Schussfeld

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Blick von der Ruine Alt-Montfort zum Rüttischrofen. Es war dies ein Teil des Schussfeldes, als die Burg im Mittelalter noch besetzt war
Schussfeld der Südbatterie der hier befindlichen Festung bei der Ortschaft Rivera-Biromco (Schweiz) ins Tal
Schussfeld für eine Kanone aus einer Schießscharte aus gesehen bei Waverleymill Bridge in der Nähe von Aldershot/Farnham
Schießscharte bei Waverleymill Bridge von Außen
Aussprache

Das Schussfeld (auch: Feuerfeld, Feuerbereich[1]) ist die Fläche oder das Gebiet / Gelände, welches mit den Geschossen von fernwirkenden Waffen (z. B. Schusswaffen) bestrichen werden kann oder soll, um Personen abzuwehren.

Größe des Schussfeldes

Die Größe des Schussfeldes richtet sich in erster Linie nach der effektiven Reichweite der vorhandenen Waffen.[2] Fernwirkende Waffen mit geringer effektiver Reichweite (z. B.: Speere) benötigen kein so großes Schussfeld als weitreichende Waffen (z. B. moderne Schusswaffen). Jedes Hindernis im potentiellen Schussfeld verringert die effektive Reichweite der Waffe in diesem Bereich.

Die Größe des Schussfeldes unterscheidet sich von der Größe des Überwachungsbereichs (Festungsrayon).

Festungsrayon

Festungsrayons waren begrenzte Flächen in der Umgebung von Festungen, in der jeweilige Grundeigentümer aus militärischen Erfordernissen in seinem Eigentumsrecht beschränkt wurde (z. B.: Baubeschränkungen oder Verbot von bestimmten Beflanzungen oder Vertiefungen auszuheben etc.). Die Rayons konnten durch Rayonsteine markiert sein.

Durch die Festlegung dieser Flächen sollte die Überwachung des Geländes und das Schussfeld vor dem und im Kriegsfall gewährleistet werden, so dass dem potentiellen Feind keine Möglichkeit geboten wurde, sich unbemerkt anzuschleichen oder Deckung zu suchen.

Einengung und Erweiterung des Schussfeldes

Das potentiell möglichst groß vorhandene Schussfeld kann in vielen Fällen nicht zur Gänze genutzt werden. Insbesondere durch die Deckung des Schützen selbst, kommt es vielfach zur Einengung des Schussfeldes, z.B. durch Schießscharten sowohl im Hinblick auf die Bedienung der Waffe als auch auf das Blickfeld.

Auch durch Bauten an der Wehranlage, kann das Schussfeld eingeengt oder erweitert werden, z. B. durch Wehrtürme, Brustwehr, Wehrerker, Rondelle oder Bastionen, Glacis etc.

Bei Geschützen besteht aufgrund der technischen Ausführung des Geschützes selbst oder des Unterstandes oftmals eine Einschränkung des möglichen Schussfelds (siehe dazu auch: Minimalschartenkanone)

Das Schussfeld kann auch ganz bewusst selbst eingeschränkt werden. So wurden z. B. während es Zweiten Weltkriegs Infanterie-Bunker entlang des Alpenrheins zur Grenze Nazideutschlands von der Schweizer Armee aufgestellt, (Schindlerbunker), die lediglich dem Grenzschutz dienen sollten und keine Schießöffnungen in Richtung damaliger deutscher Grenze zeigten (und heute noch nicht zeigen).

Abgrenzung zur Schusslinie

Im Gegensatz zum Schussfeld bezieht sich die Schusslinie auf eine bestimmte gedachte Linie, auf der sich ein Projektil zwischen dem Abschusspunkt und dem Ziel in einem konkreten Anlassfall bewegen soll. Die Schusslinie entspricht dabei im Idealfall der Flugbahn des Projektils zwischen dem Abschusspunkt bei der Waffe und dem Aufprallpunkt.

Sinngemäße Verwendung

Der Begriff Schussfeld wird nicht nur im Zusmamenhang mit der Miltärtechnik vewendet. Auch im normalen Sprachgebrauch hat der Begriff Einzug gehalten. Im Regelfall wird der Begriff damit in Verbindung gebracht, dass eine Person oder ein Unternehmen oder eine Sache aus dem Schussfeld der Kritik genommen wird oder aber in das Schussfeld der Kritik gelangt etc.

Literatur

  • Klaus T. Weber: Rayon – eine Kunstlandschaft. Ein Beitrag zum Vorgelände neuzeitlicher Festungen. In: Leben in und mit Festungen. Herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung, Redaktion: Klaus T. Weber, Regensburg 2010, S. 126–138. (Festungsforschung Band 2). ISBN 978-3-7954-2319-3.
  • Otto Piper: Burgenkunde. Bauwesen und Geschichte der Burgen. 3. Auflage 1912, S. 335–355 im Internet Archive
  • Michael Losse: Kleine Burgenkunde. 2. Auflage. Regionalia, Euskirchen 2012, ISBN 978-3-939722-39-7, S. 83–84.
  • Joachim Zeune: Schießscharte, Schießnische, Schießkammer. In: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege. Jg. 60, Nr. 1, 2019, ISSN 0007-6201, S. 48–51.

Siehe auch

Weblinks

 Wiktionary: Schussfeld – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Engl.: field(s) of fire, franz.: zone de tir bzw. champ de tir.
  2. Effektiver Reichweite ist in diesem Sinne die maximale Entfernung, innerhalb der eine hohe Trefferwahrscheinlichkeit realistischer Weise noch besteht, bei der auch im Regelfall die erwünschte Wirkung hervorgerufen wird (z. B. Durchbrechung einer Panzerung). Die effektive Reichweite kann sich auch durch Wind- und Wetterverhältnissen vor Ort ändern.