Thomas von Wehingen

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Thomas von Wehingen (* im 14. Jahrhundert; † vor dem 6. August 1464)[1]), auch Thomas von Vaihingen oder Thomas von Wähingen, war der oberster "Türhüter" des Herzogtums Österreich[A 1].

Herkunft und Familie

Thomas von Wehingen stammte aus einer in der Reichslandschaft Schwaben ansässigen Ministerialenfamilie. Er war ein Verwandter des Kanzlers Berthold von Wehingen. Die Identität seines Vaters ist nicht eindeutig geklärt. Er dürfte einer der Söhne des landesfürstlichen "Türhüters" Reinhard von Wehingen gewesen sein. Er könnte aber auch der Sohn von dessen Sohn Leopold von Wehingen gewesen sein und somit einer von Reinhards Enkel. Leopold war mit einer Tochter von Hans von Neudegg, dem Pfleger der Feste Starhemberg bei Wiener Neustadt, verheiratet, was auch den Namen Thomas, der zuvor bei der Familie der Wehinger nicht aufscheint, erklären würde.[1]

Leben

Thomas von Wehingen war der oberste "Türhüter" des Herzogtums Österreich. Von Berthold von Wehingen erbte er die Herrschaft Sitzenberg. 1454 war er im Besitz der Pfandschaft Schönau (heute Teil der Gemeinde Schönau an der Triesting).[1] Außerdem besaß er ein Haus in Wiener Neustadt, wo sich in den 1450- und 1460er-Jahren die Residenz des Kaisers befand.[2]

Literatur

  • Oskar Mitis: Die schwäbischen Herren von Wehingen in Österreich — ein Beispiel für Familienwanderung im Mittelalter. In: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich. Ser. NF. Bd. 23, 1930, S. 77-92 digital

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 vgl. Oskar Mitis: Die schwäbischen Herren von Wehingen in Österreich, S. 83
  2. vgl. Oskar Mitis: Die schwäbischen Herren von Wehingen in Österreich, Anhang - Stammtafel

Anmerkungen

  1. Das Herzogtum Österreich war aus der Markgrafschaft Österreich, die ursprünglich zum Stammesherzogtum Baiern gehört hatte und 1156 von diesem gelöst worden war, entstanden. Damals erfolgte die Erhebung der Markgrafschaft Österreich zum eigenständigen Herzogtum Österreich. Das Herzogtum umfasste ursprünglich nur das heutige Bundesland Wien und einige Teile des heutigen Bundeslandes Niederösterreich sowie drei Siedlungen im heutigen Bundeslandes Oberösterreich. Im Spätmittelalter vergrößerte sich das Herzogtum Österreich um weitere Teile der späteren Bundesländer Niederösterreich und Oberösterreich. Erst 1417 kam die Stadt Steyr mit der gleichnamigen Herrschaft, die zuvor zum Herzogtum Steier gehört hatte, endgültig zum Herzogtum Östereich. Im 15. Jahrhundert spaltete sich das damalige Herzogtum Österreich in zwei Teilherzogtümer auf: Österreich ob der Enns (heute im Wesentlichen: Oberösterreich, ohne das Innviertel) und Österreich unter der Enns (heute im Wesentlichen: Niederösterreich, ohne Pitten und Wiener Neustadt]])