Stephan III. von Zelking

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Stephan (III.) von Zelking (* im 14. Jahrhundert; † im 14. Jahrhundert, um / vor 1391), auch Stephan von Zelking-Schallaburg oder Stephan von Schala, war Adliger des Herzogtums Österreich[A 1].

Herkunft und Familie

Stephan (III.) von Zelking war ein Sohn von Alber (II.) von Zelking aus dessen Ehe mit Minzla von Volkenstorf.[1] Verheiratet war er mit Cäcilia von Wildegg.[2] Aus dieser Ehe ist eine Tochter belegt, Beatrix von Zelking (ca. 1407-1416), die in das Kloster in Pulgarn (heute Teil von Steyregg eintrat, wo sie 1405-1416 als Meisterin belegt ist. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Hans (III.) von Zelking, der für einen Sohn von Ulrich (III.) von Zelking gehalten wird, sein Sohn war.[3]

Leben

Gemeinsam mit Heinrich war er einer der Zeugen des im Februar 1364 geschlossenen Brünner Erbvertrages zwischen [Erz-)Herzog Rudolf (IV.) von Österreich ("Rudolf dem Stifter") und Kaiser Karl IV.. Gemeinsam mit Otto (IV.) von Zelking, Alber (IV.) von Zelking und seinen Brüdern Heinrich und Ulrich unterstützte Stephan im selben Jahr Rudolf den Stifter bei den Auseinandersetzungen mit den Herzögen von Baiern[A 2] um die Herrschaft über die Grafschaft Tirol[A 3].[1] Um 1374 zählte er zu den Bürgen für jene finanziellen Verpflichtungen, die Herzog Albrecht (III.) von Österreich ("Albrecht mit dem Zopfe") im Zusammenhang mit seiner Eheschließung mit Burggräfin Beatrix von Nürnberg eingegangen war, deren Hofmeister er seit 1381 war[4]. Gemeinsam mit anderen Adeligen des Herzogtums Österreich, darunter den Herren von Maissau, den Grafen von Liechtenstein und Pottendorf sowie den Herren von Eckartsau, Wallsee und Kapellen, war er Zahlungsbürge für Herzog Albrecht (III.) für eine hohe Geldsumme, die dieser nach Abschluss des Vertrages von Neuberg an der Mürz (1379) seinem Bruder Leopold (III.) ("Leopold dem Gerechten") zu zahlen hatte.[5]

1364 verkaufte Stephan (III.) von Zelking unter der Zeugschaft seines Bruders Ulrich und seines Onkels Otto von Volkenstorf seine Besitzungen zu Weidendorf und Stillfried an seinen Bruder Heinrich (IV.) von Zelking. Zusammen mit seinem Bruder Heinrich hatte er von seinem Großvater das Gut Sitzenthal geerbt. Eine der dortigen Behausungen "verlehnte" Stephan von Zelking an Stephan Waser.[1] Gemeinsam mit seiner Ehefrau Cäcilia kaufte Stephan von Wolfgang und Ulrich von Wallsee die Feste Leesdorf (bei Baden, wo beide ihren Wohnsitz hatten.[5] Stephan war außerdem um 1382 Vogt der Pfarrkirche Groß Gerungs.[4] Nach seinem Tod wurde Stephan von Zelking im Stift Heiligenkreuz beigesetzt.[3]

Literatur

  • Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking. Eine Spurensuche. Melk, 2016

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 69
  2. vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 70
  3. 3,0 3,1 vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 73
  4. 4,0 4,1 vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 72
  5. 5,0 5,1 vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 71

Anmerkungen

  1. Das Herzogtum Österreich war aus der Markgrafschaft Österreich, die ursprünglich zum Stammesherzogtum Baiern gehört hatte und 1156 von diesem gelöst worden war, entstanden. Damals erfolgte die Erhebung der Markgrafschaft Österreich zum eigenständigen Herzogtum Österreich. Das Herzogtum umfasste ursprünglich nur das heutige Bundesland Wien und einige Teile des heutigen Bundeslandes Niederösterreich sowie drei Siedlungen im heutigen Bundeslandes Oberösterreich. Im Spätmittelalter vergrößerte sich das Herzogtum Österreich um weitere Teile der späteren Bundesländer Niederösterreich und Oberösterreich. Erst 1417 kam die Stadt Steyr mit der gleichnamigen Herrschaft, die zuvor zum Herzogtum Steier gehört hatte, endgültig zum Herzogtum Österreich. Im 15. Jahrhundert spaltete sich das damalige Herzogtum Österreich in zwei Teilherzogtümer auf: Österreich ob der Enns (heute im Wesentlichen: Oberösterreich, ohne das Innviertel) und Österreich unter der Enns (heute im Wesentlichen: Niederösterreich, ohne Pitten und Wiener Neustadt)
  2. Die Schreibweise des Landes Bayern mit y wurde erst einige Jahre nach dem Wiener Kongress im 19. Jahrhundert durch einen gesetzlichen Beschluss des damaligen Königs eingeführt. Da es um die Wittelsbacher bzw. um das Mittelalter geht, wird in diesem Artikel die Schreibung mit i verwendet.
  3. Das Gebiet der Grafschaft Tirol umfasste damals neben dem heutigen Bundesland Tirol (ausgenommen den Städten Rattenberg, Kitzbühel und Kufstein sowie Osttirol) auch Südtirol