Olga Waissnix

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Olga Waissnix (auch Waißnix) (geborene Schneider, * 3. November 1862 in Wien; † 4. November[1] 1897 ebenda) war Hotelbesitzerin in Reichenau an der Rax.

Leben

Kaiserliche Jagdgesellschaft um 1872 vor dem Thalhof

Olga Schneider, die Tochter des Gastwirts und Besittzers des Stephanskellers Ludwig Schneider (1835-1913) und Franziska Schneider (1832-1878) absolvierte im Familienbetrieb am Wiener Südbahnhof eine Kochlehre.

Durch ihre Heirat im Jahr 1881 von Karl Waissnix, dessen Familie das Nobelhotel Thalhof in Reichenau betrieben, wird sie dort Wirtin. Die Gäste dieses Hotels erwecken auch bei Olga das Interesse an Kunst und Kultur. Zu diesen Gästen zählen beispielsweise Jagdmaler und Karikaturist Rudi Pick, der sie verehrte. Peter Altenberg, der vom eifersüchtigen Karl Waissnix des Hauses verwiesen wurde, widmete ihr nach ihrem Tod die Skizze Wie wunderbar (später umbenannt auf Wie ich es sehe). Auch bei Arthur Schnitzler entsteht aus der Begegnung der beiden in Meran eine enge Freundschaft, aus der wierderum das Lustspiel Das Abenteuer seines Lebens im Jahr 1888 hervorging. Schnitzler erwähnt auch in seiner Autobiographie Jugend in Wien den Thalhof mehrfach.[2] Neben den mehrfachen persönlichen Begegnungen, bestand auch Briefwechsel, der sich in seinem Nachlass im Deutschen Literaturarchiv in Marbach befindet.

Olga Waissnix starb 1897 in Wien und wurde in der Familiengruft ihrer Eltern in Bad Vöslau beigesetzt.

Olga Waissnix hatte mit ihrem Mann drei Kinder, Juristen und Statthaltereikonzeptspraktikanten Karl (1881-1912), Ludwig (1883-1939) und Rudolf (1885-1937). Ludwig hatte seinerseits die Tochter Olga Waissnix, die wiederum als Unternehmerin und Widerstandskämpferin Bekanntheit erlangte.

Welche Bedeutung Waissnix für die Entwicklung Schnitzlers als Schriftsteller hatte, beschreibt Hans Weigel im Vorwort seiner Gesammelten Briefe:

„Ohne sie wäre er vielleicht kein Schriftsteller und gewiss nicht dieser Schriftsteller geworden“

Vorwort in Gesammelte Briefe.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Parte. In: Neue Freie Presse, 7. November 1897, S. 16 (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  2. Arthur Schnitzler abgerufen am 13. Juni 2021