Rudolf II. von Montfort

Aus Regiowiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Reitersiegel des Grafen Rudolf (II.) von Montfort zu Feldkirch

Graf Rudolf (II.) von Montfort zu Feldkirch (* im 13. Jahrhundert, um 1252; † im 13. Jahrhundert, um 1299)[A 1] begründete den Familienzweig der Grafen von Montfort zu Feldkirch.

Herkunft und Familie

Graf Rudolf (II.) von Montfort zu Feldkirch war einer der Söhne von Graf Hugo (II.) von Montfort († 1260) und ein Bruder der Grafen Graf Ulrich (I.) von Montfort zu Bregenz († um 1287) und Hugo (III.) von Montfort zu Tettnang († um 1309).[1]

Graf Rudolf (II.) von Montfort zu Feldkirch war mit Gräfin Agnes von Grieningen, einer Tochter des Grafen Hartmann (II.) von Grieningen verheiratet und hatte aus dieser Ehe mindestens 5 Kinder:[1]

  • Graf Hugo (IV.) von Montfort zu Feldkirch († 11. August 1310) ∞ mit Gräfin Anna von Veringen
  • Graf Rudolf (III.) von Montfort zu Feldkirch († 27. oder 28. März 1334), später Bischof von Chur, dann Bischof von Konstanz
  • Graf Ulrich (II.) von Montfort zu Feldkirch († 1350)
  • Gräfin Adelheid von Montfort zu Feldkirch, genannt um 1327 ∞ Heinrich von Griessenberg
  • Gräfin Elisabeth von Montfort zu Feldkirch, genannt 1275-1293 ∞ Truchsess Eberhard von Waldburg

Leben

Graf Rudolf (II.) von Montfort zu Feldkirch konnte zunächst seine Herrschaftsgebiete sehr erfolgreich ausbauen. Die Äbtissin von Lindau überließ ihm die Burg und den Hafen von Fußach als Lehen, wodurch er die verkehrspolitische Lage seiner Grafschaft ausbauen konnte. Zudem dürfte er sich Hoffnung auf die Stadt Lindau gemacht haben, die er unter seine Herrschaft zu bringen plante. 1269 erklärten ihm seine Cousins, die Grafen von Werdenberg, der Abt von St. Gallen und Graf Rudolf (IV.) von Habsburg († 1291) die Fehde erklärten und unternahmen einen Vorstoß gegen die Stadt Feldkirch, der aber scheiterte. Gemeinsam mit seinen Brüdern Ulrich (I.) und Hugo (III.) unternahm Graf Rudolf (II.) daraufhin einen Gegenangriff und ließ Neuravensburg, damals der wichtigste Stützpunkt der Abtei St. Gallen am Nordostufer des Bodensees, verbrennen. In der Folge gelang es ihm und seinen Brüdern zahlreiche Besitzungen der Abtei und Ministeriale für sich zu gewinnen.[2]

Die Wahl des Grafen Rudolf (IV.) von Habsburg zum "römischen" König im Jahr 1273 veränderte jedoch die politische Lage zu Ungunsten der Montforter. Nachdem dieser wenig später die Rückstellung aller dem Reich entfremdeten Besitzungen verfügte und 1275 den Grafen Hugo von Werdenberg zu seinem Landvogt ernannt hatte, übertrug er diesem, der ein Gegner der Montforter war, die Aufsicht über die Revindikationen des Reichsgutes. In den Folgejahren waren Graf Rudolf (II.) und seine Brüder genötigt, die wichtigsten Erwerbungen, die ihre Familie während des Interregnums gemacht hatte, wieder abzutreten, darunter den Bregenzerwald und den Reichshof Lustenau. Für Graf Rudolf (II.) war besonders nachteilig, dass König Rudolf I. die Stadt Lindau zur Reichsstadt erhob. Abgesehen davon, dass er seine Hoffnung auf ihren Gewinn aufgeben musste, nutzte der römische König Lindau in den Folgejahren, um ihn und seine Familie wirtschaftlich unter Druck zu setzen.[2]

Sein Familienzweig, die Grafen von Montfort zu Feldkirch, starb um 1390 in männlicher Linie aus.[1]

Literatur

Weblinks

 Graf Rudolf (II.) von Montfort – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 vgl. Heinz Dopsch - Karl Brunner - Maximilian Weltin (Hrsg.): Österreichische Geschichte 1122–1278, 1999, S. 429 (Stammtafel)
  2. 2,0 2,1 vgl. Heinz Dopsch - Karl Brunner - Maximilian Weltin (Hrsg.): Österreichische Geschichte 1122–1278, 1999, S. 437

Anmerkungen

  1. Daten nach Heinz Dopsch - Karl Brunner - Maximilian Weltin (Hrsg.): Österreichische Geschichte 1122–1278, 1999, S. 429 (Stammtafel)
Wikipedia logo v3.svg
Überregionale Aspekte dieses Themas werden auch in der Wikipedia unter dem Titel Rudolf II. von Montfort behandelt.
Hier auf RegiowikiAT befinden sich Informationen sowie Ergänzungen, die zusätzlich von regionaler Bedeutung sind (siehe Mitarbeit).