Schmauswaberl

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Schmauswaberl war ursprünglich ein Spitzname des Gasthauses Zum Goldenen Schiff in der Neubaugasse im 7. Wiener Gemeindebezirk.

Dieses Gasthaus wurde von Barbara Roman (?-1813) in einem 1712 errichteten barocken Bürgerhaus in der Neubaugasse betrieben. Die Witwe eines Husaren hatte durch ihre Beziehungen zum Hof von Maria Theresia erreicht, dass ihr die übrig gebliebenen Speisen bei den verschiedenen Tafeln des Adels zu günstigen Preisen verkauft wurden und diese zu günstigen Bedingungen an Gäste abgeben konnte.

Aufgrund des guten Essens erhielt sie den Spitznamen Schmauswaberl. Das waberl führt auf ihrem Vornamen Barbara, der auf Wienerisch auch Waberl oder Wawerl bezeichnet wird, zurück. Trotz der günstigen Preise konnte sie bald die Hälfte des ganzen Gebäudes erwerben.

Der Spitzname hielt sich weiter und bildete auch den Namen anderer Lokale, wie dem späteren Café Schmauswaberl.

Literarisch verarbeitete es Adolf Bäuerle (1786-1859) in seinem Stück Schmaus-Waberl.

Literatur

  • Julius Neidl: Maria Theresia und die Schmauswaberl vom Spittelberg, Wien
  • Renate Wagner-Rieger: Das Wiener Bürgerhaus des Barock und Klassizismus, Wien: Hollinek 1957 (Österreichische Heimat, 20), S. 46
  • Bruno Grimschitz: Johann Lucas von Hildebrandt, Wien [u.a.]: Herold 1959, S. 188
  • Emil Carl Blümml / Gustav Gugitz: Altwienerisches. Bilder und Gestalten, Wien [u.a.]: Verlag Ed. Strache 1920, S. 132 ff.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 419
  • Christa Bauer: Hofküche und Hofkeller in: Kulturmagazin der Wiener Fremdenführer 2009, S. 82.

Weblinks