Maximilian II. (HRR)

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Die Büste von Kaiser Maximilian II. in der Kaiserallee der Gedenkstätte Heldenberg

Erzherzog Maximilian (II.) von Österreich (* 31. Juli 1527, in Wien; † 12. Oktober 1576, in Regensburg) aus dem Haus Österreich (Habsburg), besser bekannt als Kaiser Maximilian II., herrschte seit 1564 über Teile des heutigen EU-Landes Österreich.

Herkunft und Familie

Erzherzog Maximilian (II.) von Österreich war ein Urenkel von Kaiser Maximilian I. und älteste Sohn von Kaiser Ferdinand I. aus dessen Ehe mit Anna Jagello (1503–1547), der "Erbin" der "böhmischen" und "ungarischen" Krone. [A 1]

Verheiratet war er mit der Infantin Maria von Spanien († 1603), einer Tochter von Kaiser Karl V., dem Bruder seines Vaters. Aus dieser Ehe hatte er zahlreiche Kinder, darunter:

∞ seit 1570 mit dem spanischen König Philipp II. († 1598)
∞ seit 1570 mit dem französischen König König Karl IX.
∞ seit 1599 mit der Infantin Isabella Clara Eugenia, einer Tochter des spanischen Königs Philipp II. aus dessen Ehe mit der französischen Prinzessin Elisabeth

Herrschaften

Erzherzog Maximilian (II.) herrschte seit 1564 bis zu seinem Tod über die Herzogtümer Österreich unter und Österreich ob der Enns[A 2], außerdem seit 1562 über das Länder der böhmischen Krone und Teile des ungarischen Königreiches. Seit 1564 war er Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, nachdem er bereits 1562 zum römischen König gekrönt worden war.

Forschungslage bzw. Forschungsprobleme

Maximilian (II.) gehört zu jenen Habsburgern, die nicht nur über Teile des heutigen EU-Landes Österreich, sondern auch über Teile außerhalb des späteren EU-Landes herrschten und außerdem auch Kaiser des Heiligen Römischen Reichs waren. Wie die meisten der Habsburger, die auch Kaiser waren, wird und wurde er daher in der Forschung gewöhnlich auch von wissenschaftlichen Forschungsstätten, die zum heutigen EU-Land Österreich gehören, auf diese Position beschränkt.

Für die älteren Forschung war er meistens ein kraftlosen Herrscher, dessen Politik die Stellung des Kaisers und des Heiligen Römischen Reiches wesentlich schwächte. Außerdem wurde ihm in der "Glaubensfrage", die in der Forschung gewöhnlich als einer der Hauptkonflikte des Reiches zu seiner Zeit gilt, eine schwankende Position unterstellt und er für diese wesentlich kritisiert. In der neueren Forschung (seit dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts) galt er dagegen als ein engagierter und kluger Regent, dem es durch seine überparteiliche Neutralität gelang, im Heiligen Römische Reich den Frieden zu erhalten. In der Religionspolitik orientierte er sich am Reichsrecht und an den Bestimmungen des Augsburger Religionsfriedens, seine Religionspolitik wird heute differenziert gesehen.[1]

Was die Persönlichkeit betrifft, so wird der Habsburger in der neueren Forschung, soweit sie sich mit ihm überhaupt beschäftigt, als sprachbegabter und gebildeter Herrscher gesehen, der sich für Kunst interessierte und auch von den humanistischen Strömungen seiner Zeit beeinflusst wurde. Als Leitlinien seiner Politik gelten eine kompromissbereite Haltung gegenüber den Reichsständen und der Zusammenhalt der Dynastie.[1]

Orte mit Bezug zu Kaiser Maximilian II. im heutigen Staat Österreich

Als Landesfürst gewährte Maximilian (II.) dem evangelischen Adel in den direkt von ihm beherrschten Herzogtümern Österreich ob der Enns und Österreich unter der Enns die Religionsfreiheit.[1]

Erinnerungsstätten an Kaiser Maximilian II. im heutigen Staat Österreich

Niederösterreich

Literatur

  • Brigitte Hamann (Hrsg.): Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon. Verlag Carl Ueberreuter, Wien, 1988, S. 361-364[A 3]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 vgl. Arno Strohmeyer: Die Habsburger Reiche 1555-1740: Herrschaft - Gesellschaft - Politik. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 2012. ISBN 978-3-534-18757-7. S. 28

Anmerkungen

  1. Anna Jagello war eine Urenkelin von Herzog Albrecht (V.) von Österreich (als Herrscher des Heiligen Römischen Reiches: König Albrecht II.) und Ururenkelin von Kaiser Sigismund.
  2. Die Herzogtümer zählten zu den Österreichischen Landen. Die Herzogtümer Steier, Kärnten und Krain ("Innerösterreich") und die Grafschaft Tirol unterstanden ihm zwar ebenfalls, wurden aber "de facto" von seinen Brüdern, den Erzherzögen Ferdinand (II.) und Karl II. beherrscht beziehungsweise verwaltet.
  3. In Details nicht mehr ganz aktuell, aber als Einführung und Erstinformation noch immer gut geeignet. Eine weitere und spätere, inhaltlich aber nicht aktualisierte Ausgabe ist 2001 bei Amalthea Signum erschienen: Brigitte Hamann (Hrsg.): Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon. Verlag Amalthea Signum, Wien, 2001. ISBN 978-3850024457. Neuere aktualisierte Auflagen existieren nur als EBook.
VorgängerAmtNachfolger
Ferdinand I.Herrscher über die Österreichischen Lande
1564-1576
Rudolf II.
VorgängerAmtNachfolger
Ferdinand I.Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
1564-1576
Rudolf II.
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