg, 2013. ISBN 2-919979-28-0. S. 158f.
  11. Zum politischen Hintergrund dieser Entscheidung, vgl. Julia Hörmann-Thurn und Taxis: Die Entscheidung von 1363 oder Macht und Ohnmacht einer Fürstin. In: Christoph Haidacher - Mark Mark Mersiowsky (Hrsg.): 1363 - 2013. 650 Jahre Tirol mit Österreich. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck, 2015, ISBN 978-3-7030-0851-1, S. 55–89 (mit einer Auflistung der von Margarete ausgestellten Urkunden)
  12. vgl. Julia Hörmann-Thurn und Taxis: Mächtige Fürstinnen - fromme Stifterinnen?, 2015, S. 379
  13. vgl. Ferdinand Opll: Nachrichten aus dem mittelalterlichen Wien. Zeitzeugen berichten. Böhlau Verlag, Wien / Köln / Weimar, 1995, ISBN 3-205-98372-6, S. 90
  14. vgl. Christina Antenhofer: Der sogenannte "Brautbecher der Margarete Maultasch" im Blick der kulturgeschichtlichen Fragen zur materiellen Kultur des Spätmittelalters. In: Christoph Haidacher - Mark Mersiowsky (Hrsg.): 1363 - 2013. 650 Jahre Tirol mit Österreich. Innsbruck: Universitätsverlag Wagner 2015, ISBN 978-3-7030-0851-1, S. 255–280
  15. vgl. Margarete Maultasch, Weinstraße.COM, eingesehen am 29. April 201
  16. vgl. Greisenegg, Sagen.At, eingesehen am 2. Juli 2017
  17. vgl. Leander Petzoldt (Hrsg.): Die schwarze Grete. In: ders.: Sagen aus Österreich. Wiesbaden: MarixVerlag 2007, ISBN 978-3-86539-118-6, S. 231
  18. vgl. Margarethe Maultasche, Sagen.AT, eingesehen am 25, November 2017
  19. vgl. Die Maultasch vor Hochosterwitz, Sagen.At, eingesehen am 2. Juli 2017
  20. vgl. * Werner Sabitzer: Land der Hemma. Das Gurktal. Geschichte und Geschichten. Styria, Wien / Graz / Klagenfurt, 2013, ISBN 978-3-70120-100-6. S. 112
  21. vgl. Margareta Maultasch belagert Greißenegg, Sagen.AT, eingesehen am 2. Juli 2017
  22. 22,0 22,1 vgl. Sagen von der Herzogin Margareta Maultasch, Sagen.At, eingesehen am 2. Juli 2017
  23. vgl. Gottfried Kompatscher: Volk und Herrscher in der historischen Sage. Zur Mythisierung Friedrichs IV. von Österreich vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. (Beiträge zur europäischen Ethnologie und Folklore. Reihe A, Texte und Untersuchungen 4). Frankfurt am Main [u.a.]: Lang 1995, S. 97f.

Anmerkungen

  1. Die Schreibweise des Landes Bayern mit y wurde erst einige Jahre nach dem Wiener Kongress im 19. Jahrhundert durch einen gesetzlichen Beschluss des damaligen Königs eingeführt. Da es um die Wittelsbacher bzw. um das Mittelalter geht, wird in diesem Artikel die Schreibung mit i verwendet.
  2. Die Quellenlage dazu erlaubt zurzeit noch keine eindeutige Klärung der Geschehnisse, da sie bisher hauptsächlich auf der Autobiographie von Kaiser Karl IV. basiert, dessen Darstellung eindeutig als parteiisch einzustufen ist. Vgl. Michel Margue: Die Erbtochter, der fremde Fürst und die Stände. „Internationale“ Heiraten als Mittel der Machtpolitik im Spannungsfeld zwischen Hausmacht und Land. In: Michel Pauly (Hrsg.): Die Erbtochter, der fremde Fürst und das Land, 2013, S. 42
  3. Ihre erste Ehe war von Kaiser Ludwig IV. zuvor nicht geschieden worden, wie häufig in der Forschung und Literatur behauptet wird, sondern sie wurde als ungültig betrachtet, da sie als nicht vollzogen galt, obgleich der Papst, vermutlich aus politischen Gründen, diesen "Tatbestand", der tatsächlich vorgelegen haben dürfte, vielleicht mit Rücksicht auf den späteren Kaiser Karl IV., nicht anerkannte und als Vorwand nutzte, um über Margarete und Ludwig und "de facto" auch über ihrer Herrschaftsgebiet, was besonders die Grafschaft Tirol betraf, das Interdikt und den Kirchenbann zu verhängen. Die Ehe zwischen Margarete und Johann Heinrich von Böhmen wurde erst am 21. Juli 1349 auf Betreiben von diesem, der inzwischen Markgraf von Mähren war, wegen nicht Vollzugs durch den Papst aufgelöst, sodass er eine weitere Ehe eingehen konnte. Vermutlich wieder aus politischen Gründen hatte diese Auflösung nicht zur Folge, dass Margaretes zweiter Ehe nun anerkannt wurde, und auch eine Aufhebung von Bann und Interdikt erfolgte nicht. Erst 1359 hob Papst Innozenz VI. nach der Vermittlung durch Herzog Albrecht (II.) von Österreich Interdikt und Bann auf und erklärte Margaretes zweite Ehe nach Erfüllung einiger Auflagen für legal, wobei auch die Kinder aus dieser Ehe für ehelich erklärt wurden.
  4. Sie führte lebenslang den Titel einer Herzogin von Kärnten.
  5. Information dazu findet sich im SalzburgWiki, eingesehen am 2. Juli 2017.
  6. Da sich die Burgen Itter und Engelsberg sowie der spätere Högerhof ("Burg Högau") im 14. Jahrhundert unter der Herrschaft des Erzstiftes Regensburg bzw. des Hochstiftes Salzburg befanden, sind diese Sagen um Margarete eindeutig als erfundene Geschichten einzustufen.
  7. Der Name "Schwarze Grete" findet sich auch bei anderen adeligen Frauen mit Vornamen Margarete wie zum Beispiel der polnischen Herzogin Margarete Sambiria, später Regentin des Königsreichs Dänemark, oder der Gräfin Margarete II. von Flandern
  8. Jakob Unrest, als Pfarrer in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in St. Martin am Techelsberg (heute Teil der Gemeinde Techelsberg am Wörther See) belegt, verfasste Chroniken über das Herzogtum Österreich und das ungarischen Königreich sowie eine regionale Chronik des Herzogtums Kärnten.
  9. "Boccaccio auf Schloß Tirol" bildet gemeinsam mit zwei weiteren Romanen von Heinrich von Schullern: "Der Herzog mit der leeren Tasche" und "Kleinod Tirol" die Romantrilogie "Das Land im Gebirge", die 1948 erstmals publiziert wurde.
  10. Interessant weniger wegen der (teils fiktiven) Handlung um Margarete Maultasch, sondern weil hier ein Bild vom Alltagsleben im Spätmittelalter gezeigt wird, in dem historisch gesicherte Fakten zu diesem plastisch vermittelt werden.
  11. Ein Sammelband mit wissenschaftlichen Aufsätzen, von denen sich mehrere mit unterschiedlichen Aspekten von Margarete Maultasch befassen.
  12. Von der neueren Forschung inzwischen überholt, historiographisch von Interesse
VorgängerAmtNachfolger
Heinrich von Görz-TirolHerrscherin über die Grafschaft Tirol
1363 bzw. 1335-1363
tatsächliche Herrschaft: Johann Heinrich von Böhmen, dann Ludwig (V.) der Brandenburger, dann Meinhard (III.)
Rudolf (IV.) von Österreich
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