Omas gegen rechts

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Omas gegen Rechts bei der Großdemo gegen Schwarz-Blau am 13. Jänner 2018

Die Omas gegen rechts ist eine zivilgesellschaftliche überparteiliche Initiative, welche am 16. November 2017 auf Facebook gegründet wurde und sich in den politischen Diskurs einmischen will. Mit augenfälliger Symbolik erheben ältere Frauen, sogenannte Omas, ihre Stimme zu den gefährlichen Problemen und Fragestellungen der heutigen Zeit.

Selbstverständnis und Konsens

Folgendes „Bündnisselbstverständnis“ liegt in einer Version von Februar 2018 vor:

„Es geht um die Erhaltung der parlamentarischen Demokratie in einem gemeinsamen Europa, um den Einsatz für die gleichen Rechte aller in Österreich lebenden Frauen, Männer und Kinder, um die sozialen Standards, die von Eltern und Großeltern zum Teil bitter erkämpft wurden, um den Respekt und die Achtung gegenüber anderen Mitbürgerinnen und Mitbürgern unabhängig von ihrer Religion und ethnischer Zugehörigkeit u.v.m. Dabei müssen die bedrohlichen Entwicklungen wie Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Faschismus erkannt, benannt und im Konkreten auch der politische Widerstand und die Bewusstseinsbildung organisiert werden. ... Wir tragen Verantwortung für die Jugend und das ist uns mehr bewusst als anderen. Dem drohenden Sozialabbau, der “Aushungerung” vieler älterer Frauen, der falschen Bildungspolitik, die große Gruppen der Jugend ausgrenzt, und vielem anderen soll widerstanden werden. Wir haben keine kleinen Kinder (mehr), wir müssen nicht mehr hart in Jobs arbeiten, wir haben mehr Zeit, uns politisch zu engagieren und gerade jetzt scheint es notwendig zu sein, einen Beitrag zu leisten. Es geht hier auch um Ermutigung, Vernetzung und sichtbar machen: ALT SEIN HEISST NICHT STUMM SEIN!“

Omas gegen rechts: Über Uns, abgerufen am 3. Februar 2018

Demonstrationen

Die Initiative ist auf Facebook präsent und vernetzt ihre Aktionen über Blogs und SMS.

Erstmals öffentlich aufgetreten sind die Omas gegen Rechts bei der Demonstration am 18. Dezember 2017 am Heldenplatz gegen die Angelobung der Bundesregierung.[1]

Die Omas gegen Rechts nahmen an der Großdemo gegen die Bundesregierung Kurz am 13. Jänner 2018 teil. Bei dieser Demo wurde die Gruppe von nationalen und internationalen Medien wahrgenommen und in Berichten erwähnt.[2][3][4][5][6][7]

Am 26. Jänner 2018 demonstrierte die Initiative gegen den jahrelang von Rechtsextremen besuchten Wiener Akademikerball in der Wiener Hofburg, der am selben Tag stattfand.[8][9]

Am 3. Feber 2018 demonstrierte die Gruppe gegen den Burschenbundball in Linz.[10]

Motivation und Ziele

Am 31. Jänner 2018 erschien im Kurier[11] ein Interview mit den beiden Gründerinnen der Gruppe, Monika Salzer (evang. Pfarrerin in Pension und Psychotherapeutin) und Susanne Scholl (Journalistin).

Darin legen sie die Motivation, die zur Gründung der Gruppe geführt hat, dar:

"Unter Kreisky haben wir gelernt, dass Demokratisierung ein permanenter Prozess ist. Wir haben uns aktiv für die Gleichberechtigung der Frauen eingesetzt. Und wir haben unsere Kinder nach diesen Werten erzogen. Das lassen wir uns jetzt nicht madig machen. ... Plötzlich werden Grenzen überschritten, die man lang in Stein gemeißelt glaubte. Wenn etwa von der Konzentration von Flüchtlingen die Rede ist. Oder wenn Menschen abgeschoben werden, die dadurch in Todesgefahr geraten."

Der Kurier weiter:

"Die beste Bestätigung für ihr Engagement erfuhren die Omas allerdings ausgerechnet von Rechts. Zum einen durch eine Fakeseite auf Facebook, gegen die man juristisch vorgehen wird. Und zum anderen durch einen Vertreter der rechtsextremen Identitären, der auf Twitter im Bezug auf die Omas „Wenn man länger lebt, als man nützlich ist“ postete."[12]

Das sei laut Salzer der Beweis "dass wir einen wunden Punkt getroffen haben", außerdem habe diese Äusserung die Bekanntheit der Gruppe sehr gefördert.

Ziele der Gruppe

  • Der Erhalt der parlamentarischen Demokratie,
  • Einsatz für gleiche Rechte von Frauen, Männern und Kindern,
  • Respekt und Achtung Anderer ungeachtet derer Religions- oder ethnischer Zugehörigkeit,
  • Auftreten gegen Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Faschismus,
  • Eintreten von älteren Frauen als Gruppe für nachfolgende Generationen, um drohendem Sozialabbau, "Aushungern" vieler älterer Frauen und falscher, große Gruppen von Kindern und Jugendlichen ausgrenzender Bildungspolitik zu begegnen.[13]

Siehe auch

 Omas gegen rechts – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Einzelnachweise

Weblinks