Ulrich III. von Schaunberg

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Graf Ulrich (III.) von Schaunberg (* im 15. Jahrhundert, um 1435; † [27. Dezember]] 1484[1]) war Landmarschall des Herzogtums Steier[A 1]. Als solcher begründete er eine "steirische" Linie seiner Familie.

Herkunft und Familie

Graf Ulrich (III.) von Schaunberg stammte aus einer der bedeutendsten und mächtigsten Adelsfamilien des Herzogtums Österreich[A 2], die gegen Ende des 14. Jahrhunderts endgültig die Herrschaft der Herzöge von Österreich (Habsburger) über ihre Besitzungen und Herrschaften im heutigen Bundesland Oberösterreich hatte anerkennen müssen. Er war ein Urenkel des Grafen Heinrich (VII.) von Schaunberg[1]

Graf Ulrich war einer der Söhne des Grafen Johann (II.) von Schaunberg aus dessen Ehe mit Gräfin Anna von Pettau.[1] Er war zweimal verheiratet,
∞ in 1. Ehe mit Barbara,
∞ in 2. Ehe mit Margaret, einer Tochter des Adligen Andreas von Kraig.[1]

Er hatte mehrere Kinder[1]:

  • Graf Hanns (oder Johann) (IV.) von Schaunberg († um 1485)
  • Graf Georg (II.) von Schaunberg (* um 1472; † um 1554) ∞ mit Gräfin Genofeva von Arco
  • Gräfin Genofeva von Schaunberg ∞ mit Graf Wolfgang von Liechtenstein zu Nikolsburg.

Graf Ulrich (III.) war ein Bruder des Grafen Bernhard (IX.) von Schaunberg und ein Verwandter des Grafen Johann von Montfort-Pfannberg[2].

Leben

Graf Ulrich (III.) nahm 1445 als Rat des späteren Kaisers Friedrich III. an Verhandlungen um die Anerkennung von Ladislaus Postumus als ungarischen König teil. 1447 wurde ihm die erbliche Würde des Landmarschallamtes des Herzogtums Steier verliehen, wo er gemeinsam mit seiner Mutter Anna ihr Erbe aus den Gütern der Grafschaft Pettau gegen die Grafen Friedrich und Ulrich von Cilli verteidigte.[3]

1451/52 begleitete er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Sigmund Friedrichs III. auf seinem ersten Romzug.[2]

1460 wurde er Hauptmann des Herzogtums Krain. 1462 führte er dem böhmischen König Georg das "innerösterreichische" Heer zum Entsatz des in der Wiener Burg belagerten Kaisers zu. 1464 erhielt er von diesem ein Gerichtsstandprivileg und wurde dessen "Pfleger" und Hauptmann der Burg Ober-Cilli (bei Cilli).[2]

Literatur

  • Paul-Joachim Heinig: Kaiser Friedrich III. (1440–1493) in seiner Zeit. Studien zum 500. Todestag am 19. August 1493/1993 (= Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Bd. 12) Böhlau, Köln u. a. 1993, ISBN 3-412-03793-1, siehe Bd. 3, Register (S. 1755) (Rezension)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 vgl. Stammbaum, Schaunberg.DE, eingesehen am 27. Oktober 2018
  2. 2,0 2,1 2,2 vgl. Paul-Joachim Heinig: Kaiser Friedrich III. (1440–1493) in seiner Zeit, 1993, Bd. 1, S. 248
  3. vgl. Paul-Joachim Heinig: Kaiser Friedrich III. (1440–1493) in seiner Zeit, 1993, Bd. 1, S. 247

Anmerkungen

  1. Das Herzogtum Steier(mark) umfasste damals im Wesentlichen das heutige Bundesland Steiermark sowie Teile des heutigen Sloweniens und der heutigen Bundesländer Niederösterreich (Grafschaft Pitten mit Wiener Neustadt) und Oberösterreich (Stadt und Herrschaft Steyr).
  2. Das Herzogtum Österreich umfasste damals das heutige Bundesland Wien und Teile der heutigen Bundesländer Niederösterreich und Oberösterreich. 1417 kam die Stadt Steyr mit der gleichnamigen Herrschaft endgültig dazu. Im 15. Jahrhundert spaltete sich das Herzogtum Österreich in zwei Teilherzogtümer auf: Österreich ob der Enns (heute im Wesentlichen: Oberösterreich) und Österreich unter der Enns (heute im Wesentlichen: Niederösterreich). Die Besitzungen der Schaunberger befanden sich im späteren Oberösterreich.