Theophil Qurin

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Theophil Karl Qurin (* 18. Juni 1864 in Kirchberg am Wechsel; † 11. Oktober 1942 in Graz) war Techniker, Hochschullehrer und Feuerwehrfunktionär in der Steiermark.

Leben

Qurin, in Kirchschlag geboren, war der Sohn des aus dem Elsass stammenden Fabrikmitbesitzers Alexius Qurin und der aus Rottenmann Anna Maria geborene Grogger. Seine Matura machte er in Graz an der Landes-Oberrealschule und studierte dort in der Folge an der Technischen Hochschule. Schon 1894 wurde Qurin Mitglied der städtischen Feuerwehr, wo er bereits 1895 Brandinspektor-Stellvertreter wurde. 1901 wurde als Nachfolger von Alois Hueber Brandinspektor und Kommandant. Diese Funktion übte er bis 1997 aus.

In den Jahren 1888 und 1889 war er Assistent an der Lehrkanzel für Wasserbau und wechselte 1889 in das Grazer Stadtbauamt als Praktikant. 1890 wurde er Ingenieur-Adjunkt. Im Jahr 1895 supplierte Qurin die Lehrkanzel für Wassermeteorologie und Baugründungen an der Technischen Hochschule.

Im Jahr 1920 wurde er zum Privatdozent für Feuerschutz an der Montanistischen Hochschule in Leoben

Von 1888 bis 1902 war Qurin Schriftleiter der Mitteilungen des Steiermärkischen Landesfeuerwehrverbandes. In den Jahren 1901 und 1902 war er auch kurz Schriftführer des Ausschusses des Steiermärkischen Landesfeuerwehrverbandes, bevor er 1902 2. Obmann-Stellvertreter bis 1916, 1. Obmann-Stellvertreter bis 1918 wurde und schließlich bis 1938 das Amt des Obmannes ausübte.

Auf gesamtösterreichischer Ebene war er von 1914 bis 1938 1. Vorsitzender-Stellvertreter beim Österreichischen Feuerwehr-Reichsverband bzw. deren Nachfolgeorganisationen. Die Funktion des Vorsitzenden lehnte er mehrmals ab. Bereits von 1905 bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges war er Mitglied und Referent des Reichsverbandes. Von 1914 bis 1920 und von 1925 bis 1938 war er Obmann des Technischen Ausschusses des Verbandes. Auch im Fachliterarischen Ausschuss war er während der Kriegsjahre 1914 bis 1918 tätig. Er publizierte auch einige Schriften über Feuerwehrtechnik.

Privat war Qurin seit 1897 mit Maria Liebl verheiratet, mit der er eine Tochter und einen Sohn hatte. Er starb am 11. Oktober 1942 in Graz.

Auszeichnungen

  • Silberne Medaille der Federazione tecnica italiana, 1907
  • Branddirektor, 1907
  • Stadtbaurat, 1909
  • Offiziers-Ehrenzeichen des Österreichischen Roten Kreuz mit Kriegsdekoration, 1915
  • Königlich Preußische Rote Kreuz-Medaille 3. Klasse, 1917
  • Ehrenpräsident des Fachverbandes österreichischer Werksfeuerwehren, 1924
  • Goldenes Ehrenzeichen der Republik Österreich, 1928
  • Deutsches Feuerwehr-Ehrenkreuz 1. Klasse, 1930
  • Jugoslawisches Ehrenkreuz 1. Klasse, 1931
  • Ehrenmitglied aller steirischen Bezirksfeuerwehrverbände, 1933

Literatur

  • Christian Fastl: Die höchsten Funktionäre des österreichischen Feuerwehrwesens von 1889 bis 1938, im Tagungsband des CTIF 2018, S. 167